Co­gnis-Kauf steht be­vor

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Noch die­se Wo­che wer­de BASF den Kauf von Co­gnis be­kannt­ge­ben, am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de sei die Trans­ak­ti­on be­reits un­ter Dach und Fach ge­bracht wor­den, lau­te­ten die jüngs­ten Spe­ku­la­tio­nen, an­ge­facht von Be­rich­ten in deut­schen Me­di­en. Ein Kon­kur­renz­an­ge­bot des US-Che­mie­kon­zerns Lu­bri­zol sei von den Co­gnis-Ei­g­nern zu­rück­ge­wie­sen wor­den, da de­ren Fi­nan­zie­rung nicht über­zeugt ha­be. Bis Re­dak­ti­ons­schluss der FuW am Di­ens­tag war­te­te der Markt wei­ter­hin ver­geb­lich auf ei­ne ent­spre­chen­de of­fi­zi­el­le Nach­richt.

Spe­ku­liert wur­de über den Preis, zu dem die ehe­ma­li­ge Hen­kel-Che­mietoch­ter in den Be­sitz des welt­gröss­ten Che­mie­rie­sen aus Lud­wigs­ha­fen wech­seln könn­te. Die Span­ne be­trug bis­her 3,1 bis 3,5 Mrd. €, nun hiess es, man ha­be sich auf 3,2 bis 3,3 Mrd.€ ge­ei­nigt. Die frü­he­re Che­mietoch­ter von Hen­kel, die 2009 rund 2,6 (i. V. 3) Mrd. € um­setz­te, be­fin­det sich seit 2001 im Be­sitz ei­nes Kon­sor­ti­ums um Per­mi­ra und Gold­man Sachs. Die In­ves­to­ren hat­ten rund 2,5 Mrd.€ ge­zahlt. Co­gnis hat ei­ne Net­to­ver­schul­dung von 1,6 Mrd.€.

De­fen­siv und kon­sum­nah

Co­gnis wür­de zu BASF pas­sen (vgl. FuW Nr. 29 vom 14. April). Die Ab­neh­mer stam­men über­wie­gend aus de­fen­si­ven, kon­sum­na­hen Bran­chen wie Er­näh­rung und Ge­sund­heit (Nu­tri­ti­on & He­alth) und die Kos­me­tik-, Wasch-und Rei­ni­gungs­mit­tel­in­dus­trie (Ca­re Che­mi­cals). Im Ver­gleich zu BASF ist der An­bie­ter da­her we­ni­ger ab­hän­gig von Roh­stof­fen und de­ren Preis­ent­wick­lung. Nur das drit­te Co­gnis­Stand­bein – Func­tio­nal Pro­ducts, mit den Ab­neh­mer­indus­tri­en Far­ben, La­cke und Schmier­stof­fe, Agrar und Berg­bau – weist we­ni­ger de­fen­si­ven Cha­rak­ter auf.

Aus­ser der ho­hen Net­to­ver­schul­dung ist zu be­rück­sich­ti­gen, dass Co­gnis ein ne­ga­ti­ves Ei­gen­ka­pi­tal aus­weist (–762 Mio. €). Wie BASF da­mit um­ge­hen wird, ist of­fen, eben­so wie al­le an­de­ren Kon­di­tio­nen der Trans­ak­ti­on. Co­gnis wä­re ein wei­te­res Glied ei­ner Ket­te be­deu­ten­der Über­nah­men der letz­ten Jah­re, kon­zen­triert auf die USA und Eu­ro­pa. Da­zu ge­hört die Bau­che­mie von De­gus­sa – wo­durch die BASF auch Si­ka in­ten­si­ver kon­kur­ren­ziert –, der US-Ka­ta­ly­sa­to­ren­spe­zia­list En­gel­hard so­wie Ci­ba.

Auf­hel­lung bei Kunst­stof­fen

Die Ak­ti­en be­weg­ten sich zu Wo­chen­be­ginn in et­wa markt­kon­form. Auch op­ti­mis­ti­sche Äus­se­run­gen von BASF am Di­ens­tag zum Kunst­stoff­ge­schäft hat­ten we­nig Ein­fluss. Das Ma­nage­ment plant, die Mar­gen zu ver­bes­sern, vor al­lem mit­hil­fe von neu­en An­la­gen in Asi­en und ei­ner noch aus­ge­präg­te­ren Spe­zia­li­sie­rung des An­ge­bots. «2010 wol­len wir den Um­satz des Seg­ments stei­gern und ei­ne deut­li­che Er­geb­nis­ver­bes­se­rung er­zie­len», sag­te Mar­tin Bru­der­mül­ler, Vor­stand für die Spar­te Kunst­stof­fe und für Asi­en, am Di­ens­tag ge­mäss DPA. Im ers­ten Quar­tal lag der Um­satz im Kunst­stoff-Be­reich mit 2,2 Mrd.€ rund die Hälf­te über dem Vor­jah­res­ni­veau.

Wir hal­ten BASF wei­ter für ei­ne at­trak­ti­ve An­la­ge. Im Fall deut­lich ne­ga­ti­ver Über­ra­schun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem ge­plan­ten Kauf von Co­gnis könn­te sich dies än­dern.

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