Vom Reiz so­li­der Di­vi­den­den

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - JB

We­ni­ge US-Va­lo­ren ver­ei­nen so vie­le Vor­zü­ge auf sich wie In­tel. Die Ak­ti­en des Chip­her­stel­lers sind at­trak­tiv be­wer­tet und wer­fen mit 2,9% ei­ne an­spre­chen­de Di­vi­den­den­ren­di­te ab. Die Kon­zern­bi­lanz ist kern­ge­sund; zu­dem müs­sen welt­weit die Un­ter­neh­men drin­gend ih­ren PC-Park er­neu­ern, was die Nach­fra­ge nach In­tel-Pro­zes­so­ren sti­mu­lie­ren wird. All das lässt hof­fen, der Kon­zern wer­de die Ka­pi­tal­ge­ber künf­tig in noch grös­se­rem Mass am Er­folg be­tei­li­gen, sei es durch die Aus­wei­tung der Ge­winn­aus­schüt­tung, sei es durch wei­te­re Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gram­me. Es leuch­tet ein, die Ti­tel auf die Lis­te ren­di­te­star­ker US-An­la­gen zu set­zen, wie dies Cre­dit Suis­se tut (sie­he Haupt­text oben und Charts links). Viel falsch ma­chen, kön­nen An­le­ger mit In­tel kaum.

Al­le zehn Wer­te, von Kel­logg über McDo­nald’s bis Ti­me Warner, er­fül­len fol­gen­de vier Kri­te­ri­en: Die Ren­di­te be­trägt et­wa 2,5 bis 3% und liegt so­mit klar über der Teue­rungs­ra­te. Aus­ser­dem schüt­ten die Ge­sell­schaf­ten der­zeit höchs­tens die Hälf­te des Ge­winns pro Ak­tie aus, so­dass noch Spiel­raum für die Er­hö­hung der Di­vi­den­de be­steht. Drit­tens trau­en die Ana­lys­ten die­sen US-Kon­zer­nen zu, lang­fris­tig über­durch­schnitt­lich zu wach­sen. Die Kon­sens­schät­zun­gen be­we­gen sich zwi­schen 9,2% Wachs­tum pro Jahr im Fall Proc­ter & Gam­ble und 15,7% im Fall Il­li­nois Tool Works. Das vier­te Kri­te­ri­um ist ein CS-Ra­ting «Out­per­form».

Dem brei­ten Pu­bli­kum nicht so be­kannt dürf­te VF Corp. sein. Der Kon­zern stellt Spor­tbe­klei­dung und Je­ans her. Wich­ti­ge Mar­ken im Porte­feuille sind Lee, Wrang­ler, The North Face und Jans­port. Schon seit dem Jahr 1994 ist die Grup­pe via Hong­kong auf dem chi­ne­si­schen Markt ak­tiv. Der Um­satz aus­ser­halb der USA soll bis 2012 auf 33% stei­gen (2009: 27%).

Ein an­de­rer Wert mit so­li­der Ren­di­te ist Re­pu­blic Ser­vices. Das Un­ter­neh­men ist in der Ab­fall­ent­sor­gung und im Re­cy­cling tä­tig (vgl. Sei­te 27). Es hat 2008 den Kon­kur­ren­ten Al­lied Was­te über­nom­men und ist dar­an, das so ent­stan­de­ne Kos­ten­sen­kungs­po­ten­zi­al voll aus­zu­schöp­fen. US-Gross­in­ves­tor War­ren Buf­fett hat in den ver­gan­ge­nen Quar­ta­len mehr­fach sein En­ga­ge­ment in den Wer­ten er­höht, was un­ter­streicht, dass es sich um ei­ne ty­pi­sche US-Va­lue-An­la­ge im In­dus­trie­be­reich han­delt. Per En­de März be­trug die Be­tei­li­gung von Buf­fetts Berk­shire Hat­ha­way gut 2,8% der aus­ste­hen­den Re­pu­blic-Ak­ti­en. Im Un­ter­schied zu den meis­ten an­de­ren Emp­feh­lun­gen auf der CS-Lis­te ist das Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men auf den ame­ri­ka­ni­schen Markt fo­kus­siert und da­her voll den Schwan­kun­gen von Kon­sum­nei­gung und Bin­nen­kon­junk­tur aus­ge­setzt.

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