Gros­ses Po­ten­zi­al, ho­hes Ri­si­ko

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - UW

Im Fe­bru­ar muss­te Pe­ter Bot­ten ein­mal mehr die An­le­ger be­ru­hi­gen: Die Er­mor­dung ei­nes An­ge­stell­ten in ei­nem Kon­flikt zwi­schen ver­schie­de­nen Stäm­men in Pa­pua-Neu­gui­nea ha­be «ab­so­lut nichts mit dem Gas­pro­jekt zu tun», er­klär­te der Chef von Oil Se­arch. Die aus­tra­li­sche Ge­sell­schaft ist Part­ne­rin im gi­gan­ti­schen Erd­gas­un­ter­neh­men, das der US-Ener­gie­rie­se Exxon Mo­bil im me­la­ne­si­schen Staat rea­li­siert. Der tra­gi­sche Vor­fall und Bot­tens Aus­sa­ge zei­gen die Schwie­rig­kei­ten auf, mit de­nen Kon­zer­ne in ei­nem sol­chen Um­feld kon­fron­tiert sind.

Ri­si­ken gibt es wahr­lich ge­nug: po­li­ti­sche In­sta­bi­li­tät, Kor­rup­ti­on, ei­ne dritt­klas­si­ge In­fra­struk­tur, so­gar Ge­walt. Trotz­dem se­hen vie­le An­le­ger ei­ne In­ves­ti­ti­on in Oil Se­arch als at­trak­ti­ve Mög­lich­keit, sich an ei­nem der gröss­ten und viel­ver­spre­chends­ten Roh­stoff­pro­jek­te der Welt zu be­tei­li­gen. Für die Aus­tra­li­er hängt viel vom Ge­lin­gen ab, denn der ak­tu­el­le Ge­schäfts­gang ent­täuscht: So hat der Kon­zern für 2009 ei­nen Ge­winn von 99,6 Mio. $ ge­mel­det – ein deut­li­cher Rück­gang von den 240 Mio. $, die er 2008 er­zielt hat­te. Grund war ein 35%iger Fall des Prei­ses, der für das pro­du­zier­te Öl rea­li­siert wer­den konn­te. Auch die För­der­men­ge ist im ver­gan­ge­nen Jahr um 5% ge­schrumpft.

Oil Se­arch ist der dritt­gröss­te an der aus­tra­li­schen Bör­se ko­tier­te Öl­pro­du­zent. Zu­dem ist die Ge­sell­schaft der gröss­te Öl­för­de­rer in Pa­pua-Neu­gui­nea und hat in Port Mo­res­by ih­ren Haupt­sitz. Die Tat­sa­che, dass der Staat Pa­pua-Neu­gui­nea der gröss­te Ak­tio­när von Oil Se­arch ist, soll­te An­le­gern nicht zu gros­ses Ver­trau­en ge­ben. Die Re­gie­rung ist auf al­len Ebe­nen von Kor­rup­ti­on und Vet­tern­wirt­schaft ge­prägt.

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