Bild­schön und pfeil­schnell

FAHR­BE­RICHT Mit dem GranCa­brio hat Ma­se­ra­ti end­lich wie­der ein Ca­brio­let im Pro­gramm – Sport­wa­gen­qua­li­tä­ten ele­gant ver­packt – Prä­zi­ses Fahr­ver­hal­ten

Finanz und Wirtschaft - - AUTOMOBIL - DA­VE SCHNEI­DER

Die­ses Jahr muss­ten Ca­brio­let-Fah­rer be­son­ders lan­ge Ge­duld ha­ben. Der Früh­ling zier­te sich län­ger als üb­lich, und die auf Hoch­glanz po­lier­ten Schmuck­stü­cke droh­ten sich in den Ga­ra­gen die Som­mer­rä­der platt zu ste­hen. Schliess­lich hat­te Pe­trus doch ein Ein­se­hen, und die neue Sai­son konn­te er­öff­net wer­den. Wir fuh­ren mit zwei be­son­de­ren Le­cker­bis­sen ins neue Ca­bri­oJahr: dem Ma­se­ra­ti GranCa­brio und dem Nis­san 370Z Roads­ter (vgl. Text un­ten).

Der Ma­se­ra­ti GranCa­brio auf Ba­sis des wun­der­schö­nen Cou­pés GranTu­ris­mo kommt klas­sisch mit Stoff­dach und Wind­schott da­her und stellt die glei­che aus­ser­ge­wöhn­li­che Ele­ganz und Schön­heit dar wie die ge­schlos­se­ne Va­ri­an­te – die Hand­schrift Pinin­fa­ri­nas er­kennt der Con­nais­seur schon von wei­tem.

Na­tür­lich öff­net und schliesst sich das Ver­deck voll­au­to­ma­tisch. Ein Vor­gang dau­ert 28s und kann auch wäh­rend der Fahrt bis Tem­po 30 km/h voll­zo­gen wer­den, was un­vor­her­ge­se­he­nen Wet­ter­wech­sel den Schre­cken nimmt. Fern­be­dien­bar ist das Stoff­ver­deck al­ler­dings nicht, was je­doch nur we­ni­ge stö­ren wird.

Ist das Wind­schott mon­tiert und sind die Sei­ten­schei­ben oben, wird die Fri­sur nicht arg ver­wühlt – dann je­doch fin­den nur zwei Per­so­nen Platz im schö­nen Ita­lie­ner, sonst ha­ben we­gen des lan­gen Rad­stands auf den ed­len Rück­sit­zen zwei Er­wach­se­ne gut Platz.

Ein in­ten­si­ves Er­leb­nis

Au­to­fah­ren oh­ne Dach ist ein sinn­li­ches Er­leb­nis. Die vor­bei­zie­hen­de Land­schaft wirkt durch die wahr­ge­nom­me­nen Ge­räu­sche und Ge­rü­che, durch den Fahrt­wind im Ge­sicht viel in­ten­si­ver. Man ist der Na­tur, aber auch der Stras­se nä­her, spürt die Be­we­gun­gen des Fahr­zeugs deut­li­cher. Auch ist die Ge­schwin­dig­keit in­ten­si­ver spür­bar, was be­son­ders in ei­nem Sport­wa­gen ein tol­les Er­leb­nis ist.

Im Ma­se­ra­ti GranCa­brio ist bei­des gross­ar­tig: Es ist herr­lich, ge­müt­lich mit dem schö­nen Ita­lie­ner durch ma­le­ri­sche Land­schaf­ten zu crui­sen und da­bei das Früh­lings­er­wa­chen in sich auf­zu­sau­gen. Es ist aber auch gran­di­os, mit of­fe­nem Ver­deck um Kur­ven zu ja­gen und die Sport­lich­keit die­ses Traum­wa­gens mit je­der Fa­ser aus­zu­kos­ten.

Ma­se­ra­ti sind wasch­ech­te Sport­wa­gen, ver­packt in ei­ner äus­serst ele­gan­ten Hül­le; das ist auch beim GranCa­brio nicht an­ders. Er über­nimmt den vom GranTu­ris­mo S stam­men­den und bei Fer­ra­ri ge­bau­ten 4,7-l-V8-Ben­zin­mo­tor, der 323 kW/ 440 PS bei 7000 Tou­ren leis­tet und ein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von 490 Nm bei 4750 U/min auf die Kur­bel­wel­le bringt. Dies be­schleu­nigt den Wa­gen von 0 auf 100 km/h in 5,3 s, und das mit ei­ner her­vor­ra­gen­den Elas­ti­zi­tät: Den Zwi­schen­spurt von 80 auf 120 km/h ab­sol­viert der GranCa­brio in le­dig- lich 4,2 s. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit wird mit of­fe­nem Dach bei 274, ge­schlos­sen bei 283 km/h er­reicht ( Werk­an­ga­ben).

Erst­klas­sig

Die­se nüch­ter­nen Zah­len be­wir­ken ein be­rau­schen­des Fahr­er­leb­nis. Un­ter­malt vom fan­tas­ti­schen Mo­tor­klang, der nach ei­nem Druck auf die Sport­tas­te sei­ne Lust mit schier ob­szö­ner Ve­he­menz in die Um­welt brüllt, sprin­tet der Ma­se­ra­ti von Kur­ve zu Kur­ve, wäh­rend sein toll ab­ge­stimm­tes Fahr­werk den As­phalt re­gel­recht ver­schlingt. Wie an­de­re Ma­se­ra­ti-Mo­del­le auch, lenkt der GranCa­brio äus­serst wil­lig und mes­ser­scharf ein, ist je­der­zeit di­rekt und prä­zis und gibt dem Fah­rer ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Rück­mel­dung. Auch ist die Ka­ros­se­rie sehr ver­win­dungs­steif, was bei ei­nem Ge­wicht von rund zwei Ton­nen je­doch er­war­tet wer­den darf.

Von die­sem ver­gleichs­wei­se ho­hen Ge­wicht ist üb­ri­gens nichts zu spü­ren, im Ge- gen­teil: Er lässt sich sehr leicht­füs­sig be­we­gen, ist agil und flink, was ei­nem auch im Stadt­ver­kehr zu­gu­te­kommt. Die Brem­sen ver­zö­gern kom­pro­miss­los und auch nach lan­gem Ein­satz oh­ne An­zei­chen von Fa­ding. Le­dig­lich an der Tank­stel­le ma­chen sich Ge­wicht und Leis­tung ne­ga­tiv be­merk­bar: Der vom Werk an­ge­ge­be­ne Durch­schnitts­ver­brauch von 15,4 l/100 km, was ei­nem CO2-Aus­stoss von 358 g/km ent­spricht, ist in der Rea­li­tät kaum zu er­rei­chen; in der kur­zen Test­dau­er ver­brauch­ten wir 18,5 l/100 km.

End­lich hat Ma­se­ra­ti wie­der ein Ca­brio­let – und was für ei­nes. Ne­ben den erst­klas­si­gen Ma­te­ria­li­en, der ele­gan­ten Gestal­tung und der ta­del­lo­sen Ver­ar­bei­tung bie­tet der GranCa­brio höchs­ten Fahr­ge­nuss und gleich­zei­tig sport­li­che Höchst­leis­tun­gen. Der Ma­se­ra­ti GranCa­brio ist ein lu­xu­riö­ses Ca­brio­let von bes­ter Qua­li­tät, das selbst im PS-Land Schweiz ei­ne ge­wis­se Ex­klu­si­vi­tät ga­ran­tiert. Er kos­tet ab 210 000 Fr.

Edels­te Ma­te­ria­li­en, per­fekt und in viel Hand­ar­beit ge­fer­tigt: Der Ma­se­ra­ti GranCa­brio ist ei­ne Schön­heit durch und durch. Ob ele­gan­tes Crui­sen oder ra­san­te Kur­ven­jagd, er macht im­mer ei­ne gu­te Fi­gur.

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