Sa­ra­sin im An­ge­bot

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Die Ra­bo­b­ank ist mit der Mehr­heits-be­tei­li­gung an der Bas­ler Bank Sa­ra­sin auf dem Markt.

«Das sind Ge­rüch­te. Ein Ver­kauf von Sa­ra­sin ist nicht ak­tu­ell.» Mit die­sen Wor­ten re­agier­te Re­né Lo­man, Pres­se­spre­cher der nie­der­län­di­schen Ra­bo­b­ank, auf Spe­ku­la­tio­nen, die Bank wol­le ihr An­fang 2007 er­wor­be­nes Pa­ket am Schwei­zer Ver­mö­gens­ver­wal­ter Sa­ra­sin ver­kau­fen. Ein sehr über­zeu­gen­des De­men­ti ist es nicht. Viel­mehr ist da­von aus­zu­ge­hen, dass das Ge­rücht nicht aus der Luft ge­grif­fen ist. Auch die von der In­ter­net­sei­te «Cash» kol­por­tier­te The­se, Ju­li­us Bär sei an ei­nem Kauf in­ter­es­siert, hat ei­ni­ges an sich.

Im Hau­se Ju­li­us Bär woll­te nie­mand da­zu Stel­lung neh­men. CEO Bo­ris Col­lar­di ist je­doch kauf­wil­lig und be­stä­tig­te ge­gen­über die­ser Zei­tung un­längst, dass er je­des Dossier an­schaut. Sa­ra­sin wür­de durch­aus zu Ju­li­us Bär pas­sen. Die ent­schei­den­de Fra­ge ist wohl der Preis, der wie­der­um da­von ab­hängt, wie vie­le Alt­las­ten Sa­ra­sin mit sich trägt. Sa­ra­sin-CEO Joa­chim Sträh­le be­tont zwar im­mer, Sa­ra­sin sei auch in die­ser Be­zie­hung in gu­ter Ver­fas­sung. Dass sich die Ra­bo­b­ank, die al­les dar­an setzt, dass Triple-A-Ra­ting zu er­hal­ten, vor­stel­len kann, Sa­ra­sin ab­zu­stos­sen, spricht al­ler­dings ei­ne an­de­re Spra­che. Wenn Sa­ra­sin nur de­kla­rier­te Ver­mö­gen ver­wal­ten wür­de, wä­re ein Ver­kauf wohl kein The­ma.

Dass die Ver­hand­lun­gen zwi­schen Ra­bo­b­ank und Ju­li­us Bär, falls sie denn wirk­lich statt­fan­den, pu­blik wur­den, könn­te al­ler­dings auch ein Hin­weis da­für sein, dass der De­al nicht zu­stan­de kommt. Ver­wal­tungs­rä­te oder aber In­vest­ment­ban­ker, die ein Ge­schäft da­von­schwim­men se­hen, sind oft ge­sprä­chig.

Das letz­te Ka­pi­tel in die­ser Ge­schich­te ist noch nicht ge­schrie­ben. Ra­bo­b­ank will sich von Sa­ra­sin tren­nen. Die Ge­fahr des grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäfts für die Re­pu­ta­ti­on und letzt­lich für das Ra­ting wird als zu gross er­ach­tet. Falls die Ver­hand­lun­gen mit Ju­li­us Bär ab­ge­bro­chen wur­den, be­deu­tet das nicht, dass sie spä­ter und auf an­de­rem Preis­ni­veau nicht wie­der auf­ge­nom­men wer­den. Col­lar­di kommt als ri­si­ko­freu­di­ger Mann da­her – der aber lie­ber kei­nen als ei­nen schlech­ten De­al macht.

Der Sa­ra­sin-Kurs re­agier­te am Frei­tag­nach­mit­tag kaum auf die­se Ge­rüch­te, was al­ler­dings nicht viel heisst. Mög­lich ist, dass der Markt an ein sol­ches Sze­na­rio glaubt, al­ler­dings un­ter der Vor­aus­set­zung, dass Sa­ra­sin auch nach ei­ner Über­nah­me ko­tiert bleibt. Für An­le­ger, die et­was Über­nah­me­fan­ta­sie im Porte­feuille ha­ben möch­ten, ist es noch nicht zu spät, Sa­ra­sin zu kau­fen. Und falls es wi­der Er­war­ten zu kei­ner Über­nah­me kommt, bleibt mit Sa­ra­sin ein an­spre­chen­der Ti­tel im Port­fo­lio.

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