Ban­ken­re­form be­wegt

Ak­ti­en von Fi­nanz­in­sti­tu­ten rü­cken vor – KB Ho­me ver­rin­gert Ver­lust – Ora­cle bes­ser als er­war­tet

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - MAR­TIN GOLLMER

An Wal­ls­treet sind die Ak­ti­en­kur­se am Don­ners­tag mit schwa­cher Ten­denz aus dem Han­del ge­gan­gen. Das Blue-Chip-Barometer Dow Jo­nes In­dus­tri­al fiel um 1,4% auf 10 152,8 (–2,7% im Wo­chen­ver­gleich). Der tech­no­lo­gie­las­ti­ge Nas­daq Com­po­si­te gab um 1,6% auf 2217,42 (–3,9%) nach.

Die Kon­junk­tur­da­ten des Ta­ges über­rasch­ten zwar po­si­tiv. Die Zahl der Erst­an­trä­ge auf Ar­beits­lo­sen­hil­fe war in der Vor­wo­che stär­ker als er­war­tet ge­fal­len, wäh­rend die Mai-Da­ten zum Auf­trags­ein­gang für lang­le­bi­ge Gü­ter ei­nen ge­rin­ge­ren Rück­gang auf­wie­sen als von Volks­wir­ten pro­gnos­ti­ziert. Dass die Da­ten am Markt in­des­sen kei­ne Ak­zen­te setz­ten, hängt mit den Im­mo­bi­li­en­markt­da­ten und den Aus­sa­gen der US-No­ten­bank vom Mitt­woch zu­sam­men. Die Neu­bau­ver­käu­fe ver­zeich­ne­ten im Mai ei­nen un­er­war­tet dras­ti­schen Ein­bruch, nach­dem im April Steu­er­er­leich­te­run­gen für Im­mo­bi­li­en­käu­fer aus­ge­lau­fen wa­ren (vgl. Sei­te 27). Die Da­ten weck­ten Zwei­fel an der Er­ho­lung der US-Wirt­schaft. Die No­ten­bank Fed be­feu­er­te die Kon­junk­tur­ängs­te, in­dem sie sich im Be­gleit­kom­men­tar zu ih­rem Zins­ent­scheid skep­ti­scher zu den Aus­sich­ten der USWirt­schaft äus­ser­te (vgl. Sei­te 33).

Am Frei­tag­mor­gen ho­ben an­zie­hen­de Kur­se von Bank­ti­teln die US-Ak­ti­en­märk­te nur vor­über­ge­hend ins Plus. Eben­falls güns­tig wirk­ten zu­nächst neue Da­ten zur Kon­su­men­ten­stim­mung in den USA, die den höchs­ten Stand seit Ja­nu­ar 2008 er­reich­te. Dämp­fend war da­ge­gen die Mel­dung, dass das Wirt­schafts­wachs­tum im ers­ten Quar­tal 2010 nur 2,7% be­tra­gen ha­be. Der Dow stand nach zwei Han­dels­stun­den 0,5% tie­fer als am Vor­tag, der Nas­daq hat­te 0,2% nach­ge­ge­ben.

An­le­ger re­agier­ten mit Er­leich­te­rung dar­auf, dass sich die bei­den Kam­mern des US-Par­la­ments nach in­ten­si­ven Ver­hand­lun­gen auf ei­nen ge­mein­sa­men Ge­set­zes­text zur Fi­nanz­markt­re­form ei­ni­gen konn­ten (vgl. Sei­te 31). Sie schreibt un­ter an­de­rem vor, wie Ban­ken zu­künf­tig mit kom­ple­xen Fi­nanz­in­stru­men­ten um­ge­hen müs­sen. Die ent­spre­chen­den Re­geln fie­len aber we­ni­ger streng aus als zu­letzt be­fürch­tet. Das be­flü­gel­te Bank­ak­ti­en. Bank of Ame­ri­ca (15.02 $ am Don­ners­tag, –5,1% im Wo­chen­ver­gleich) avan­cier­ten im frü­hen Han­del um 1,7%, Gold­man Sachs (134.98 $, –1,7%) um 1,8%

KB Ho­me (12.22 $, –2,6%) hat den Ver­lust im zwei­ten Ge­schäfts­quar­tal per En­de

Zwei­fel am Auf­schwung

In­di­zes New York Mai von 78 Mio. $ oder 1.03 $ pro Ak­tie im Vor­jahr auf 31 Mio. $ oder 40 Cent je Ti­tel ver­rin­gern kön­nen. Der Um­satz fiel 2,7% auf 373 Mio. $. Der Haus­bau­er ver­such­te mit ei­ner spe­zi­el­len Se­rie von Häu­sern, die klei­ner und güns­ti­ger sind und gleich­wohl hö­he­re Pro­fit­mar­gen ab­wer­fen, trotz Im­mo­bi­li­en­kri­se Ge­schäf­te zu ge­win­nen,

Ado­be Sys­tems (30.26 $, –8,6%) stei­ger­te den Um­satz im zwei­ten Ge­schäfts­quar­tal per En­de Mai dank des neu­en Soft­ware­an­ge­bots Crea­ti­ve Sui­te 5 um 34% auf 943 Mio. $ (Kon­sens: 906 Mio. $) und stell­te für das lau­fen­de drit­te Quar­tal ei­nen Um­satz von 950 Mio. bis 1 Mrd.$ in Aus­sicht. Ana­lys­ten rech­ne­ten bis­her im Schnitt mit 962 Mio. $. Ge­mäss CEO Shan­tanu Na­ray­en ha­be die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des weit­ver­brei­te­ten Mul­ti­me­di­aStan­dards Flash durch App­le (269$, –1,1%) beim iPho­ne und beim iPad kei­ne Spu­ren im Ge­schäft hin­ter­las­sen.

Dell (12.93 $, –8,9%) stellt für das Bi­lanz­jahr per En­de Ja­nu­ar 2011 auf­grund wie­der kräf­ti­ge­rer Kon­su­men­ten-und Un­ter­neh­mens­aus­ga­ben ei­ne Um­satz­stei­ge­rung von bis zu 19% in Aus­sicht. Den ope­ra­ti­ven Ge­winn will der Com­pu­ter­her­stel­ler um bis zu 23% stei­gern.

Ora­cle (22.22 $, –3,7%) über­traf im vier­ten Ge­schäfts­quar­tal per En­de Mai mit ei­nem um 25% ge­stei­ger­ten Er­geb­nis von 2,36 Mrd.$ oder 60 Cent je Ak­tie die Markt­er­war­tun­gen von 54 Cent. Pro­fi­tie­ren konn­te der zweit­gröss­te Soft­ware­her­stel­ler der Welt vor al­lem von star­ken Ver­käu­fen der Un­ter­neh­mens­soft­ware und der Ak­qui­si­ti­on des Ser­ver­kon­zerns Sun. CEO Lar­ry Ell­ison will das Ge­schäft von Sun er­heb­lich aus­wei­ten. Der Ver­trieb sol­le in der Grös­se mehr als ver­dop­pelt wer­den. Im vier­ten Quar­tal trug Sun Mi­cro­sys­tems mit 1,8 Mrd.$ zum Ge­samt­um­satz von 9,51 Mrd.$ bei. Das Ge­schäft mit Neu­li­zen­zen leg­te um 14% auf 3,1 Mrd.$ zu und über­bot da­mit den Ana­lys­ten­kon­sens von 2,97 Mrd.$.

Ni­ke stei­gert Ge­winn 53%

Ni­ke (69.63 $, –6,6%) ver­dien­te im vier­ten Ge­schäfts­quar­tal per En­de Mai 522 Mio. $ oder 1.06 $ je Ak­tie, über­traf da­mit das Vor­jah­res­er­geb­nis um 53% und er­füll­te die Markt­er­war­tun­gen. Der Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler aus Ore­gon pro­fi­tier­te ins­be­son­de­re von ei­ner re­gen Nach­fra­ge in Nord­ame­ri­ka und den Schwel­len­län­dern. Der Um­satz stieg um 8% auf 5,08 Mrd. $, was je­doch un­ter den von Ana­lys­ten er­war­te­ten 5,15 Mrd.$ lag.

Der Zi­ga­ret­ten­her­stel­ler Phi­lip Mor­ris In­ter­na­tio­nal (46.43 $, +1,8%) stellt für das lau­fen­de Jahr – trotz der Be­las­tung durch ei­nen stär­ke­ren Dol­lar bzw. die Eu­ro­schwä­che, die aber durch die welt­weit ge­stie­ge­ne Nach­fra­ge und Preis­er­hö­hun­gen teil­wei­se wett­ge­macht wer­den konn­te – nach wie vor ei­ne kräf­ti­ge Ge­winn­stei­ge­rung in Aus­sicht. Der Ge­winn je Ak­tie wer­de um bis zu 17% auf 3.70 bis 3.80 $ zu­le­gen, mein­te CEO Lou­is Ca­mil­le­ri. Die Pro­gno­se liegt da­mit aber um 5 Cent un­ter der im April an­ge­peil­ten Spann­brei­te.

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