Kurs­ge­win­ne wer­den rea­li­siert

AMS­TER­DAM DSM und Ak­zo No­bel bes­ser als der Ge­samt­markt – Ka­pi­tal­er­hö­hung über­schat­tet Im­tech

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - ROB F. VAN HOUT

Nach dem Kurs­an­stieg in den vor­an­ge­gan­ge­nen Wo­chen kam es in Ams­ter­dam auf brei­ter Front zu Ge­winn­mit­nah­men. Der AEX fiel im Wo­chen­ver­gleich 3% auf 325,99 und der Mid-Cap-In­dex AMX 3,3% auf 521,87.

Die Sor­gen über den Fi­nanz­sek­tor blie­ben be­ste­hen, weil die Ra­ting­agen­tur Fitch die No­te für die Ver­bind­lich­kei­ten der fran­zö­si­schen Gross­bank BNP Pa­ri­bas um ei­ne Stu­fe auf AA– senk­te. Aus­ser­dem mel­de­te Stan­dard & Poor’s, dass die spa­ni­schen Ban­ken vor­aus­sicht­lich hö­he­re Kre­dit­ver­lus­te ver­bu­chen müs­sen.

Dem Che­mie­kon­zern DSM (Ak­ti­en –1,7% auf 34 €) wur­de vom deut­schen Kon­kur­ren­ten BASF mit Co­gnis (vgl. Sei­te 34) ein Über­nah­me­kan­di­dat vor der Na­se weg­ge­schnappt. Ana­lys­ten wa­ren da­von aus­ge­gan­gen, dass Co­gnis von DSM er­wor­ben wer­den könn­te, weil das nie­der- län­di­sche Un­ter­neh­men nach dem Ver­kauf von ei­ni­gen nicht zum Kern­ge­schäft ge­hö­ren­den Ak­ti­vi­tä­ten über ei­ne gut ge­füll­te Kriegs­kas­se von 2,5 Mrd.€ ver­fügt. Der Bran­chen­nach­bar Ak­zo No­bel (–1,8% auf 44.23 €) ver­kauft sei­ne rest­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten von Na­tio­nal St­arch für 1,3 Mrd.$ in bar an das US-Un­ter­neh­men Corn Pro­ducts In­ter­na­tio­nal (vgl. FuW Nr. 48 vom 23. Ju­ni). Die be­reits üp­pi­ge Li­qui­di­täts­po­si­ti­on von 1,6 Mrd.€ (per En­de März) wird da­durch ver­stärkt.

Der Le­bens­ver­si­che­rer Ae­gon (–6,2% auf 4.64 €) führt ei­ne tief­grei­fen­de Re­or­ga­ni­sa­ti­on durch. Das Un­ter­neh­men will die US-Toch­ter Tran­s­ame­ri­ca ver­äus­sern. Ihr Buch­wert be­trägt 1,6 Mrd.€. Aus­ser­dem sol­len die Kos­ten bei den bri­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten bis En­de 2011 um 25% ge­senkt wer­den. Mit den Mass­nah­men ver­sucht Ae­gon, die Ren­ta­bi­li­tät zu er­hö­hen und Ka­pi­tal für In­ves­ti­tio­nen in Wachs­tums­re­gio­nen wie Asi­en und Latein­ame­ri­ka frei­zu­ma­chen. Aus­ser­dem muss die Ge­sell­schaft noch 2 Mrd.€ an den nie­der­län­di- schen Staat zu­rück­zah­len (vgl. FuW Nr. 48 vom 23. Ju­ni). Die Ak­ti­en der All­fi­nanz­grup­pe ING fie­len im Wo­chen­ver­gleich 6,4% auf 6.44 €.

Der Stahl­kon­zern Ar­celor Mit­tal (–4,2% auf 23.69 €) er­war­tet für die zwei­te Jah­res­hälf­te ei­ne ab­neh­men­de Nach­fra­ge nach Stahl we­gen der ab­war­ten­den Hal­tung der eu­ro­päi­schen Kun­den. Das In­ge­nieur­un­ter­neh­men Im­tech (–7,5% auf 21.87 €) ist wei­ter­hin auf Ex­pan­si­ons­kurs. Es er­wirbt für 102 Mio. € den schwe­di­schen Kon­kur­ren­ten NEA. Zur Fi­nan­zie­rung der Ak­qui­si­ti­on gibt Im­tech 8,4 Mio. neue Ak­ti­en aus. Das ent­spricht ei­ner Aus­wei­tung des Ak­ti­en­ka­pi­tals um 10%.

Bis Mit­te Ju­li wird die Markt­ent­wick­lung haupt­säch­lich von ma­kro­öko­no­mi­schen Da­ten ab­hän­gen. An­schlies­send soll­ten die Se­mes­ter­aus­wei­se der Un­ter­neh­men der Bör­se wie­der ei­ne Rich­tung ge­ben.

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