Ei­gen­miet­wert ab­schaf­fen

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - PM

Zum wie­der­hol­ten Mal star­ten Bun­des­rat und Par­la­ment ei­nen Ver­such, den längst über­fäl­li­gen Wech­sel in der Be­steue­rung von Wohn­ei­gen­tum ein­zu­lei­ten. Die Be­steue­rung des Ei­gen­miet­werts von selbst ge­nutz­tem Wohn­ei­gen­tum – ei­ner fik­ti­ven Grös­se – soll ab­ge­schafft wer­den. An­lass hier­zu ist die vom Haus­ei­gen­tü­mer­ver­band lan­cier­te Volks­in­itia­ti­ve «Si­che­res Woh­nen im Al­ter». Der Bun­des­rat lehnt die Initia­ti­ve zu Recht mit dem Ar­gu­ment ab, es ge­be kei­nen Grund, ei­ne be­stimm­te Per­so­nen­grup­pe steu­er­lich zu pri­vi­le­gie­ren. Die Ab­schaf­fung des Ei­gen­miet­werts wird der Initia­ti­ve als in­di­rek­ter Ge­gen­vor­schlag ge­gen­über­ge­stellt.

Es gibt gu­te Grün­de, den Ei­gen­miet­wert ab­zu­schaf­fen. Zu­nächst ist sei­ne Be­steue­rung kom­pli­ziert, mit ho­hem ad­mi­nis­tra­ti­vem Auf­wand ver­bun­den und führt zu vie­len Be­schwer­de­ver­fah­ren. Über­dies setzt er mit der Mög­lich­keit des Schuld­zins­ab­zugs fal­sche An­rei­ze. Da­mit wird es für Haus­ei­gen­tü­mer at­trak­tiv, die hy­po­the­ka­ri­sche Ver­schul­dung nicht ab­zu­tra­gen.

Der Bun­des­rat schlägt in sei­ner am Mitt­woch ver­ab­schie­de­ten Bot­schaft vor, den Ei­gen­miet­wert ab­zu­schaf­fen so­wie Ab­zugs­mög­lich­kei­ten für Un­ter­halt und Schuld­zin­sen grund­sätz­lich zu strei­chen. Ab­zugs­fä­hig blei­ben sol­len Mass­nah­men zum Ener­gie­spa­ren und Um­welt­schutz so­wie denk­mal­pfle­ge­ri­sche Ar­bei­ten. Zu­dem sol­len Erst­erwer­ber von Wohn­ei­gen­tum wäh­rend zehn Jah­ren ab dem Er­werb der Lie­gen­schaft ei­nen Ab­zug gel­tend ma­chen kön­nen. Fer­ner kön­nen pri­va­te Schuld­zin­sen dann ab­ge­zo­gen wer­den, wenn sie Ge­win­nungs­kos­ten­cha­rak­ter ha­ben – al­ler­dings nur im Um­fang von 80% des steu­er­ba­ren Ver­mö­gens­er­tra­ges.

Ge­mäss der bun­des­rät­li­chen Bot­schaft fällt der Sys­tem­wech­sel in der Wohn­ei­gen­tums­be­steue­rung na­he­zu haus­halt­neu­tral aus. Der Haus­ei­gen­tü­mer­ver­band lehnt den Vor­schlag ab und hält an sei­ner Initia­ti­ve fest.

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