Re­agie­ren auf Ge­gen­be­we­gun­gen

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Wäh­rend der ver­gan­ge­nen fünf Wo­chen sind die ABB-Ak­ti­en bis zu 14% ge­stie­gen. Wäh­rend die­ses An­stiegs hat sich ein flag­ge­n­ähn­li­cher Trend­ka­nal (2) aus­ge­bil­det, des­sen Struk­tur zwei Schub­pha­sen zeigt. Haupt­trends sind nicht so klar ge­glie­dert und bil­den auch nie Flag­gen­struk­tu­ren aus. Für ABB hat al­so kein Bull Mar­ket be­gon­nen. Die Ak­ti­en be­fin­den sich viel­mehr in ei­nem Ge­gen­trend.

Ti­ming-ab­hän­gig

In der Ana­ly­se vom 22. Mai war die Kon­klu­si­on zu ABB: Die Ti­tel stün­den vor ei­ner Er­ho­lung. Kurz­fris­tig kön­ne der Kurs noch bis 17.50 Fr. fal­len, wer­de dann aber wäh­rend ei­ni­ger Wo­chen min­des­tens bis 19.50 Fr. (11%) stei­gen.

Der Markt än­der­te im Fal­le von ABB die Ein­schät­zung von ei­nem Tag auf den an­de­ren. Es ist das Los kurz­fris­ti­ger Markt­be­trach­tun­gen, dass sie ad­jus­tiert wer­den müs­sen: ABB wa­ren da­mals be­reits am Kur­stief­punkt und nicht erst un- mit­tel­bar da­vor. Wie sich jetzt zeigt, hat­te der Kurs­ver­lauf ei­ne Fal­ling Wedge (1) aus­ge­bil­det. Dies Struk­tur schliesst Trends ab und lei­tet oft ei­nen ab­rup­ten Rich­tungs­wech­sel ein. Das Er­ken­nen der Wedge hät­te ein of­fen­si­ve­res Agie­ren mit ei­nem Preis­ziel von 21 Fr. er­ge­ben.

Der Er­folg von Re­ak­tio­nen auf Ge­gen­be­we­gun­gen ist ti­ming-ab­hän­gig. In­ner­halb von vier Han­dels­ta­gen nach dem Hoch hat­ten ABB wie­der 6,5% ver­lo­ren. Wich­tig sind des­halb nicht nur Preis­zie­le, son­dern auch der Kon­text ei­ner Markt­be­we­gung. Güns­tig für den In­ves­tor ist, wenn Haupt-und Ne­ben­trend in die­sel­be Rich­tung zei­gen. Das könn­te schon bald wie­der der Fall sein. Nach der Flag­gen­struk­tur dürf­ten ABB den am 21. April bei 24 Fr. ge­star­te­ten Haupt­trend wie­der auf­neh­men. Dies könn­te die Kur­se in die Ge­gend von 17/17.50 Fr. drü­cken. Wer ABB En­de Mai nicht ge­kauft hat, kann sich das Nach­kau­fen auch jetzt er­spa­ren. Der de­struk­ti­ve Ver­lauf der re­la­ti­ven Per­for­mance zeigt, dass – ab­ge­se­hen vom Tra­ding – ein Port­fo­lio oh­ne die Ti­tel aus­kommt.

Wäh­rungs­ba­sis

Weil Tran­so­ce­an erst seit zwei Mo­na­ten an der SIX ko­tiert sind, ba­siert der Chart auf den län­ge­ren his­to­ri­schen Da­ten der Nyse. Was in Dol­lar oder Eu­ro ein Kauf sein kann, muss dies al­ler­dings nicht in der Schweiz und da­mit in Fran­ken sein. Das zeigt ei­ne grös­se­re Pro­ble­ma­tik auf: Da der Wert des Dol­lars sich mit­un­ter er­heb­lich än­dert, fehlt ei­ne neu­tra­le Mess­lat­te. Was Tran­so­ce­an an­geht, ver­ein­facht sich die Dis­kus­si­on, weil die Ak­ti­en in kei­ner der er­wähn­ten Wäh­run­gen ei­ne Kauf­kon­stel­la­ti­on auf­wei­sen.

Vor zwei­ein­halb Wo­chen sind die Ti­tel auf das Kurs­ni­veau von De­zem­ber 2008 (41.95 $) zu­rück­ge­fal­len. Es ent­spricht ei­nem 42-Mo­na­te-Tief und bil­det heu­te ei­ne ein­fa­che Un­ter­stüt­zungs­li­nie. Von Un­ter­stüt­zungs­li­ni­en aus star­ten in Be­ar Mar­kets oft Er­ho­lun­gen. Trend­wen­den set­zen dort sel­ten an. Wir kön­nen uns heu­te vor­stel­len, dass Tran­so­ce­an in zwei bis drei Mo­na­ten un­ter­halb der ge­nann­ten Un­ter­stüt­zungs­li­nie zum Kaufthe­ma wer­den, und blei­ben dran. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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