Es muss nicht im­mer Ba­sel sein

Korn­feld-Auk­tio­nen in Bern – Wer­ke für 49 Mio. Fr. ver­stei­gert – Güns­ti­ge Kauf­ge­le­gen­hei­ten und teu­re Über­ra­schun­gen

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT -

Schwei­zer Brü­cke­ma­ler an hoch­ex­pres­sio­nis­ti­scher Ma­le­rei hin­ter­las­sen hat.

Da­ne­ben gab es un­ver­hofft preis­güns­ti­ge Kauf­ge­le­gen­hei­ten, die wie meis­tens von pro­fes­sio­nel­len Händ­lern er­stei­gert wur­den und nach ei­ner gründ­li­chen Auf­fri­schung bald auf der ei­nen oder an­dern Mes­se zu se­hen sein dürf­ten. So gin­gen ei­ne klas­si­sche Ne­bel­land­schaft von Clau­de Mo­net so­wie zwei Gar­ten­bil­der von Ca­mil­le Pis­s­ar­ro zu er­staun­lich mass­vol­len Prei­sen zwi­schen 1,2 und 1,5 Mio. Fr. per Te­le­fon an den Lon­do­ner Han­del.

Kunst hält jung

Die­se Spit­zen­prei­se soll­ten in­des nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass auch zahl­rei­che erst­klas­si­ge Wer­ke zu be­schei­de­ne­ren Prei­sen zu ha­ben wa­ren. Das klei­ne Hin­ter­glas­bild «Glas­bild 3, Bild mit ro­ter Form» des wie­der­ent­deck­ten deut­schen Ar­nold Topp aus dem Jahr 1918 si­cher­te sich ein deut­scher Samm­ler für 51750 Fr. Ein tief­schwar­zer, teil­wei­se noch gra­ti­ger Druck von Al­brecht Dü­rers Kup­fer­stich «Das gros­se Pferd» aus dem Jahr 1505 war als zeit­lo­ses Meis­ter­werk der Welt­kunst für 18975 Fr. zu ha­ben. Die klei­ne ko­lo­rier­te Aqua­tin­ta­ra­die­rung «Kn­a­be mit weis­ser Müt­ze und weis­sem Ka­nin­chen» des Schwei­zer Tier­ma­lers Gott­fried Mind aus der Zeit um 1795 wech­sel­te gar schon für 460 Fr. den Be­sit­zer.

Schliess­lich wa­ren die Korn­feld-Auk­tio­nen aber auch dies­mal wie­der über den rei­nen Markt­an­lass hin­aus ein ge­sel­li­ger Bran­chen­treff­punkt, an dem sich ei­ne in­ter­na­tio­na­le, aus Über­see, Asi­en und ganz Eu­ro­pa an­ge­reis­te Händ­ler-und Samm­le­reli­te ver­sam­mel­te. Vie­le hat­ten die Art Ba­sel be­reits be­sucht und ge­nos­sen in Bern nun das Kon­tras­t­an­ge­bot an gu­ter Kunst zu güns­ti­gen Schätz­prei­sen, die im Lau­fe der Ver­stei­ge­rung dann al­ler­dings nicht im­mer so güns­tig blie­ben.

Fir­men­chef Dr. phil. h. c. Eber­hard W. Korn­feld lie­fer­te mit die­ser sei­nen schon 250. Auk­ti­on ei­nen ein­drucks­vol­len Be­weis für die er­staun­li­che An­ti-Aging-Wir­kung ho­her Do­sen gu­ter Kunst: Mit sei­nen 86 Jah­ren lei­te­te er den ers­ten Teil der Ver­stei­ge­rung am 18. Ju­ni so zü­gig, un­ter­halt­sam und feh­ler­frei wie in den bis­he­ri­gen 59 Jah­ren seit sei­ner Über­nah­me der Fir­ma nach dem Tod von Au­gust Klipstein im Jahr 1951. Mit sei­ner pro­fes­sio­nel­len Wei­ter­füh­rung des zwei­ten Teils die­ser Ver­stei­ge­rung er­wies sich Korn­felds Schwie­ger­sohn und Kom­ple­men­tär Wolf von Wei­ler als sein be­gab­ter Schü­ler. 85,5×71 cm, Schätz­preis: 29 bis 43 Mio. $, Zu­schlags­preis: 33,1 Mio. $ (Sothe­by’s)

Edouard Ma­net, «Ma­net à la Pa­let­te»,

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