Gestopp­te Re­kord­jagd

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT -

Mit 226 Mio. $ für 46 ver­kauf­te Wer­ke er­ziel­te Chris­tie’s am Abend des 23. Ju­ni in London zwar das bis­her höchs­te To­tal ei­ner Kun­st­auk­ti­on in En­g­land und gut das Vier­fa­che des To­tals der letzt­jäh­ri­gen Ver­gleichs­auk­ti­on. Die Ent­täu­schung über das schwa­che Ab­schnei­den der bei­den re­kord­ver­däch­ti­gen Spit­zen­lo­se die­ses An­ge­bots wird da­durch aber nicht klei­ner.

Pa­blo Pi­cas­so blau­pe­ri­odi­ges Meis­ter­werk «An­gel Fer­nan­dez de So­to» oder «Der Abs­in­tht­rin­ker» (Öl auf Lein­wand, si­gniert, 69,6×55,1 cm) von 1903, das der Kom­po­nist And­rew Lloyd Web­ber 1995 für 29,2 Mio. $ er­stei­gert hat­te, er­reich­te mit 52 Mio. $ nur sei­ne un­te­re Schät­zung, ent­spre­chend ei­nem jähr­li­chen Wert­zu­wachs von 6,7%. Clau­de Mo­nets 1906 ge­mal­tes See­ro­sen­bild «Nym­phéas», das vor zehn Jah­ren noch 21 Mio. $ ge­kos­tet hat­te und nun auf 44 bis 59 Mio. $ ver­an­schlagt war, fiel so­gar ganz un­gla­mou­rös oh­ne ein ein­zi­ges Ge­bot durch.

Den zweit­höchs­ten Preis die­ser Lon­do­ner Im­pres­sio­nis­ten-und Mo­der­ne­auk­tio­nen hat­te am Vor­abend Sothe­by’s mit schät­zungs­ge­mäs­sen 33,1 Mio. $ für Edouard Ma­nets um 1879 ge­mal­tes Selbst­por­trät «Ma­net à la Pa­let­te» er­zielt. Da­mit steu­er­te die­ses ein­zel­ne Bild al­lein ein Fünf­tel an das Auk­ti­ons­to­tal von Sothe­by’s von 165 Mio. $ für 35 ver­kauf­te Wer­ke bei. 1997 war es von Hedge Fund-Kö­nig Ste­ven A. Co­hen für 18,7 Mio. $ er­stei­gert wor­den, wor­aus sich ein jähr­li­cher Wert­zu­wachs von 4,5% er­rech­net. Laut Auk­ti­ons­ka­ta­log soll es auch durch den Be­sitz von Las Ve­gas’ Ca­si­no­kö­nig Ste­phen A. Wynn ge­gan­gen sein.

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