KW Hin­ter­rhein de­bü­tiert

UBS-Kon­su­min­di­ka­tor nur vor­über­ge­hend schwä­cher – Ico zahlt ho­hen Auf­schlag für Kurz­läu­fer

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TOM­MA­SO MANZIN

Das glo­ba­le Rück­stu­fungs­po­ten­zi­al – Schuld­ner, de­ren Ra­ting ei­nen ne­ga­ti­ven Aus­blick hat oder über­prüft wird – ist am Sin­ken. Dies pro­to­kol­liert Stan­dard & Poor’s (S&P). Im Ju­ni be­trug sie 634, vor ei­nem Jahr noch 1028. In die­sem Quar­tal über­tref­fen die Hö­her­stu­fun­gen in den USA zu­dem zum ers­ten Mal seit dem zwei­ten Quar­tal 2007 die Rück­stu­fun­gen. Die Ge­win­ne der Un­ter­neh­men wuch­sen so schnell wie zu­letzt 1984.

Eu­ler Her­mes er­war­tet heu­er welt­weit ei­nen Rück­gang der In­sol­ven­zen von 3% im Ver­gleich zum Vor­jahr, nach­dem es mit 29% ei­nen Re­kord­an­stieg der Plei­ten er­lebt hat­te. Erst 2011 zeich­ne sich in­des ei­ne Trend­um­kehr (–5%) ab, teil­te der Kre­dit­ver­si­che­rer am Mon­tag mit. In der Eu­ro­zo­ne wird für 2010 ei­ne Zu­nah­me der In­sol­ven­zen von 6% ver­an­schlagt.

Erst 2011 we­ni­ger Kon­kur­se

Auch in der ex­port­ori­en­tier­ten Schweiz dürf­ten die Plei­ten im lau­fen­den Jahr um 14% auf rund 5900 zu­neh­men (im ver­gan­ge­nen stie­gen sie 24% auf 5200). Die Si­tua­ti­on dürf­te sich 2011 ver­bes­sern. Die Fran­ken­här­te ver­zö­ge­re den wirt­schaft­li­chen Auf­schwung aber zu­sätz­lich (vgl. letz­te Aus­ga­be, Sei­te 24). Al­ler­dings ge­be es auch flo­rie­ren­de Bran­chen, et­wa Phar­ma, Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie so­wie De­tail­han­del – tra­di­tio­nell we­nig zy­kli­sche Sek­to­ren. Der Kon­sum er­wei­se sich wei­ter­hin als sta­bi­le Stüt­ze.

Der UBS-Kon­su­min­di­ka­tor ist im Mai in­des nur mi­ni­mal ge­stie­gen. Die Ab­fla­chung sei auf ei­nen mar­kan­ten Rück­gang der Um­sät­ze im De­tail­han­del zu­rück­zu­füh­ren. Die­se zeich­ne­ten sich je­doch von Mo­nat zu Mo­nat durch ho­he Schwan­kun­gen aus, teil­te UBS am Di­ens­tag mit. Die Öko­no­men der Gross­bank ver­mu­ten, dass die ak­tu­el­le Ent­wick­lung nur tem­po­rär ist und der In­di­ka­tor in den kom­men­den Mo­na­ten auf das Ni­veau des Kon­sum­wachs­tums stei­gen wird. Ge­mäss jüngs­ten Schät­zun­gen des Staats­se­kre­ta­ri­ats für Wirt­schaft (Se­co) lag der pri­va­te Kon­sum im ers­ten Quar­tal 2,3% über Vor­jahr (vgl. FuW Nr. 42 vom 2. Ju­ni).

Auch Ver­sor­ger gel­ten als we­nig zy­klisch. Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) es­kor­tier­te aus den Tie­fen der Roff­la­schlucht 23⁄ 8% KW Hin­ter­rhein 2010/2022 über 100 Mio. Fr. zur ers­ten öf­fent­li­chen An­lei­he an die Lim­mat, zu 28,7 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap. Zu den Gross­ak­tio­nä­ren des Ver­sor­gers ge­hört auch die Stadt Zü­rich. Man ha­be die Er­fah­rung aus der jüngs­ten Re­power-Trans­ak­ti­on mit­neh­men kön­nen (vgl. FuW Nr. 48 vom 23. Ju­ni), er­klärt ZKB, und zu ei­ner Lauf­zeit von zwölf Jah­ren ge­ra­ten. Da­nach ge­be die Zins­kur­ve der­zeit nur noch we­nig her: von 12 zu 15 Jah­ren 11 Bp Auf­schlag, für wei­te­re fünf Jah­re ge­ra­de mal noch 1,5 Bp! Es hand­le sich um ei­ne eher lan­ge Lauf­zeit für ei­nen Sing­le-A, doch sei der Bond trotz­dem re­ge nach­ge­fragt ge­we­sen. Der Ba­sis­s­wap be­nach­tei­li­ge den hie­si­gen Emis­si­ons­markt im­mer noch.

Trotz­dem ge­lang­ten ei­ni­ge Auf­sto­ckun­gen aus dem quel­len­steu­er­frei­en Seg­ment an den Markt. Deut­sche Bank (DB) und Raiff­ei­sen Schweiz ver­grös­ser­ten am Mon­tag 13⁄ 8% Kom­mu­n­e­kre­dit 2010/2015 um 250 Mio. auf 475 Mio. Fr. Tags dar­auf stock­te Cre­dit Suis­se (CS) den Co­ve­r­ed Bond 15⁄ 8% DNB Nor Bo­lig­kre­ditt 2010/2015 zu 10 Bp Auf­schlag zum Swap um 50 Mio. auf 575 Mio. Fr auf so­wie 23⁄ 8% Ico 2008/2012 um 150 Mio. auf 650 Mio. Fr. Die spa­ni­sche För­der­bank mit Staats­ga­ran­tie be­rapp­te saf­ti­ge 170 Bp über Swap für die­sen Kurz­läu­fer. Moo­dy’s ver­gibt noch ein Aaa, S&P ein AA–, wo­bei nur der Aus­blick von S&P ne­ga­tiv ist.

S&P dreht den Aus­blick von For­tis Bank (A) von po­si­tiv auf sta­bil und stuft ABN Am­ro von A+ auf A zu­rück. ABN Am­ro gab be­kannt, dass die Fu­si­on der hol­län­di­schen Ak­ti­vi­tä­ten mit For­tis wie ge­plant am 1. Ju­li voll­zo­gen wird. Die Agen­tur nennt als Grund die Ri­si­ken des Zu­sam­men­schlus­ses. Der sta­bi­le Aus­blick bei­der Ra­tings re­flek­tie­re die Un­ter­stüt­zung der Nie­der­lan­de, die die Bank wei­ter über die Hol­ding ABN Am­ro Group voll­stän­dig kon­trol­lie­ren. Nach der Fu­si­on wer­de das Ra­ting von For­tis Bank zu­rück­ge­zo­gen.

ABN Am­ro und For­tis be­äugt

Per 25. Mai hat Roy­al Bank of Scot­land (RBS) das Schwei­zer Ge­schäft von For­tis Bank über­nom­men. Die un­be­si­cher­ten Ei­gen­an­lei­hen der be­reits frü­her ein­ver­leib­ten ABN Am­ro wur­den um­ge­tauft, die bei­den Co­ve­r­ed Bonds da­ge­gen nicht, da sie in der neu­en ABN Am­ro Bank ver­blei­ben (vgl. FuW Nr. 11 vom 10. Fe­bru­ar).

Moo­dy’s be­stä­tigt ABN Am­ro auf Aa3 und stuft For­tis Bank (Ne­der­land) von A1 auf Aa3 hö­her. Das Aa3 re­flek­tie­re den Um­stand, dass bei­de Ban­ken nach der Fu­si­on noch an sys­te­mi­scher Be­deu­tung ge­wän­nen so­wie den ho­hen Markt­an­teil in den Nie­der­lan­den.

Die Agen­tur wech­selt zu­dem das Vor­zei­chen des Aaa von SNCF von sta­bil auf ne­ga­tiv. Moo­dy’s geht da­von aus, dass we­gen der Öff­nung des eu­ro­päi­schen Ei­sen­bahn­ver­kehrs der Schutz im hei­mat­li­chen «Bahn­hof» gra­du­ell ab­neh­men soll­te. Frank­reich hät­te im Not­fall mehr Schwie­rig­kei­ten, die aus­ser­or­dent­li­che Un­ter­stüt­zung des Fran­ken­schuld­ners vor den Wett­be­werbs­be­hör­den zu recht­fer­ti­gen.

Nach der Rück­stu­fung von Grie­chen­land von A3 auf Ba1 durch Moo­dy’s (vgl. FuW Nr. 46 vom 16. Ju­ni) er­füllt Hel­las die Kri­te­ri­en für den IBo­xx nicht mehr und fällt aus dem In­dex. Es wird ab En­de Ju­ni in ei­nem spe­zi­el­len Mar­kit-Bench­mark ge­führt (vgl. Sei­te 6). Die Ta­bel­le «Kon­di­tio­nen von Schwei­zer Ban­ken für erst­ran­gi­ge Hy­po­the­ken auf Wohn­bau­ten» be­fin­det sich aus­nahms­wei­se auf Sei­te 6.

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