Fran­ken zum Eu­ro auf All­zeit­hoch

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN/DEVISEN - JR

Die Span­nung am eu­ro­päi­schen Geld­markt – we­gen des am Don­ners­tag fäl­li­gen Ein­jah­res-Ten­der der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (vgl. Text links) – hat den Eu­ro wei­ter ge­schwächt. Das meist­ge­han­del­te Wäh­rungs­paar no­tier­te am Di­ens­tag 1.22 $/€, rund 2 Cent un­ter dem Stand vom Frei­tag. Zum Fran­ken mar­kier­te die Ein­heits­wäh­rung am Di­ens­tag auf 1,3172 Fr./€ ei­nen Re­kord. Ein Dol­lar war für 1.08 Fr. zu kau­fen.

Es spricht noch ei­ni­ges mehr ge­gen die Ge­mein­schafts­wäh­rung. Die G-20 ha­ben ei­nen Schul­den­ab­bau be­schlos­sen, in der Fol­ge ka­men be­son­ders die ita­lie­ni­schen und die spa­ni­schen Staats­an­lei­hen un­ter Druck. Zu­dem stieg das Vo­lu­men der Net­to-Short-Po­si­tio­nen – al­so der Sal­do der An­le­ger, die auf ei­ne Ab­wer­tung resp. ei­ne Auf­wer­tung der eu­ro­päi­schen Ge­mein­schafts­wäh­rung set­zen. Der Wert­ver­lust fin­det an al­len Fron­ten statt – ganz im Ge­gen­satz zur Fran­ken­auf­wer­tung. Das zeigt der Wech­sel­kurs seit Jah­res­be­ginn: Dem­nach hat sich der Fran­ken zum Eu­ro, zur nor­we­gi­schen und zur schwe­di­schen Kro­ne so­wie zum Pfund auf­ge­wer­tet. An Wert ver­lo­ren hin­ge­gen hat die Va­lu­ta u. a. zum Dol­lar und zum Yen (vgl. Gra­fik un­ten). Die Beur­tei­lung nach Kauf­kraft­pa­ri­tät durch Bar­clays Ca­pi­tal zeigt, dass der Fran­ken ge­gen­über den eu­ro­päi­schen Wäh­run­gen heu­te deut­lich über­be­wer­tet ist (vgl. Gra­fik un­ten).

Die De­vi­sen­ex­per­ten er­klä­ren die zwei­ge­teil­te Ent­wick­lung mit ei­ner spe­zi­el­len Ri­si­ko­prä­mie, die auf dem Fran­ken las­tet. Sie be­grün­den den Auf­schlag mit den po­ten­zi­el­len Aus­wir­kun­gen ei­ner Eu­ro­kri­se auf die Schwei­zer Wirt­schaft. Die Prä­mie drü­cke auf das Aus­tausch­ver­hält­nis ge­gen­über nicht­eu­ro­päi­schen Wäh­run­gen. Zu eu­ro­päi­schen De­vi­sen hin­ge­gen neh­me der Fran­ken tra­di­tio­nell die Funk­ti­on ei­nes si­che­ren Ha­fens ein, was zu ei­ner Über­be­wer­tung füh­re. Ei­ne we­sent­li­che Rol­le spie­le auch die Geld­po­li­tik der Na­tio­nal­bank, die der­zeit nicht mehr am De­vi­sen­markt in­ter­ve­nie­re. Soll­ten die Kon­junk­tur­aus­sich­ten wie­der vor­teil­haf­ter wer­den, dürf­te sich der Druck re­du­zie­ren. Dem­ent­spre­chend wür­de die Eu­roab­wer­tung bzw. Fran­ken­auf­wer­tung ge­stoppt, pro­gnos­ti­ziert Bar­clays Ca­pi­tal.

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