Strom­ti­tel im Ram­pen­licht

MA­DRID

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - AE

Neue Zwei­fel an Grie­chen­lands Fä­hig­keit zur Kri­sen­be­wäl­ti­gung und Un­si­cher­hei­ten in der spa­ni­schen Strom­bran­che ha­ben den Ak­ti­en­markt in den zu­rück­lie­gen­den zwei Wo­chen stark be­las­tet. Das Gip­fel­tref­fen der G-20-Staa­ten vom Wo­che­n­en­de brach­te zwar Ver­trau­en in die Fi­nanz­bran­che zu­rück, doch am Di­ens­tag gab der Markt er­neut auf brei­ter Front nach. Der Ibex35 ver­lor im Be­richts­zeit­raum 6% auf 9160,4 Punk­te.

Der Ma­dri­der Ak­ti­en­markt bleibt nach Da­ten von Bloom­berg der­je­ni­ge mit der höchs­ten Di­vi­den­den­ren­di­te in Eu­ro­pa. Sie er­reich­te mit Han­dels­schluss am Mon­tag 5,92%. «Al­ler­dings ge­hen die ho­hen Di­vi­den­den­ren­di­ten in vie­len Fäl­len Hand in Hand mit ge­fal­le­nen Kur­sen», gibt ein Ana­lyst von In­ver­se­gu­ros zu be­den­ken.

Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ele­na Sal­ga­do for­dert die um­ge­hen­de Ver­öf­fent­li­chung der Stress­tests in der Eu­ro­päi­schen Uni­on, um dem Miss­trau­en ge­gen­über den spa­ni­schen Ban­ken ein En­de zu set­zen. Gleich­zei­tig will sich Spa­ni­en of­fen­bar da­für ein­set­zen, dass die EZB über Ju­ni hin­aus Li­qui­di­tät für ei­nen Zins von 1% bie­tet. Ban­co Sa­ba­dell (+1,5% auf 3.66 €) hat die Über­nah­me des bas­ki­schen Ban­co Gui­puz­co­a­no per Ak­ti­en­tausch im Vo­lu­men von 738 Mio. € fest­ge­zurrt. Ex­per­ten er­war­ten in­des kei­ne Fu­si­ons­wel­le un­ter den Ban­ken, eher se­lek­ti­ve Zu­käu­fe von Ak­ti­va der Spar­kas­sen. So bie­ten Ban­co Bil­bao Viz­ca­ya Ar­gen­ta­ria (BBVA; –4,4% auf 8.35 €) und Ban­co Sa­ba­dell mit fünf an­de­ren Spar­kas­sen um den Zu­schlag für die in Schwie­rig­kei­ten ste­cken­de Ca­ja­sur.

Die Strom­bran­che hat mit dem po­li­ti­schen Ent­scheid zu kämp­fen, wo­nach die zum 1. Ju­li vor­ge­se­he­ne Er­hö­hung der Strom­prei­se um 3 bis 5% ge­stri­chen wird (vgl. Sei­te 27). Statt­des­sen wol­len die Re­gie­rung und die Op­po­si­ti­ons­par­tei Par­ti­do Po­pu­lar ge­mein­sam das ge­sam­te Ener­gie­mo­dell we­gen der zu ho­hen Kos­ten über­prü­fen. Die Ti­tel des Netz­be­trei­bers Red Electri­ca (–13,8% auf 29.66 €), des Elek­tri­zi­täts­kon­zerns Iber­dro­la (–11,2% auf 4.66 €) und des Wind­tur­bi­nen­bau­ers Ga­me­sa (–10,8% auf 7.24 €) lit­ten be­son­ders un­ter der neu­en Un­si­cher­heit.

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