Bör­sen er­zie­len kaum Kurs­plus

OST­EU­RO­PA

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA/ÜBERSEE - BERND MAU­RER,

Der Kurs­ver­lauf an den ost­eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­ten prä­sen­tier­te sich in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen oh­ne kla­re Rich­tung. Die durch­schnitt­li­che Per­for­mance ten­dier­te wäh­rend der Be­richts­pha­se um die 0%-Mar­ke. Da­mit un­ter­schied sich die Ent­wick­lung kaum von den üb­ri­gen Ak­ti­en­märk­ten.

Glo­ba­le und west­eu­ro­päi­sche Leit­in­di­zes so­wie die Kurs­ba­ro­me­ter der Emer­ging Mar­kets schaff­ten es in den letz­ten Wo­chen meist nur knapp in po­si­ti­ves Ter­rain. Ost­eu­ro­päi­sche In­di­zes er­reich­ten in der ak­tu­el­len Markt­pha­se ih­ren Tiefst­stand En­de Mai. In den dar­auf­fol­gen­den Wo­chen zeich­ne­te sich ei­ne leich­te Er­ho­lungs­pha­se ab, die jüngst wie­der ei­ner Kurs­kor­rek­tur nach un­ten wich. Ein­zig in Russ­land ver­moch­te die Bör­se in den ver­gan­ge­nen Ta­gen zu­zu­le­gen. Der Haupt­grund hier­für liegt in der sta­bi­len Per­for­mance der stark ge­wich­te­ten Öl-und Gas­va­lo­ren, wel­che sich dank des stei­gen­den Öl­prei­ses ver­teu­er­ten. Auch Ver­sor­ge­rund Mi­nen­ak­ti­en prä­sen­tier­ten sich zu­letzt ro­bus­ter.

Sber­bank (Ak­ti­en +9,4% auf 77.55 Ru­bel) wa­ren ge­sucht: Das gröss­te rus­si­sche Fi­nanz­in­sti­tut hat in den ers­ten fünf Mo­na­ten des Jah­res be­reits mehr als die Hälf­te des an­vi­sier­ten Ge­winns für das Ge­samt­jahr er­zielt.

Ein­zel­han­dels­wer­ten half die Mel­dung, dass der rus­si­sche De­tail­han­del im Mai 5% mehr um­setz­te als im Vor­mo­nat.

Gros­ses IPO in Po­len

In Po­len fei­ert der zweit­gröss­te Ver­sor­ger des Lan­des, Tau­ron, am 30. Ju­ni sein Bör­sen­de­büt. Im Rah­men der Pri­va­ti­sie­rung pla­zier­te der Staat 66% der Ak­ti­en. Der Bör­sen­gang wird der Re­gie­rung wohl nur gut 1 Mrd.€ in die Kas­sen spü­len, dürf­te in die­sem Jahr aber den­noch zu den gröss­ten IPO in Eu­ro­pa zäh­len.

Der deut­sche Ener­gie­ver­sor­ger RWE ist nicht mehr am pol­ni­schen Ri­va­len Enea (–3,1% auf 17.60 Zlo­ty) in­ter­es­siert (vgl. Sei­te 29). Der schwe­di­sche Ener­gie­kon­zern Vat­ten­fall, der be­reits 19% an Enea hält, zeigt hin­ge­gen In­ter­es­se am Mehr­heits­an­teil (51%), den War­schaus Schatz­mi­nis­te­ri­um jetzt ver­kauft.

Als Nächs­tes steht in Po­len der Ver­kauf der bör­sen­no­tier­ten pol­ni­schen Toch­ter­ge­sell­schaft der Al­lied Irish Bank, BZ WBK (–8,3% auf 188 Zlo­ty), auf der Agen­da. Ob­wohl zu Be­ginn des Ver­kaufs­pro­zes­ses das In­ter­es­se an der fünft­gröss­ten Bank des Lan­des sehr hoch war, mel­de­te sich bis jetzt nur die staat­lich kon­trol­lier­te Bank PKO BP als po­ten­zi­el­le Bie­te­rin.

IWF stoppt Ru­mä­ni­en­hil­fe

In Ru­mä­ni­en ist Feu­er im Dach. Nach­dem der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof die ge­plan­te Kür­zung von Pen­si­ons­gel­dern und Ge­hal­ten an Be­am­te um 15% für ver­fas­sungs­wid­rig er­klärt hat­te, stopp­te der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF) die auf Mon­tag da­tier­te Aus­zah­lung ei­ner Tran­che des Not­kre­dits über 20 Mrd.€. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag traf sich des­halb die Re­gie­rung des vom Bank­rott be­droh­ten Lan­des zu ei­ner Kri­sen­sit­zung – und be­schloss ei­ne Er­satz­mass­nah­me: Die Mehr­wert­steu­er wird von 19 auf 24% er­höht. Das soll das Bud­get um 1 Mrd.€ ent­las­ten und die IWF-De­fi­zit­vor­ga­be von 6,8% doch noch er­füll­bar ma­chen.

In der Ukrai­ne sind die Hoff­nun­gen auf ei­nen wei­te­ren IWF-Hilfs­kre­dit zu­letzt wie­der ge­stie­gen. Bin­nen Wo­chen­frist soll ein neu­es, mil­li­ar­den­schwe­res Pro­gramm zu ste­hen kom­men. We­gen Un­stim­mig­kei­ten in Be­zug auf Bud­get­kon­so­li­die­rung und Struk­tur­re­for­men wa­ren die Ver­hand­lun­gen in den letz­ten Mo­na­ten nur schlep­pend vor­an­ge­kom­men.

In Un­garn schnitt der De­tail­han­dels­um­satz im Mai 5% un­ter dem Vor­mo­nats­wert ab. Noch im­mer schwä­chelt die In­land­nach­fra­ge.

Ent­täu­schend, aber im Rah­men der Er­war­tun­gen, fiel im Mai die In­dus­trie­pro­duk­ti­on in Kroa­ti­en aus: ge­gen­über April ging sie über 3% zu­rück.

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