Kei­ne Spur von WM-Wohl­fühl­fak­tor

JO­HAN­NES­BURG Ak­ti­en ver­lie­ren auf brei­ter Front – Bau­un­ter­neh­men feh­len Nach­fol­ge­pro­jek­te

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA/ÜBERSEE - WD

An der Jo­han­nes­bur­ger Bör­se ( JSE) sucht man ver­geb­lich nach dem von der Fussball-WM am Kap aus­ge­lös­ten Wohl­fühl­fak­tor. Seit Wo­chen sta­gniert die JSE um 27 000 und liegt in­zwi­schen wie­der un­ter dem Ni­veau vom Jah­res­be­ginn. In den ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen ver­lor der JSE-Ge­samt­in­dex 3% auf 26 844. Selbst der zwi­schen­zeit­li­che An­stieg des Gold­prei­ses auf das All­zeit­hoch von 1265$ pro Un­ze ver­moch­te dem Ak­ti­en­markt zu­letzt kei­ne Im­pul­se zu ge­ben, zu­mal der Gold­in­dex (+1,1% auf 2559) we­gen der ho­hen För­der­kos­ten in Süd­afri­ka kaum vom ho­hen Preis des gel­ben Me­talls pro­fi­tier­te. Im­mer­hin fiel die In­fla­ti­ons­ra­te am Kap im Mai auf 4,6% und da­mit auf den tiefs­ten Stand in vier Jah­ren. Dies könn­te die Zen­tral­bank da­zu ver­an­las­sen, den zu­letzt im März um fünf­zig Ba­sis­punk­te auf 6,5% ge­senk­ten Re­po­satz in der zwei­ten Jah­res- hälf­te vi­el­leicht noch ein wei­te­res Mal zu re­du­zie­ren.

Sor­gen be­rei­tet vor al­lem die La­ge auf dem Ar­beits­markt. Nach Fer­tig­stel­lung fast al­ler WM-Pro­jek­te ist die An­zahl der Be­schäf­tig­ten zwi­schen April und Mai er­neut ge­sun­ken. Be­son­ders be­trof­fen ist die Bau­in­dus­trie, der Nach­fol­ge­pro­jek­te feh­len, und der Ein­zel­han­del. Der gröss­te süd­afri­ka­ni­sche Bau­kon­zern Mur­ray & Ro­berts (Ak­ti­en –0,7% auf 39.47 Rand) warn­te ver­gan­ge­ne Wo­che, dass er für das En­de Ju­ni aus­lau­fen­de Ge­schäfts­jahr ei­nen Rück­gang des Ge­winns um rund 50% er­war­te. Die end­gül­ti­gen Zah­len wer­den En­de Au­gust prä­sen­tiert.

Der Pe­tro­che­mie­rie­se Sa­sol (–2,8% auf 279.35 Rand) er­war­tet dem­ge­gen­über ein so­li­des Er­geb­nis. Die Ak­ti­en ka­men we­gen der welt­wei­ten Schwä­che von Roh­stoff­ti­teln gleich­wohl un­ter Druck. Sa­sol gab zu­dem be­kannt, dass Kon­zern­chef Pat Da­vies bis zum Jahr 2012 an der Spit­ze des Un­ter­neh­mens ver­blei­ben wird, ob­wohl er im nächs­ten Jahr das of­fi­zi­el­le Pen- si­ons­al­ter von sech­zig Jah­ren er­reicht. Da­vis führt den gröss­ten süd­afri­ka­ni­schen In­dus­trie­kon­zern seit 2005.

Un­ver­än­dert schwie­rig ist das Ge­schäfts­um­feld für die süd­afri­ka­ni­sche Te­le­fon­ge­sell­schaft Tel­kom (+1% auf 37.75 Rand). Die Ein­nah­men aus dem Fest­netz­be­trieb, dem Haupt­ge­schäft, fie­len um fast 10% im Fi­nanz­jahr 2009/10 (per En­de März). Dass den­noch ein Kon­zern­ge­winn von 37,6 Mrd. Rand (5,4 Mrd. Fr.) re­sul­tier­te, lag al­lein an dem Ver­kauf der 50%-Be­tei­li­gung am Mo­bil­funk­an­bie­ter Vo­da­com (–6,7% auf 58.98 Rand).

Ei­ne Markt­er­ho­lung wird vom welt­gröss­ten Dia­man­ten­för­de­rer De Beers er­war­tet. Nach An­ga­ben des Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glieds Jo­na­than Op­pen­hei­mer ist der Um­satz im ers­ten Halb­jahr kräf­tig ge­stie­gen. De Beers, die zu 45% dem Mi­nen­haus Ang­lo Ame­ri­can (–7,9% auf 279.90 Rand) ge­hört, för­dert rund 40% al­ler Dia­man­ten. Be­reits im April hat­te das Un­ter­neh­men ge­mel­det, die För­de­rung um 30% zu er­hö­hen.

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