Ba­chem sind Ren­di­te­per­len

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - FRP

Ba­chem ist Welt­markt­füh­rer in der Her­stel­lung von Pep­tid­wirk­stof­fen im Kun­den­auf­trag. Auf­ge­baut aus Ami­no­säu­ren, re­geln sie als Hor­mo­ne Kör­per­funk­tio­nen wie et­wa den Was­ser­haus­halt. Die Her­stel­lung sol­cher Pro­duk­te ist äus­serst kom­plex: Ein Ki­lo­gramm zu fer­ti­gen, kann mehr als hun­dert Syn­the­se­schrit­te er­for­dern. 2008 wur­den knapp 50 The­ra­peu­ti­ka neu zu­ge­las­sen. Das Un­ter­neh­men hat 120 Pro­jek­te in Ent­wick­lung, ein Drit­tel da­von steckt in­des in der präk­li­ni­schen Pha­se.

Die Spe­zia­li­sie­rung auf das kon­kur­renz­är­me­re Pep­tid­feld er­mög­lich­te Ba­chem über die ver­gan­ge­nen fünf Jah­re ei­ne Ebit-Mar­ge von 32% im Schnitt. Eher un­wahr­schein­lich, dass sich Wer­te von 30% und mehr lang­fris­tig hal­ten las­sen. Die­ses Jahr sol­len Um­satz und Be­triebs­ge­winn stei­gen. Der Ge­winn dürf­te je­doch auf 3.30 Fr. je Ak­tie sta­gnie­ren, da hö­he­re Steu­ern an­fal­len wer­den (nach ei­ner Gut­schrift im Vor­jahr).

Die ho­he Er­trags­kraft und die star­ke Bi­lanz spie­geln sich in der Be­wer­tung: Die Va­lo­ren wer­den mit ei­nem Auf­schlag zu an­de­ren Fein­che­mieti­teln ge­han­delt. Sie ren­tie­ren at­trak­ti­ve 4,6%, die ho­he Aus­schüt­tung ge­hört zur Po­li­tik. Da­ge­gen will die Füh­rung die In­ves­ti­tio­nen auf we­ni­ger als 10% des Um­sat­zes ver­rin­gern (bis 2012).

Un­ter den Bran­chen­wer­ten zäh­len Ba­chem zu den at­trak­tivs­ten. Doch dem Grund­pro­blem der Fein­che­mie kann sich die Ge­sell­schaft nicht ent­zie­hen: Zu­lie­fe­rern kommt ei­ne Puf­fer­funk­ti­on zu. Sie müs­sen den Kun­den Vor­tei­le bie­ten zur Fer­ti­gung mit ei­ge­nen An­la­gen. So schnei­den die Ti­tel mit ei­nem Mi­nus von 5% seit dem Bör­sen­gang im Jahr 1998 denn auch schlech­ter ab als der Schwei­zer Ge­sund­heits­sek­tor.

Die Mehr­heit der Ak­ti­en hal­ten Pe­ter Grogg und sei­ne Fa­mi­lie. Der Un­ter­neh­mens­grün­der wird 2012 als Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent aus­schei­den, sei­ne Toch­ter Nicole Grogg ei­nen Sitz im VR über­neh­men. Ein Nach­fol­ger für das Prä­si­di­um ist iden­ti­fi­ziert, doch sein Na­me wur­de noch nicht be­kannt­ge­ge­ben. Es gibt kei­ne Si­gna­le, dass Grogg an Ba­chems un­ab­hän­gi­gem Fort­be­ste­hen rüt­teln will.

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