GV von Lem wirft Fra­gen auf

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - CG

Der Elek­tro­kom­po­nen­ten­her­stel­ler Lem ist klein, aber fein. Er hat die Kri­se bes­ser als die meis­ten Kon­kur­ren­ten ge­meis­tert und pro­du­ziert schon fast wie­der auf dem Ni­veau der Boom­jah­re. Da­von pro­fi­tie­ren die Ak­tio­nä­re: An der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ha­ben sie am Frei­tag ei­ner Ver­dopp­lung der Di­vi­den­de auf 20 Fr. pro Ak­tie zu­ge­stimmt.

Der Er­folg des Gen­fer Ni­schen­spie­lers weckt je­doch Be­gehr­lich­kei­ten. Ob­schon die Mehr­heit des Ver­wal­tungs­rats da­ge­gen war, wur­de zu­dem ei­ne für Min­der­heits­ak­tio­nä­re un­vor­teil­haf­te Än­de­rung der Sta­tu­ten durch­ge­drückt. Auf An­trag von Gross­ak­tio­när Werner Weber, der letzt­mals 27,4% Be­tei­li­gung ge­mel­det hat, ist ei­ne Op­t­ing-out-Klau­sel ein­ge­führt wor­den. Er ist da­mit von ei­nem öf­fent­li­chen An­ge­bot be­freit, wenn sei­ne Quo­te künf­tig ein Drit­tel über­stei­gen soll­te.

Das gibt zu den­ken, denn war­um soll­ten an­de­re In­ves­to­ren dem zu­stim­men? Noch sind die Re­sul­ta­te nicht öf­fent­lich. Wie je­doch aus der Fonds­sze­ne ver­lau­tet, dürf­ten rund 570 000 von to­tal knapp 809 000 an­we­sen­den Stim­men den An­trag be­für­wor­tet ha­ben. Die­ses Er­geb­nis ent­spricht mit Ab­wei­chung von we­ni­gen Pro­zent­punk­ten den zu­letzt be­kannt ge­mach­ten An­tei­len der Ak­tio­nä­re Werner Weber, Er­win Stu­der, Ver­wal­tungs­rat Ue­li Wampf­ler so­wie der is­rae­li­schen Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft 7-In­dus­tries. Ist es al­so zu ei­ner Ab­spra­che ge­kom­men? Wenn ja, fällt die­se un­ter das Stich­wort Grup­pen­bil­dung?

Das sind Fra­gen für die Über­nah­me­kom­mis­si­on. Die­se woll­te «Fi­nanz und Wirt­schaft» nicht Aus­kunft ge­ben, ob sie schon ein «Dossier Lem» er­öff­net hat oder das noch zu tun ge­denkt. Ei­ne ge­naue Klä­rung ist aus Sicht der Min­der­heits­ak­tio­nä­re auf je­den Fall wün­schens­wert.

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