Me­tall Zug bleibt auf Kurs

Zy­kli­sche Ka­bel­spar­te er­holt sich – Über­nah­me­ob­jek­te auf dem Ra­dar – Ak­ti­en nicht zu teu­er

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - ERICH BÜRGLER

Die Me­tall-Zug-Grup­pe hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr vor al­lem ein Pro­blem: die auf Ka­bel­ver­ar­bei­tungs­ma­schi­nen spe­zia­li­sier­te Toch­ter Schleu­ni­ger. Sie ver­zeich­ne­te Um­satz­ein­bus­sen von ge­gen 30% und wies ei­nen ope­ra­ti­ven Ver­lust von über 13 Mio. Fr. aus. Nun hat sich das Um­feld ver­bes­sert. Ganz so schnell nach oben wie zu­vor nach un­ten wer­den sich die Ein­nah­men aber nicht be­we­gen. «Wir se­hen ein eher mo­de­ra­tes Wachs­tum», sag­te Ste­phan Wintsch, Un­ter­neh­mens­lei­ter von Me­tall Zug, im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Da­mit er­holt sich Schleu­ni­ger we­ni­ger rasch als Kon­kur­rent Ko­max, der für das ge­sam­te Un­ter­neh­men im ers­ten Se­mes­ter rund 50% mehr Um­satz in Aus­sicht stellt. Ko­max ver­zeich­ne­te ver­gan­ge­nes Jahr im Ge­schäft mit An­la­gen zur Ka­bel­ver­ar­bei­tung al­ler­dings auch ei­nen deut­lich stär­ke­ren Rück­gang als Schleu­ni­ger.

Sta­bi­les Kern­ge­schäft

Wintsch ver­weist auf ei­ne klar bes­se­re Auf­trags­la­ge für stan­dar­di­sier­te Ma­schi­nen, wäh­rend es die teu­re­ren kun­den­spe­zi­fi­schen An­la­gen wei­ter­hin schwer ha­ben: «Im Pro­jekt­ge­schäft ist der Of­fer­ten­be­stand auf ei­nem Re­kord­ni­veau, es zö­gern aber im­mer noch vie­le Kun­den, grös­se­re In­ves­ti­tio­nen aus­zu­lö­sen.» Ein Gross­teil der Ab­neh­mer be­lie­fert die Au­to­in­dus­trie. In die­ser Bran­che kom­men vor al­lem aus Asi­en po­si­ti­ve Si­gna­le. Im lau­fen­den Jahr stellt Me­tall Zug trotz mög­li­cher­wei­se nur ein­stel­li­gem Wachs­tum wie­der schwar­ze Zah­len für Schleu­ni­ger in Aus­sicht. Die Struk­tu­ren wur­den im Zug der Re­zes­si­on ver­schlankt.

Mit dem Kern­ge­schäft Haus­hal­tap­pa­ra­te ist das Un­ter­neh­men gut durch die Wirt­schafts­kri­se ge­kom­men. Der Um­satz wur­de 2009 trotz rück­läu­fi­gem Ge­samt­markt so­gar noch ge­stei­gert, al­ler­dings mach­te sich der Preis­druck be­merk­bar: Der Be­triebs­ge­winn sank leicht. Wei­ter­hin spürt Me­tall Zug nichts von ei­ner Ab­schwä­chung im Heim­markt, wo die Ge­sell­schaft 98% ih­rer Ap­pa­ra­te für Kü­che und Wa­sch­raum ver­kauft. «Die Schwei­zer Bau­kon­junk­tur läuft wei­ter­hin sehr gut. Mög­lich, dass es im zwei­ten Halb­jahr ei­ne ge­wis­se Ab­schwä­chung ge­ben wird», kom­men­tiert Wintsch das Um­feld vor­sich­tig.

Nur schlep­pend vor­an kommt die Ge­sell­schaft in der Spar­te mit der Ex­pan­si­on der Mar­ke V-Zug ins Aus­land. Da­von spricht das Un­ter­neh­men schon seit Jah­ren. Nun steht ein vol­les Sor­ti­ment für Kü­che und Wa­sch­raum be­reit, das sich für den Ex­port eig­net. Im Au­ge hat das Un­ter­neh­men Eu­ro­pa, die USA und neu auch Aus­tra­li­en. Gros­se Schrit­te sind aber nicht zu er­war­ten. «Es wird si­cher noch ei­ni­ge Jah­re dau­ern, bis das Aus­land­ge­schäft ei­nen sub­stan­zi­el­len Um­satz­bei­trag leis­tet», sag­te Wintsch.

Zie­le in Reich­wei­te

Die üb­ri­gen Be­rei­che In­fec­tion Con­trol (Ap­pa­ra­te für Spi­tä­ler und Phar­main­dus­trie) so­wie Im­mo­bi­li­en ent­wi­ckeln sich gut. Für die Grup­pe er­war­tet Un­ter­neh­mens­lei­ter Wintsch im Ge­samt­jahr ein leich­tes Um­satz­wachs­tum und ein rund 37% hö­he­res ope­ra­ti­ves Er­geb­nis: «Wir sind auf Kurs, um im lau­fen­den Jahr mehr als 800 Mio. Fr. Um­satz und rund 85 Mio. Fr. Be­triebs­ge­winn zu er­zie­len.»

Der Ge­winn von Me­tall Zug hängt we­gen des ho­hen Wert­schrif­ten­be­stands der Ge­sell­schaft stark vom Ge­sche­hen an den Ak­ti­en­märk­ten ab. Das Port­fo­lio, des­sen Wert sich En­de 2009 auf 235 Mio. Fr. be­lief, soll für Über­nah­men ver­wen­det wer­den. Ei­nen Zeit­rah­men für die Um­set­zung die­ser Plä­ne will die Grup­pe aber nicht nen­nen. «Im Mo­ment ist nichts spruch­reif, aber ei­ni­ges auf dem Ra­dar», sag­te Wintsch mit Be­zug auf mög­li­che Über­nah­men.

Die eher we­nig ge­han­del­ten Ak­ti­en Me­tall Zug sind als Er­gän­zungs­wer­te at­trak­tiv. Die Im­mo­bi­li­en und das so­li­de Kern­ge­schäft ste­hen für Kon­ti­nui­tät. Im zy­kli­schen Ge­schäft mit An­la­gen zur Ka­bel­ver­ar­bei­tung kann 2010 mit ei­ner deut­li­chen Er­ho­lung ge­rech­net wer­den. An­ge­sichts des um­fang­rei­chen Im­mo­bi­li­en­port­fo­li­os und der ho­hen li­qui­den Mit­tel sind die Ti­tel nicht zu hoch be­wer­tet.

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