Al­le Fi­nanz­in­stru­men­te der Welt

Cfi­nan­ci­als lan­ciert neu­es In­ter­net-Por­tal – Welt­wei­te Trans­pa­renz für An­le­ger – Fast al­les kos­ten­los

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - ELI­SA­BETH TES­TER

Möch­ten Sie sich über sämt­li­che Fi­nanz­pro­duk­te der Welt auf ei­ner ein­zi­gen Platt­form in­for­mie­ren? Al­le nur denk­ba­ren In­stru­men­te ein­fach und schnell su­chen, ver­glei­chen und ana­ly­sie­ren? Und erst noch auf re­le­van­te Wirt­schafts-und Un­ter­neh­mens­neu­ig­kei­ten so­wie das gan­ze Fi­nanz­re­porting Zu­griff ha­ben? Das scheint eher Wunsch, als Wirk­lich­keit zu sein – aber nicht mehr lan­ge.

Die in Lu­try am Gen­fer­see do­mi­zi­lier­te Cfi­nan­ci­als hat vor Mo­nats­f­rist ihr neu­es Fi­nanz­por­tal vor­ge­stellt: Bis En­de Jahr sol­len 9,5 Mil­lio­nen Pro­duk­te ab­ruf­bar sein, das ent­spricht 99% al­ler welt­weit ko­tier­ten oder aus­ser­börs­lich ge­han­del­ten Re­tail­pro­duk­te. Sämt­li­che ver­füg­ba­ren In­stru­men­te von Fi­nanz­in­sti­tu­ten in­klu­si­ve Pri­vat­pla­zie­run­gen, sei­en es Ak­ti­en, Ob­li­ga­tio­nen, Fonds oder struk­tu­rier­te Pro­duk­te, sind in der Da­ten­bank er­fasst. Er­mög­licht wird das durch die Part­ner­schaft von Cfi­nan­ci­als mit Six Te­le­kurs, Thom­son Reuters, Dow Jo­nes und In­ter­ac­tive Da­ta.

In­for­ma­ti­on to­tal

Die ver­schie­de­nen Pro­dukt­klas­sen wer­den nun ei­ne nach der an­de­ren auf­ge­schal­tet, und 98% der In­for­ma­tio­nen sind on­line für je­der­mann kos­ten­los ab­ruf­bar. Michael Hei­j­mei­jer, Grün­der und CEO, be­tont im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft»: «Cfi­nan­ci­als war mei­ne Idee, aber un­se­re Kun­den ent­wi­ckeln die Platt­form kon­ti­nu­ier­lich wei­ter und ver­schie­ben die Gren­zen des Mög­li­chen.»

Hei­j­mei­jers Ziel­grup­pe sind in­ter­es­sier­te An­le­ger, Fi­nanz­be­ra­ter, Ver­mö­gens­ver­wal­ter und Un­ter­neh­men so­wie In­sti- tu­tio­nel­le wie Ban­ken, Re­gie­run­gen, Stif­tun­gen, Uni­ver­si­tä­ten und an­de­re.

Auf den ers­ten Blick scheint die Idee ei­nes wei­te­ren Fi­nanz­por­tals nicht bahn­bre­chend zu sein, gibt es doch schon un­zäh­li­ge Da­ten­an­bie­ter und -auf­be­rei­ter, vie­le An­ge­bo­te sind kos­ten­los. Spe­zi­ell und wohl ein­zig­ar­tig ist je­doch die Un­ab­hän­gig­keit, der Um­fang der Da­ten und das Ana­ly­se­pro­gramm, das al­le nur denk­ba­ren Ver­glei­che in Be­zug auf Per­for­mance, Re­fe­ren­zin­di­zes und al­ter­na­ti­ve Pro­duk­te er­laubt. Die Be­nut­zer­ober­flä­che ist ein­fach und in­tui­tiv lo­gisch, die Ab­fra­gen sind ex­trem schnell.

Cfi­nan­ci­als setzt den Schwerpunkt auf Pro­dukt­in­for­ma­ti­on, Per­for­mance, Ver­glei­che und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Die Da­ten wer­den täg­lich ak­tua­li­siert (Schluss­kurs vom Vor­tag), ge­spie­sen wird die Da­ten­bank von den Part­nern so­wie vie­len wei­te­ren Lie­fe­ran­ten und Kun­den.

Hei­j­mei­jer: «Die Öf­fent­lich­keit hat ein Recht, über sämt­li­che Pro­duk­te al­ler An­bie­ter in­for­miert zu sein. In­ter­net-Tra­der fin­den auf Cfi­nan­ci­als zu­sätz­li­che Ent­schei­dungs­grund­la­gen. Pri­va­te kön­nen ein vom Kun­den­be­ra­ter emp­foh­le­nes In­stru­ment schnell und ein­fach über­prü­fen, da die Da­ten der Peers für je­des Pro­dukt an­ge­zeigt wer­den.» An­wen­der sind auch Ban­ken, die das Por­tal ih­ren Kun­den­be­ra­tern und Kun­den un­ter ei­ge­nem Na­men ( Whi­te La­bel) an­bie­ten möch­ten.

Fürs In­vest­ment Ban­king er­schlies­sen sich neue Mög­lich­kei­ten der Eva­lua­ti­on für neue Pro­duk­te: Cfi­nan­ci­als dient auch als Markt­ba­ro­me­ter, da über die Ab­fra­gen der Markt­teil­neh­mer die Stim­mung des Fi­nanz­pu­bli­kums er­mit­telt wer­den kann. Die­se Sta­tis­ti­ken sind kos­ten­pflich­tig. Wei­te­re Ein­nah­me­quel­len sind Wer­be­ban­ner und spe­zia­li­sier­te Re­ports, so­ge­nann­te Pre­mi­um Ser­vices, so­wie Ran­kings – An­bie­ter kön­nen da­für zah­len, dass ih­re Pro­duk­te zu­oberst auf den Lis­ten auf­tau­chen, sie sind je­doch klar er­sicht­lich als «Wer­bung» ge­kenn­zeich­net.

Ver­gleich ein­fach ge­macht

Auf die Fra­ge, wo­durch sich Cfi­nan­ci­als von ei­ner Da­ten­platt­form wie Bloom­berg un­ter­schei­det, er­klärt Hei­j­mei­jer: «Cfi­nan­ci­als ist pro­duk­t­ori­en­tiert, Bloom­berg ist markt­ori­en­tiert. Bloom­berg kos­tet viel, und um An­ge­bot und Ana­ly­se­mög­lich­kei­ten auch nur zu ei­nem klei­nen Teil zu nut­zen, braucht es viel Er­fah­rung. Für pro­fes­sio­nel­le Händ­ler, die auf Markt­da­ten in Echt­zeit und Han­dels­in­for­ma­tio­nen an­ge­wie­sen sind, ist Cfi­nan­ci­als ei­ne Er­gän­zung, je­doch kein Er­satz.»

Zur lau­fen­den Qua­li­täts­ver­bes­se­rung der In­put­da­ten setzt das Sys­tem An­rei­ze für die Emit­ten­ten, mög­lichst de­tail­lier­te Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen zu lie­fern. Die Da­ten­qua­li­tät ent­spricht der­je­ni­gen des Mark­tes (Bör­se, Reuters etc.). His­to­ri­sche Per­for­man­ce­zah­len stam­men aus drei ver­schie­de­nen Qu­el­len und wer­den ei­nem Plau­si­bi­li­täts­test un­ter­zo­gen.

Auch wenn Cfi­nan­ci­als kei­ne Fi­nan­ci­al Hap­pi­ness ga­ran­tie­ren kann – so das Lo­go des Un­ter­neh­mens –, ei­ne In­for­ma­ti­ons­platt­form ers­ter Gü­te ist es al­le­weil. Das Por­tal hat das Po­ten­zi­al, An­la­ge­ent­schei­de und -pro­zes­se in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung zu ver­än­dern, da In­stru­men­te ver­gleich­bar wer­den, die bis­her vom An­le­ger nicht ge­gen­über­ge­stellt wer­den konn­ten. Vi­el­leicht sind schlecht per­for­men­de haus­ei­ge­ne Fonds in Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­man­da­ten bald Ver­gan­gen­heit.

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