Wei­ter Rich­tung «Swiss Fi­nish»

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND -

Die Ban­ken sol­len mehr und qua­li­ta­tiv bes­se­res Ei­gen­ka­pi­tal auf­wei­sen, for­der­te die G-20 nach ih­rem Tref­fen in To­ron­to. Kern der Re­form des Fi­nanz­sek­tors sei­en aus­ser­dem die Ver­bes­se- rung der Li­qui­di­tät und das Ver­hin­dern von über­mäs­si­ger Ver­schul­dung (Le­ver­a­ge). Die G-20 stell­te sich hin­ter die Ar­bei­ten des Bas­ler Aus­schus­ses, in des­sen Rah­men die Re­gu­la­to­ren (auch die schwei­ze­ri­schen) in­ter­na­tio­nal am Werk sind.

Da gleich­zei­tig die Idee ei­ner glo­ba­len Ban­ken­steu­er ver­wor­fen wur­de, scheint es, dass die schwei­ze­ri­schen Re­gu­lie­rungs­schrit­te und -pla­nun­gen ge­nau auf der in­ter­na­tio­na­len Li­nie lie­gen. Punk­to Ka­pi­ta­li­sie­rung, Le­ver­a­ge und Li­qui­di­tät hat die Fin­ma in den letz­ten zwei Jah­ren für die Gross­ban­ken Re­geln er­las­sen bzw. ver­schärft, und sie plant wei­te­re Mass­nah­men.

Wäh­rend die G-20 die wich­ti­gen Grund­sät­ze un­ter­strich, hat sie gleich­zei­tig die Plä­ne zur Ver­bes­se­rung der Ei­gen­mit­tel- si­tua­ti­on re­la­ti­viert, in­dem sie den Ein­füh­rungs­zeit­punkt für neue Re­geln auf En­de 2012 ver­schob und erst noch von «Über­gangs­fris­ten» sprach, die die «un­ter­schied­li­chen na­tio­na­len Aus­gangs­la­gen und Um­stän­de be­rück­sich­ti­gen». Die Aus­sa­gen zur Ein­füh­rung ei­ner Le­ver­a­ge Ra­tio, die es in Eu­ro­pa aus­schliess­lich in der Schweiz gibt, sind noch schwam­mi­ger.

Al­les in al­lem er­hält man den Ein­druck, in den G-20 sei der Schwung ver­lo­ren, und statt Ko­or­di­na­ti­on gel­te ein in­di­vi­dua­li­sier­ter Me­nu­an­satz. Aus die­sem Hin­ter­grund be­ton­te ein Fin­ma-Spre­cher die­se Wo­che, die Schweiz dür­fe nicht im­mer auf die an­de­ren Na­tio­nen war­ten, sie müs­se re­gu­lie­ren, was sie für an­ge­mes­sen hal­te.

Wahr­schein­lich wird der «Swiss Fi­nish» in der Re­gu­lie­rung zu gros­sen Un­ter­schie­den zum Aus­land füh­ren. Die schär­fe­ren Ka­pi­tal­vor­schrif­ten für die Schwei­zer wer­den die Ren­di­te­chan­cen der Gross­ban­ken ten­den­zi­ell min­dern. In un­si­che­ren Zei­ten kann ei­ne ho­he Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te aber auch ein Vor­teil sein, weil sie die Re­fi­nan­zie­rungs­kos­ten senkt und – z. B. in der in­ter­na­tio­na­len Ver­mö­gens­ver­wal­tung – ei­nen Mar­ke­ting­vor­teil dar­stel­len kann.

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