Schie­fer­gas

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - BEG

Neue Bohr­tech­no­lo­gie macht’s mög­lich: In Nord­ame­ri­ka las­sen sich Erd­gas­vor­kom­men in Schie­fer, ge­press­tem Sand und Koh­le­for­ma­tio­nen ab­bau­en. Ih­re Exis­tenz ist Geo­lo­gen schon lan­ge be­kannt. Seit 2006 hat die ge­för­der­te Men­ge von so­ge­nann­tem un­kon­ven­tio­nel­lem Gas mar­kant zu­ge­nom­men. Das hat den Im­port­be­darf der USA re­du­ziert und das welt­wei­te Über­an­ge­bot ver­grös­sert (vgl. Haupt­text). USEx­per­ten träu­men be­reits von Selbst­ver­sor­gung, und das po­li­ti­sche Ge­wicht der Ex­port­län­der von Roh­öl und kon­ven­tio­nel­lem Erd­gas könn­te künf­tig ab­neh­men.

Vor­kom­men gibt es auch an­ders­wo. In Eu­ro­pa wer­de die Ge­win­nung vor 2020 in­des kei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len, er­klärt die In­ter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur IEA.

Nimmt das An­ge­bot an Erd­gas län­ger­fris­tig zu, dürf­te die Nach­fra­ge re­agie­ren. Kraft­wer­ke kön­nen Strom ver­mehrt mit Gas statt Koh­le ge­ne­rie­ren – Erd­gas ver­ur­sacht für die glei­che Men­ge Ener­gie nur halb so viel des Treib­haus­ga­ses Koh­len­di­oxid (CO2) wie Koh­le. Ob­wohl CO2 in den meis­ten Län­dern nach wie vor kos­ten­los aus­ge­stos­sen wer­den darf, be­steht doch ei­ne ge­wis­se Un­si­cher­heit, ob Po­li­ti­ker künf­tig nicht Re­strik­tio­nen ein­füh­ren. Das macht den Bau neu­er Koh­le­kraft­wer­ke we­ni­ger at­trak­tiv. Lei­den könn­te die Um­welt da­ge­gen un­ter dem Ab­bau von un­kon­ven­tio­nel­lem Erd­gas, denn das Gestein muss mit phy­si­ka­li­schen oder che­mi­schen Mit­teln durch­läs­si­ger ge­macht wer­den. Das ge­fähr­det na­tür­li­che Was­ser­re­ser­voi­re.

Be­ein­träch­ti­gen dürf­te das vie­le und des­halb vor­aus­sicht­lich güns­ti­ge Gas auch die Aus­sich­ten für Son­nen-und Wind­ener­gie im frei­en Markt. Es könn­te aber auch ei­ne Sym­bio­se ent­ste­hen. Wol­ken und Flau­ten re­du­zie­ren die Pro­duk­ti­on er­neu­er­ba­rer Ener­gie vor­über­ge­hend. Sol­che Fluk­tua­tio­nen las­sen sich dort, wo kei­ne Stau­se­en vor­han­den sind, durch Gas­kraft­wer­ke aus­glei­chen. Hub-Kon­trakts. Die bei­den Fu­tures ver­lau­fen un­ter­schied­li­cher als die Kon­trak­te auf die Öl­sor­ten WTI und Brent. Zu­dem sind Fu­tures mit Fäl­lig­keit im Win­ter we­gen hö­he­rer Nach­fra­ge stets teu­rer als Kon­trak­te mit Lie­fer­ter­min im Som­mer.

An der De­ri­vat­bör­se Scoach in Zü­rich sind Zer­ti­fi­ka­te auf die bei­den Fu­tures ko­tiert. An­le­ger soll­ten den Preis­auf­schlag für län­ger­lau­fen­de Kon­trak­te (Con­tan­go) und da­mit den Roll­ver­lust für län­ger­fris­ti­ge En­ga­ge­ments be­ach­ten, er ist für Erd­gas zeit­wei­se be­son­ders hoch.

Bis das Über­an­ge­bot in den USA und in Eu­ro­pa ab­ge­baut ist, dürf­te es län­ge­re Zeit dau­ern, auch wenn Tief­see­boh­run­gen we­gen der Um­welt­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko ein­ge­schränkt wer­den. In­ves­to­ren soll­ten war­ten, bis die Nach­fra­ge nicht nur in Chi­na, son­dern auch in den In­dus­trie­län­dern deut­lich zu­nimmt.

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