«Set­zen po­si­ti­ven Weg fort»

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - MAR­CO SYFRIG IN­TER­VIEW: PE­TER MORF

Herr Syfrig, in wel­chem Zu­stand be­fin­det sich die Bau­kon­junk­tur zum Jah­res­wech­sel, und was ist 2011 zu er­war­ten? Der Schwei­zer Bau­kon­junk­tur geht es gut. Sie hat sich 2010 sehr po­si­tiv ent­wi­ckelt. Die­ser Trend wird sich 2011 fort­set­zen, die Ent­wick­lung wird we­gen der er­war­te­ten Kon­junk­tur­ab­schwä­chung je­doch we­ni­ger stark aus­fal­len. Auf­grund un­se­res Ge­schäfts­mo­dells schaue ich ei­ner mög­li­cher­wei­se schwä­che­ren Kon­junk­tur aber sehr zu­ver­sicht­lich ent­ge­gen.

Ist der Preis­druck auf dem Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­markt ent­spre­chend klei­ner ge­wor­den? Nein, der Preis­druck ist ab­so­lut nicht klei­ner ge­wor­den. Es gibt nach wie vor Markt­teil­neh­mer, die ih­re Di­enst­leis­tun­gen oh­ne er­sicht­li­chen Grund zu Tief­prei­sen an­bie­ten. Un­ser Risk Ma­nage­ment schiebt hier ei­nen Rie­gel vor. Die Auf­trags­ak­qui­se ist se­lek­tiv, das heisst, wir kon­zen­trie­ren uns auf qua­li­ta­tiv gu­ten Um­satz.

Konn­te Burk­hal­ter auf­grund der gu­ten Kon­junk­tur den er­freu­li­chen Trend aus dem ers­ten Se­mes­ter im zwei­ten Halb­jahr 2010 fort­set­zen? Ja. Es gibt kei­nen Grund, den po­si­ti­ven Aus­blick, mit dem wir in das zwei­te Halb­jahr ge­star­tet sind, in Fra­ge zu stel­len.

Wie weit ist die Kon­so­li­die­rung im Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­markt fort­ge­schrit­ten? Der Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­markt ist im­mer noch ein stark frag­men­tier­ter Markt und die Kon­so­li­die­rung ein lau­fen­der Pro­zess. Hier gibt es noch sehr viel zu tun.

Strebt Burk­hal­ter wei­ter Wachs­tum vor al­lem über Ak­qui­si­tio­nen an, und ste­hen auch grös­se­re Trans­ak­tio­nen zur De­bat­te? Ja, aber auch hier ge­hen wir se­lek­tiv vor. Wir in­ter­es­sie­ren uns vor al­lem für Un­ter­neh­men in Re­gio­nen, in de­nen wir noch nicht oder nur we­nig prä­sent sind. Na­tür­lich über­le­gen wir uns auch grös­se­re Trans­ak­tio­nen, un­se­re her­vor­ra­gen­de fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on bie­tet uns die Mög­lich­keit da­zu. Ak­tu­ell steht ein sol­ches Ge­schäft je­doch nicht zur De­bat­te.

Was er­war­tet Burk­hal­ter 2011? Ich ge­he da­von aus, dass wir den po­si­ti­ven Weg im lau­fen­den Jahr wei­ter fort­set­zen kön­nen.

Kann der Ak­tio­när wei­ter­hin mit ei­ner ho­hen Di­vi­den­den­ren­di­te rech­nen? Aus heu­ti­ger Sicht gibt es kei­nen Grund, un­se­re ak­tio­närs­freund­li­che Di­vi­den­den­po­li­tik zu än­dern.

Nach dem Bör­sen­gang 2008 sank der Kurs von Burk­hal­ter, seit dem Früh­jahr 2009 je­doch steigt er deut­lich. Wie ist die­ser Ver­lauf zu in­ter­pre­tie­ren? Aus Ma­nage­ment­sicht ist es schwie­rig, sich zum Bör­sen­kurs zu äus­sern. Die Er­war­tung ei­ner ho­hen Di­vi­den­de und das sta­bi­le Ge­schäfts­mo­dell ha­ben bei den Ak­tio­nä­ren zu gros­sem Ver­trau­en ge­führt.

Burk­hal­ter sind trotz dem po­si­ti­ven Trend mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2011 von 10 güns­tig zu ha­ben. Ist die­se Be­wer­tung an­ge­mes­sen? Die Fra­ge an sich ist nicht ein­fach zu be­ant­wor­ten. Mit ei­nem KGV von 10 ist das obers­te Li­mit für ein Di­enst­leis­tungs­un­ter­neh­men si­cher nicht er­reicht, be­son­ders des­halb, weil der Ge­winn auf­grund ge­rin­ger In­ves­ti­tio­nen et­wa dem Free Cash­flow ent­spricht.

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