Zwei statt eins

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - MG

Was lan­ge vor­be­rei­tet wur­de, wird end­lich Tat­sa­che: Mo­to­ro­la teilt sich in zwei Un­ter­neh­men auf. Die Ge­sell­schaft be­gann in den Dreis­si­ger­jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts Au­to­ra­di­os zu ver­kau­fen, ex­pan­dier­te dann in den Vier­zi­gern ins Ge­schäft mit Fern­seh­ap­pa­ra­ten und star­te­te in den Acht­zi­gern mit dem Ver­trieb von Han­dys. Mo­to­ro­la ist da­durch sehr di­vers ge­wor­den; mit der Auf­tei­lung sol­len den An­le­gern zwei ein­fa­che Un­ter­neh­men prä­sen­tiert wer­den an­stel­le ei­nes kom­pli­zier­ten.

Mo­to­ro­la trennt jetzt die kon­su­men­ten­ori­en­tier­te Sei­te, die Han­dys und Set­top-Boxen fürs Ka­bel­fern­se­hen her­stellt, vom pro­fes­sio­nel­len Ge­schäft, das Funk­ge­rä­te für die Po­li­zei und Strich­codeS­can­ner für Gross­un­ter­neh­men und Ver­wal­tun­gen pro­du­ziert. Die neu­en Un­ter­neh­men heis­sen Mo­to­ro­la Mo­bi­li­ty und Mo­to­ro­la So­lu­ti­ons.

Mo­to­ro­la-An­teil­ha­ber, die am ver­gan­ge­nen 21. De­zem­ber be­kannt wa­ren, er­hal­ten ei­ne Ak­tie von Mo­to­ro­la Mo­bi­li­ty für acht Ak­ti­en der al­ten Mo­to­ro­la. Al­te Mo­to­ro­la-Pa­pie­re ge­hen dann durch ei­nen 1-zu-7-Re­ver­se-Split und wer­den zu Mo­to­ro­la-So­lu­ti­ons-Ti­teln.

An­le­ger konn­ten Ak­ti­en der neu ge­form­ten Un­ter­neh­men be­reits seit un­ge­fähr ei­nem Mo­nat auf ei­ner «When is­sued»-Ba­sis han­deln. Am Mon­tag no­tier­ten die Mo­bi­li­ty-Ti­tel bei 30.24 $. Seit dem in­of­fi­zi­el­len Han­dels­be­ginn im De­zem­ber ha­ben sie 21% zu­ge­legt. Die So­lu­ti­ons­Va­lo­ren schlos­sen auf 37.31 $. Sie büss­ten im ver­gan­ge­nen Mo­nat 8% ein.

Am Di­ens­tag war dann of­fi­zi­el­ler Han­dels­be­ginn der ge­split­te­ten Ak­ti­en. Die Mo­bi­li­ty-Pa­pie­re la­gen nach ei­ner Han­dels­stun­de auf 32.59 $, was ei­nen Bör­sen­wert von 9,6 Mrd. $ er­gab. Die So­lu­ti­ons­Ti­tel no­tier­ten bei 37.34 $, wor­aus sich ei­ne Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von 12,5 Mrd. $ er­rech­nen lässt.

Mo­to­ro­las pro­fes­sio­nel­les Ge­schäft ist zum Kron­ju­wel des Un­ter­neh­mens ge­wor­den, wäh­rend die Han­dy­ab­tei­lung ge­ra­de aus ei­nem lan­gen Tief auf­taucht. Die Di­vi­si­on, die zu Mo­to­ro­la So­lu­ti­ons wird, er­wirt­schaf­te­te im letz­ten Quar­tal ei­nen Um­satz von 2,9 Mrd. $, wäh­rend das Mo­to­ro­la-Mo­bi­li­ty-Seg­ment ei­nen Er­trag von 1,9 Mrd. $ er­ziel­te. Der Be­triebs­ge­winn von So­lu­ti­ons fiel mit 321 Mio. $ eben­falls deut­lich hö­her aus; Mo­bi­li­ty wies nur ei­nen Über­schuss von 3 Mio. $ aus.

Die Han­dy­ab­tei­lung des Un­ter­neh­mens mach­te dank der im Jahr 2004 lan­cier­ten ul­tra­dün­nen Mo­bil­te­le­fo­ne der Razr-Mo­dell­rei­he einst ho­he Um­sät­ze. 2007 wa­ren Han­dys für zwei Drit­tel des Mo­to­ro­la-Er­trags ver­ant­wort­lich. Doch der Razr-Er­folg konn­te mit neue­ren Mo­del­len nicht wie­der­holt wer­den. 2008 wur­de dann un­ter Druck des In­vestor­ak­ti­vis­ten Carl Icahn die jetzt er­folg­te Auf­tei­lung ein­ge­lei­tet.

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