Freund­li­cher Jah­res­auf­takt

TOKIO Ak­ti­en der Öl­för­de­rer und Han­dels­häu­ser fes­ter – Spe­ku­la­tio­nen um Kre­dit­ver­lei­her Pro­mi­se

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - FRI

Der ja­pa­ni­sche Ak­ti­en­markt hat am Di­ens­tag das neue Jahr mit Kurs­ge­win­nen be­grüsst. We­gen der Neu­jahrs­fei­er­ta­ge wa­ren die Bör­sen am Frei­tag und Mon­tag ge­schlos­sen. Un­ter­stüt­zung kam zu­nächst von der fes­ten Wal­ls­treet und dann von stei­gen­den Kur­sen in Asi­en so­wie ei­ner Ab­schwä­chung des Yens auf über 82 Yen/$. Der Nik­kei 225 stieg 1,7% auf 10 398,1 und mach­te da­mit den Ver­lust von 1,1% am letz­ten Han­dels­tag 2010 mehr als wett. Der To­pix ge­wann 1,5% auf 911,8. Bei­de In­di­zes er­reich­ten den höchs­ten Stand seit Mit­te Mai.

Von den 33 Sek­to­ren des To­pix mel­de­ten nur die «Di­ver­sen», zu de­nen auch Nin­ten­do ge­hört, ei­nen Ver­lust. Der Vi­deo­spie­le­pro­du­zent Nin­ten­do will sei­ne neue 3D-Kon­so­le nicht für Kin­der un­ter sechs Jah­ren frei­ge­ben. Die Ak­ti­en ver­lo­ren 2% auf 23 340 Yen. Die Ge­win­ner­lis­te wur­de von Kon­sum­kre­dit­ge­ber-und Öl­wer­ten so­wie den Ti­teln der Han­dels­häu­ser an­ge­führt. Auf ei­ne fal­len­de Ak­tie ka­men drei­zehn stei­gen­de. 62 Di­vi­den­den­pa­pie­re er­reich­ten den höchs­ten Stand seit An­fang 2010.

Für das neue Jahr er­war­ten 24 von Reuters be­frag­te Ana­lys­ten im Schnitt ei­nen An­stieg des Nik­kei auf 12 000. Sie ver­wei­sen auf die lo­cke­re Geld­po­li­tik der ame­ri­ka­ni­schen No­ten­bank und der Bank von Ja­pan. Den De­zem­ber hat­te der Nik­kei mit ei­nem Ge­winn von 2,9% und der To­pix mit ei­nem Plus von 4,4% ab­ge­schlos­sen. Der Markt setz­te da­mit die An­fang No­vem­ber be­gon­ne­ne Er­ho­lung fort. Doch das reich­te nicht, um im Ge­samt­jahr aus der Ver­lust­zo­ne zu kom­men. Für den Nik­kei ver­blieb ein Mi­nus von 3%, für den To­pix ein Ver­lust von 1%. Haupt­ur­sa­che für das in­ge­samt ent­täu­schen­de Bör­sen­jahr war der fes­te Yen. Die ja­pa­ni­sche Wäh­rung war im Jah­res­mit­tel so teu­er wie noch nie seit der Han­dels­frei­ga­be 1971.

An der Spit­ze der Ge­win­ner­lis­te 2010 im To­pix Co­re 30 fi­gu­rie­ren die Ti­tel von Ja­pans dritt­gröss­ter Tele­com­ge­sell­schaft Soft­bank (+29,5%). Sie pro­fi­tier­ten da­von, dass Soft­bank durch ihr Mo­no­pol für den Ver­trieb der App­le-Pro­duk­te iPho­ne und iPad in Ja­pan der Kon­kur­renz vie­le Kun­den ab­neh­men konn­te. Von den Wer­ten im Nik­kei ste­hen Isu­zu Mo­tors mit ei­nem Kurs­sprung von 113% ganz oben. Der mit Ge­ne­ral Mo­tors ver­bun­de­ne Her­stel­ler von Ge­län­de­wa­gen und Last­wa­gen ge­noss we­gen der Er­ho­lung an den Au­to­mo­bil­märk­ten und der Rück­kehr von GM an die Bör­se die Gunst der An­le­ger. Da­ge­gen wa­ren To­yo­ta mit ei­nem Ver­lust von 17% der schwächs­te Au­to­wert. Der Rück­ruf di­ver­ser Mo­del­le las­te­te auf dem Ver­trau­en.

Gut lie­fen auch Ak­ti­en von Un­ter­neh­men mit ei­nem gros­sen Chi­na­ge­schäft. Da­zu ge­hö­ren die Ti­tel des Bau­ma­schi­nen­her­stel­lers Ko­matsu, die 27% ge­gen­über dem Vor­jahr stie­gen. Ih­rem Ruf als Ge­heim­tipp wur­den die Va­lo­ren des Fa­b­rik­aus­rüs­ters Fa­nuc (+44,5%) ge­recht. Der Au­to­ma­ti­ons­spe­zia­list öff­net sich kaum für Ana­lys­ten, ope­riert je­doch sehr pro­fi­ta­bel. Chi­na hat mit ei­nem Ab­satz­vo­lu­men von 19,5 Mrd. $ den gröss­ten Werk­zeug­ma­schi­nen­markt der Welt.

Als be­son­ders schwach er­wie­sen sich auch in Ja­pan die Ak­ti­en von Fi­nanz­un­ter­neh­men. No­mu­ra wur­de mit küm­mer­li­chen Quar­tals­ge­win­nen ih­rem An­spruch ei­ner glo­bal ope­rie­ren­den In­vest­ment­bank nicht ge­recht. Die Quit­tung sind 24,4% Kurs­ver­lust. So weit la­gen zeit­wei­se auch die drei Me­ga­ban­ken zu­rück, doch im Jah­res­en­dral­ly wur­den ih­re Ak­ti­en von den An­le­gern zu­rück­ge­kauft.

Am ers­ten Han­dels­tag des neu­en Jah­res wa­ren Fi­nanz­wer­te wie­der ge­fragt. Mi­zu­ho stie­gen 2% auf 156 Yen. Die Ak­ti­en von Pro­mi­se, der Kon­sum­kre­dit­toch­ter der Fi­nanz­grup­pe Su­mi­to­mo Mitsui, spran­gen 17% auf 546 Yen. An­geb­lich will SMFG ih­ren An­teil er­hö­hen, was die Über­le­bens­chan­cen von Pro­mi­se ver­grös­sert.

Der stei­gen­de Roh­öl-Fu­tures schob die Han­dels-und Öl­wer­te an. Mitsu­bi­shi Corp ge­wan­nen trotz der Ak­ti­vi­tä­ten in der von der Flut­ka­ta­stro­phe be­trof­fe­nen aus­tra­li­schen Koks­koh­le­för­de­rung 4,2% auf 2290 Yen (vgl. Sei­te 2). Die Öl­ti­tel In­pex und Ja­pan Pe­tro­le­um leg­ten 4 bzw. 5,3% zu. Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen mit ei­nem Cou­pon von 1,2% stieg 0,4 Ba­sis­punk­te auf 1,16%.

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