«Di­ver­si­fi­ka­ti­on bei­be­hal­ten»

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - HAN­SPE­TER KON­RAD IN­TER­VIEW: TH

Der Pen­si­ons­kas­sen­ver­band Asip ver­tritt die In­ter­es­sen von gut 1000 an­ge­schlos­se­ner Vor­sor­ge­trä­gern. Ver­bands­di­rek­tor Han­spe­ter Kon­rad geht da­von aus, dass sich die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Mit­glie­der sta­bi­li­siert hat.

Herr Kon­rad, auf ei­nem pen­si­ons­kas­sen­ty­pi­schen ge­misch­ten An­la­ge­porte­feuille dürf­te im zu­rück­lie­gen­den Jahr ei­ne Per­for­mance von 2 bis 3% rea­li­siert wor­den sein. Da­mit ist der Soll­zins der Kas­sen, der in der Re­gel auf rund 4% liegt, nicht er­reicht. In der Tat ha­ben sich die De­ckungs­gra­de 2010 nicht si­gni­fi­kant ver­bes­sert, al­len­falls gar leicht ver­schlech­tert. Lei­der war es den Pen­si­ons­kas­sen im ver­gan­ge­nen Jahr kaum mög­lich, Wert­schwan­kungs­re­ser­ven zu bil­den.

Wel­che Mass­nah­men drän­gen sich des­we­gen auf? Ei­ne kurz­fris­ti­ge, ein­sei­tig nur auf die Hö­he des De­ckungs­grads fi­xier­te Sicht­wei­se ist ver­fehlt. Die In­sti­tu­tio­nen ha­ben ei­nen lan­gen An­la­ge­ho­ri­zont, den sie auch wie­der ver­mehrt nut­zen soll­ten. Vo­r­erst drän­gen sich da­her kei­ne Mass­nah­men auf.

An­lei­hen sind die Kern­an­la­ge der Pen­si­ons­kas­sen. Wie sehr wür­den sie von ei­nem An­stieg des Zins­ni­veaus und da­mit ein­her­ge­hen­den Markt­wert­ver­lus­ten ge­trof­fen? Das Zins­ri­si­ko ist si­cher nicht un­be­deu­tend und letzt­lich von der in­di­vi­du­el­len Stra­te­gie, der Po­si­tio­nie­rung und be­son­ders der ge­wähl­ten Lauf­zei­tenstruk­tur ab­hän­gig. Fest­zu­hal­ten ist aber, dass Zeit­punkt und Di­men­si­on des Zins­an­stiegs un­ge­wiss sind.

Wel­chen Schutz soll­ten sich die Vor­sor­geinsti­tu­tio­nen zu­le­gen? Mass­nah­men sind von der in­di­vi­du­el­len Beur­tei­lung der Markt-und Zins­ent­wick­lung ab­hän­gig. In ei­nem Sze­na­rio stei­gen­der Zin­sen könn­ten die Pen­si­ons­kas­sen den lau­fen­den Er­trag dank hö­he­rer Ren­di­ten auf Neu­an­la­gen wie­der in Rich­tung der not­wen­di­gen Ren­di­te füh­ren.

Gä­be es wei­te­re po­si­ti­ve Aspek­te? Als Fol­ge all­fäl­li­ger Zins­er­hö­hun­gen soll­te der Druck auf die Hö­he der Ver­pflich­tun­gen ab­neh­men. Denn öko­no­misch be­trach­tet, sind die Zins-und Ka­pi­tal­ga­ran­ti­en der Kas­sen in ei­nem Um­feld hö­he­rer Zin­sen leich­ter zu er­rei­chen.

Der Fran­ken hat an Stär­ke ge­won­nen, und auf Fremd­wäh­rungs­an­la­gen ha­ben sich teil­wei­se hap­pi­ge Buch­ver­lus­te er­ge­ben. Wie soll­ten sich Pen­si­ons­kas­sen in die­sem The­ma be­we­gen? Mög­lich sind hier ent­spre­chen­de Ab­si­che­run­gen, wo­bei Auf­wand – sprich Kos­ten – und Er­trag sorg­fäl­tig ab­zu­wä­gen sind. Es braucht ei­ne be­wuss­te Stra­te­gie des Wäh­rungs­ma­nage­ments.

Wie schät­zen Sie die Her­aus­for­de­run­gen des An­la­ge­jahrs 2011 ein? Un­ser Ver­band gibt kei­ne An­la­ge­emp­feh­lun­gen ab. Je­de Kas­se hat die ei­ge­ne Si­tua­ti­on zu ana­ly­sie­ren. Grund­sätz­lich ist aber an der be­schlos­se­nen An­la­ge­stra­te­gie, die un­ter an­de­rem auf dem Grund­satz der Di­ver­si­fi­ka­ti­on und der lang­fris­ti­gen Aus­rich­tung der Pen­si­ons­kas­se ba­sie­ren muss, fest­zu­hal­ten.

Wel­che ge­ne­rel­le Hal­tung emp­fiehlt der Pen­si­ons­kas­sen­ver­band? Im Vor­der­grund müs­sen wie­der ver­mehrt In­vest­ments in Sach­wer­te ste­hen, so­mit in Ak­ti­en und Im­mo­bi­li­en. Die Pen­si­ons-

In­vest­ments in Sach­wer­te wie Ak­ti­en und Im­mo­bi­li­en müs­sen wie­der ver­mehrt im Vor­der­grund ste­hen.

kas­sen­ver­ant­wort­li­chen ha­ben sich vor al­lem mit der Fra­ge zu be­fas­sen, wie viel Ri­si­ko sie sich leis­ten kön­nen, oh­ne dass nach ei­nem Markt­schock die Er­ho­lung zu zeit­rau­bend und teu­er wird. Al­len­falls müss­ten dann An­pas­sun­gen fol­gen, et­wa der Prä­mi­en von Ar­beit­ge­bern und Be­schäf­tig­ten oder der Leis­tungs­ver­spre­chen der Kas­se. Zu­dem wä­ren die An­la­ge­stra­te­gie und die Be­triebs­kos­ten auf den Prüf­stand zu stel­len.

Zins­er­hö­hun­gen hät­ten, so Han­spe­ter

mehr Vor-als Nach­tei­le für Kas­sen.

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