Skos möch­te So­zi­al­hil­fe­emp­fän­gern ei­nen Teue­rungs­aus­gleich ge­wäh­ren

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ -

che In­stru­men­te. Hier hat Skos ein Werk­zeug zur Kos­ten­be­rech­nung und Wir­kungs­mes­sung ent­wi­ckelt, das die Be­hör­den un­ter­stüt­zen kann. Zu­dem sol­len Grund­la­gen ge­schaf­fen wer­den, um jun­ge Er­wach­se­ne in Aus­bil­dung aus der So­zi­al­hil­fe her­aus­zu­lö­sen – weg­wei­send ist die Pra­xis des Kan­tons Waadt mit Un­ter­stüt­zung in Form ei­nes Sti­pen­di­ums.

Wie hoch sind Ih­re Le­bens­hal­tungs­kos­ten (oh­ne Mie­te und Ge­sund­heits­aus­ga­ben/Kran­ken­kas­sen­prä­mi­en)? Wann ha­ben Sie die letz­te Er­hö­hung des Lohns oder der AHV-Ren­te er­hal­ten? Seit 2003 wur­de der Grund­be­trag für den Le­bens­be­darf von Per­so­nen in der So­zi­al­hil­fe nie mehr an die Teue­rung an­ge­passt. Künf­tig soll die­ser Grund­be­trag gleich dem für Per­so­nen mit Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur AHV/IV an die Teue­rung an­ge­passt wer­den, auf 2011 al­so 1,75%. Für ei­nen Ein­per­so­nen­haus­halt sind das 16.80 Fr. mehr pro Mo­nat, denn die so­zi­al­hil­fe­ab­hän­gi­ge Per­son muss mit 977 Fr. aus­kom­men. Für ei­nen Haus­halt mit vier Per­so­nen sind es 2090, 40 Fr. mehr als letz­tes Jahr. Da­zu kom­men für er­werbs­tä­ti­ge El­tern be­rufs­be­ding­te Un­kos­ten und Kos­ten für die Fremd­be­treu­ung der Kin­der.

Die Kon­fe­renz der kan­to­na­len So­zi­al­di­rek­to­ren be­grüsst die Er­hö­hung. So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger sol­len nicht bes­ser, aber gleich ge­stellt sein wie an­de­re. Den­noch wer­den nicht al­le Kan­to­ne ab Ja­nu­ar den Grund­be­trag für den Le­bens­be­darf an­he­ben. In ei­ni­gen muss der Re­gie­rungs­rat An­pas­sun­gen der Skos-Richt­li­ni­en ab­seg­nen, z. B. in Zü­rich. An­de­re wie­der­um fin­den die Er­hö­hung un­an­ge­mes­sen oder schon die Richt­li­ni­en als zu weit ge­hend.

Die neu­en Richt­li­ni­en kon­kre­ti­sie­ren die Pflich­ten der un­ter­stütz­ten Per­so­nen mit dem Grund­satz von Leis­tung und Ge­gen­leis­tung. Die Pflicht zur Su­che und Auf­nah­me ei­ner zu­mut­ba­ren Ar­beit und die Mög­lich­keit der Ver­pflich­tung zur Teil­nah­me an In­te­gra­ti­ons­pro­gram­men wer­den ex­pli­zit er­wähnt. Skos be­tei­ligt sich auch an dem vom Bun­des­rat ein­be­ru­fe­nen Gre­mi­um zur Stär­kung der Zu­sam­men­ar­beit mit Ar­beits­lo­sen-und In­va­li­den­ver­si­che­rung. Die so­zi­al­hil­fe­recht­li­che Rück­er­stat­tungs­pflicht wur­de so­wohl mit Blick auf recht­mäs­si­ge als auch auf un- recht­mäs­si­ge Be­zü­ge durch strin­gen­te Emp­feh­lun­gen kon­kre­ti­siert. Für die Rück­er­stat­tung recht­mäs­si­ger Be­zü­ge auf­grund ei­nes Ver­mö­gens­zu­wach­ses gel­ten Ver­mö­gens­frei­be­trä­ge. Bis da­to stütz­te sich Skos da­zu auf die Grenz­wer­te der Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur AHV/IV ab. Dort sind die Frei­be­trä­ge im Rah­men des Bun­des­ge­set­zes über die Pfle­ge­fi­nan­zie­rung gross­zü­gig er­wei­tert wor­den. Skos hat die bis­he­ri­gen Frei­be­trä­ge fest­ge­schrie­ben.

Die von Skos um­sich­tig er­ar­bei­te­ten Richt­li­ni­en sind Emp­feh­lun­gen. Ob sie ganz, teil­wei­se oder gar nicht um­ge­setzt wer­den, ob­liegt den Kan­to­nen. Erst ein Bun­des­rah­men­ge­setz zur Exis­tenz­si­che­rung und In­te­gra­ti­on könn­te schweiz­weit Klar­heit schaf­fen.

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