Ver­sor­gung der Spitex ist re­gio­nal un­ter­schied­lich

Spi­talex­ter­ne Kran­ken­pfle­ge für 2% der Kos­ten im Ge­sund­heits­we­sen – Per­so­nal­be­stand ist im Aar­gau tief und in Genf hoch

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - BG

Oh­ne die spi­talex­ter­ne Kran­ken­pfle­ge (Spitex) müss­ten man­che Leu­te in ein Pfle­ge­heim zie­hen, sei dies be­fris­tet oder per­ma­nent. Im Jahr 2009 wur­den knapp 2,8% der Ge­samt­be­völ­ke­rung, das sind 241 000 Per­so­nen, von 576 Spitex-Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­pflegt und be­treut. Für die­se Di­ens­te wur­den 1,376 Mrd. Fr. auf­ge­wen­det, was 2% der Kos­ten im Ge­sund­heits­we­sen ent­spricht. Die ge­leis­te­te SpitexSt­un­de kos­te­te im Schnitt 106 Fr. Pro be­treu­te Per­son wur­den durch­schnitt­lich 6414 Fr. ( Vor­jahr 6083 Fr.) aus­ge­ge­ben (De­tails vgl. Ta­bel­le).

Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist die Zahl der be­treu­ten Per­so­nen 1,7% ge­stie­gen. Ih­nen wur­den ins­ge­samt 1,3 Mio. St­un­den für Pfle­ge und Be­treu­ung ver­rech­net, das sind 2,6% mehr als 2008. Die St­un­den ver­tei­len sich im We­sent­li­chen zu 63% auf pfle­ge­ri­sche und zu 35% auf haus­wirt­schaft­li­che resp. so­zia­le Leis­tun­gen. Der Mahl­zei­ten­dienst ver­sorg­te knapp 27 400 Per­so­nen mit 2,7 Mio. Mahl­zei­ten.

Drei Vier­tel der Kli­en­ten­schaft ist über 65-jäh­rig. Frau­en ab 80 be­an­spru­chen mehr als dop­pelt so vie­le Pfle­ge­leis­tun­gen wie die gleich­alt­ri­gen Män­ner. Sie ha­ben ei­ner­seits ei­ne hö­he­re Le­bens­er­war­tung, an­der­seits pfle­gen sie oft ih­re (äl­te­ren) Män­ner, so­dass die­se we­ni­ger Spitex-Hil­fe be­an­spru­chen müs­sen. Frau­en be­zo­gen da­her auch mehr haus­wirt­schaft­li­che und so­zi­al­be­treue­ri­sche Leis­tun­gen (40%) als Män­ner (27%).

Der Er­trag der Spitex-Or­ga­ni­sa­tio­nen be­lief sich auf rund 1,37 Mrd. Fran­ken. Knapp die Hälf­te da­von wa­ren Bei­trä­ge der öf­fent­li­chen Hand (Ge­mein­den 389 Mio. und Kan­to­ne 279 Mio. Fr.). Gut ein Drit­tel des Ge­samt­er­trags (476 Mio. Fr.) er­wirt­schaf­te­ten die Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Pfle­ge­leis­tun­gen, die zu den Pflicht­leis­tun­gen der Kran­ken­ver­si­che­rer ge­hö­ren. Da­zu kom­men Mit­glie­der­bei­trä­ge, Spen­den und Ka­pi­tal­er­trag. 10% der Ein­nah­men (127 Mio. Fr.) ent­fal­len auf haus­wirt­schaft­li­che und so­zi­al­be­treue­ri­sche Leis­tun­gen, da­für müs­sen die Kli­en­ten in

Spitex ge­winnt an Be­deu­tung der Re­gel selbst auf­kom­men. Auf der Auf­wand­sei­te do­mi­niert der Per­so­nal­auf­wand mit ei­nem An­teil von 86%.

Der Be­stand an Per­so­nal hat sich ge­gen­über 2008 um le­dig­lich 130 auf 28 874 Per­so­nen er­höht. Das ent­spricht 1,7 SpitexVoll­zeit­stel­len pro tau­send Ein­woh­ner. Al­ters-und Pfle­ge­hei­me wei­sen 9,9 Voll­zeit­stel­len pro tau­send Ein­woh­ner auf. Die ge­rings­te Ver­sor­gungs­dich­te mit Spitex wei­sen die Kan­to­ne Aar­gau (0,9 Voll­zeit­stel­len) und Schwyz (1,1), die höchs­te die Kan­to­ne Ju­ra (3,2) und Genf (3,2) auf. 12% des Spitex-Per­so­nals ar­bei­ten in der Administration oder in der Lei­tung.

Von 1998 bis 2009 ist die Zahl der pri­vat­recht­lich-ge­mein­nüt­zi­gen und öf­fent­lich-recht­li­chen Spitex-Or­ga­ni­sa­tio­nen um mehr als ein Drit­tel ge­sun­ken, von 881 auf 596. Dies ist gröss­ten Teils auf Fu­sio­nen zu­rück­zu­füh­ren.

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