Ein Sek­tor un­ter Span­nung

Finanz und Wirtschaft - - AUTOMOBIL -

An­le­gern, die auf das The­ma Smart Grids set­zen wol­len, bie­tet sich ei­ne rei­che Aus­wahl an In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten. Auf der ei­nen Sei­te lo­cken In­dus­trieg­rös­sen wie ABB und Ho­ney­well, in de­nen Tech­no­lo­gi­en für in­tel­li­gen­te Strom­net­ze aber nur ein Ele­ment im brei­ten Tä­tig­keits­feld dar­stel­len. Auf der an­de­ren Sei­te fir­mie­ren Spe­zia­lis­ten, die di­rek­ter vom Boom pro­fi­tie­ren, je­doch auch ho­hen Ri­si­ken aus­ge­setzt sind.

Im Be­reich Smart Me­te­ring soll­ten sich In­ves­to­ren an Itron hal­ten. Dem Markt­füh­rer aus den USA ge­reicht zum Vor­teil, in­te­grier­te Sys­te­me an­zu­bie­ten. Ne­ben Strom­zäh­lern hat sich Itron auch zum gröss­ten An­bie­ter von Me­ter-Da­ta-Ma­nage­men­tLö­sun­gen ent­wi­ckelt. Hier liegt der Kon­zern mit ei­nem Welt­markt­an­teil von über 30% vor dem Soft­ware­gi­gan­ten Ora­cle. Nach ei­nem schwa­chen 2010 wei­sen die Va­lo­ren Itron ein mo­de­ra­tes Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) 2011 von 13 auf (vgl. Ta­bel­le).

Bald könn­te auch Itrons di­rek­ter Kon­kur­rent, das Schwei­zer Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men Lan­dis+Gyr, für Pri­vat­an­le­ger wie­der in­ter­es­sant wer­den. Noch ist et­wa Ge­duld ge­fragt: Der in den USA vor­ge­se­he­ne Bör­sen­gang wur­de ver­scho­ben, dürf­te aber im lau­fen­den Jahr nach­ge­holt wer­den.

Zu den er­folg­rei­chen Ni­schen­ge­sell­schaf­ten zählt PSI. Die Soft­ware des deut­schen IT-Un­ter­neh­mens un­ter­stützt die Ver­sor­ger bei der Steue­rung und Op­ti­mie­rung ih­rer Netz­in­fra­struk­tur (vgl. FuW Nr. 51 vom 3. Ju­li 2010). Die Ti­tel ha­ben im ver­gan­ge­nen Halb­jahr aber be­reits 50% zu­ge­legt. Mit ei­nem KGV 2011 von 23 scheint das Kur­s­po­ten­zi­al der­zeit li­mi­tiert zu sein.

Zu den spe­zia­li­sier­ten Her­stel­lern von Bat­te­ri­en zäh­len A123 Sys­tems und Ener­del, ei­ne Toch­ter des US-Kon­zerns Ener1. Ob­wohl ih­re Li­thi­um-Io­nen-Ak­kus vor al­lem auf den Ein­satz in Elek­tro­au­tos aus­ge­rich­tet sind, pla­nen bei­de Ge­sell­schaf­ten, den Um­satz­bei­trag von Strom­netz­an­wen­dun­gen auf 30 bis 40% zu er­hö­hen. Al­ler­dings ist die ak­tu­el­le Markt­ein­schät­zung zu eu­pho­risch: A123 Sys­tems weist ei­nen Bör­sen­wert von 1 Mrd. $ auf, ob­wohl der Kon­zern 2010 nicht mal 100 Mio. $ Um­satz er­zielt hat und wohl noch lan­ge ro­te Zah­len schrei­ben wird.

At­trak­ti­ver sind die Ak­ti­en von NGK In­su­la­tors. Es ist zu ver­kraf­ten, dass der ja­pa­ni­sche Kon­zern jüngst die Ab­satz­pro­gno­sen für sei­ne NaS-Bat­te­ri­en (Na­tri­um-Schwe­felAk­kus) nach un­ten kor­ri­gie­ren muss­te. Als Grund nann­te das Ma­nage­ment den Ent­scheid der ja­pa­ni­schen Re­gie­rung, vor­läu­fig kei­ne Sub­ven­tio­nen für Wind­kraft­an­la­gen zu ge­wäh­ren. Zahl­rei­che Pro­jek­te, die auf Spei­cher­bat­te­ri­en von NGK zu­rück­ge­grif­fen hät­ten, wur­den des­halb ver­scho­ben. Wich­tigs­ter Ge­winn­trä­ger bleibt zu­dem das Ka­ta­ly­sa­t­or­ge­schäft, das von der Er­ho­lung im Au­to­mo­bil­markt ab­hän­gig ist.

Von den di­ver­si­fi­zier­ten In­dus­trieg­rös­sen sind so­wohl Ho­ney­well wie auch ABB ei­ne In­ves­ti­ti­on wert. Rund die Hälf­te des Um­sat­zes von Ho­ney­well stammt aus Be­rei­chen, die mit Ener­gie­ef­fi­zi­enz zu­sam­men­hän­gen. Bei­de Kon­zer­ne pro­fi­tie­ren da­von, dass der In­ves­ti­ti­ons­gü­ter­zy­klus lang­sam in Fahrt kommt – im Jah­res­ver­lauf dürf­te das den Auf­trags­ein­gang be­le­ben. Ge­ne­ral Electric ist zu­gu­te zu hal­ten, dass man das in­dus­tri­el­le Kern­ge­schäft for­ciert. Ei­ne In­ves­ti­ti­on drängt sich aber noch nicht auf.

Ein spe­ku­la­ti­ver Kauf im Be­reich Su­pra­lei­tun­gen sind Ame­ri­can Su­per­con­duc­tor. Das US-Un­ter­neh­men ar­bei­tet zur­zeit mit zwölf Gross­kun­den rund um den Glo­bus zu­sam­men. Der Lö­wen­an­teil des Um­sat­zes stammt aber zur­zeit noch aus Kom­po­nen­ten für chi­ne­si­sche Wind­kraft­an­la­gen.

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