Zur Per­son

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - PK

Pe­ter Bernholz, Jahr­gang 1929, stu­dier­te und dok­to­rier­te in Mar­burg und München. 1962 ha­bi­li­tier­te er an der Uni­ver­si­tät Frank­furt über Aus­sen­po­li­tik und In­ter­na­tio­na­le Wirt­schafts­be­zie­hun­gen. Nach ei­nem For­schungs­auf­ent­halt in Har­vard und St­an­ford be­klei­de­te er 1966 bis 1971 ei­ne Pro­fes­sur an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Berlin. Ab 1971 wirk­te Bernholz als Öko­no­mie­pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Ba­sel. 1997 wur­de er eme­ri­tiert. Er ist bzw. war teil­wei­se jahr­zehn­te­lang Mit­glied des Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats des deut­schen Wirt­schafts­mi­nis­ters, der ma­kro­öko­no­mi­schen Po­li­cy Group der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und des Ver­eins für So­ci­al­po­li­tik. Bernholz’ For­schungs­ge­biet be­schränkt sich nicht auf Geld und Wäh­rung: Er hat sich u. a. mit der Neu­en Po­li­ti­schen Öko­no­mie, der Wachs­tums­theo­rie, der Ös­ter­rei­chi­schen Ka­pi­tal­theo­rie und der EU-Ver­fas­sung aus­ein­an­der­ge­setzt. Für die «Fi­nanz und Wirt­schaft» ver­fass­te er zahl­rei­che Ar­ti­kel. Be­reits 2002 geis­sel­te er z. B. die Ver­tei­lung des «Über­schuss­golds» der Na­tio­nal­bank als «Ta­bu­bruch». Die Fi­nanz­kri­se führt er auch auf man­gel­haf­te Kennt­nis­se der Wirt­schafts­ge­schich­te zu­rück. nicht al­lein durch­füh­ren, weil sei­ne Wäh­rung sonst über­be­wer­tet wür­de. Nur die EU oder die USA könn­ten das ma­chen, am bes­ten mit Ja­pan. Spä­ter könn­te ein­mal Chi­na den Gold­stan­dard über­neh­men. Die Po­li­tik der USA ver­un­mög­licht dies je­doch. Des­halb ist es er­staun­lich, dass ein Welt­bank-Chef sol­che Äus­se­run­gen wagt.

Wie sä­he ein Roh­wa­ren­stan­dard aus? Ein Roh­wa­ren­stan­dard, der sich aus kon­ver­ti­blen Wa­ren zu­sam­men­setz­te, die an Ter­min­märk­ten ge­han­delt wür­den, wä­re sinn­voll. Denn auch der na­tür­li­che Zins ist nicht kon­stant, son­dern schwankt, ab­hän­gig von den In­ves­ti­tio­nen und Pro­duk­ti­ons­um­we­gen. Das spie­gelt sich in den Wa­ren­prei­sen. Da­mit sich ein Sys­tem fes­ter Wech­sel­kur­se eta­bliert, müss­ten sich die we­sent­li­chen Staa­ten je­doch auf den Wa­ren­korb und die Ge­wich­tung ei­ni­gen. Das scheint mir noch schwie­ri­ger zu sein als die Rück­kehr zum Gold­stan­dard.

Wür­de beim Gold­stan­dard den Pri­va­ten nicht zu­erst das Gold weg­ge­nom­men? Ich glau­be nicht, dass heu­te ei­ne Ent­eig­nung noch mög­lich wä­re. Ge­ra­ten wir in ei­ne Pha­se im­mer hö­he­rer In­fla­ti­on, spielt Gold ei­ne wich­ti­ge­re Rol­le. Dann könn­te es sein, dass die Staa­ten doch auf die­sen Pfad ein­bie­gen. In der Hy­per­in­fla­ti­on ist aber das schlech­te Geld im­mer durch das gu­te ver­drängt wor­den, da hel­fen Ent­eig­nung und To­des­stra­fe nicht.

In der Hy­per­in­fla­ti­on ver­drängt das gu­te Geld das schlech­te, da hel­fen Ent­eig­nung und To­des­stra­fe nicht.

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