Face­book be­freun­det Gold­man

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - CP

Die US-In­vest­ment­bank Gold­man Sachs und der rus­si­sche Ri­si­ko­ka­pi­tal­in­ves­tor Di­gi­tal Sky Tech­no­lo­gies ha­ben Face­book, dem In­ter­net-Freun­de-Netz­werk, 500 Mio. $ über­wie­sen. De­tails sind nicht be­kannt; die Me­dien­be­rich­te stim­men je­doch über­ein. Gold­man stel­le 375 Mio. $ zur Ver­fü­gung, die im­pli­zier­te Be­wer­tung von Face­book stei­ge auf 50 Mrd. $.

Für Face­book zäh­len nur die Su­per­la­ti­ve. Wie rasch die Be­wer­tung des pri­va­ten Un­ter­neh­mens in den letz­ten Mo­na­ten stieg, ist atem­be­rau­bend. Ge­mäss der Se­kun­där­han­dels­platt­form Sha­res­post, die ei­nen Markt für Ak­ti­en von pri­va­ten Un­ter­neh­men an­bie­tet, hat sich der Wert bin­nen ei­nes Jah­res ver­vier­facht, und das ob­wohl Um­satz und Ge­winn un­be­kannt sind. So viel ist klar: Mehr als 500 Mio. Be­nut­zer sind über die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form ver­bun­den, was für das US-Nach­rich­ten­ma­ga­zin «Ti­mes» ge­nüg­te, den Grün­der von Face­book, den 26-jäh­ri­gen Mark Zu­cker­berg, zur Per­son des Jah­res 2010 zu er­nen­nen.

Die Bank Gold­man Sachs hat sich mit der Be­tei­li­gung ei­ne gu­te Aus­gangs­la­ge ge­schaf­fen, um den all­fäl­li­gen Bör­sen­gang von Face­book zu be­glei­ten. Al­ler­dings wird nicht vor 2012 mit ei­ner Ko­tie­rung ge­rech­net. Doch die Bank hat vo­r­erst an­de­re Plä­ne: Ge­mäss «Fi­nan­ci­al Ti­mes» be­rei­tet sie ei­nen Fonds für rei­che Pri­vat­kun­den vor, des­sen Gel­der in Face­book-Ak­ti­en in­ves­tiert wür­den – vor dem Bör­sen­gang. Gold­man ist in­di­rekt schon län­ger an Face­book be­tei­ligt, näm­lich über die (in­zwi­schen ver­kauf­te) Be­tei­li­gung an Mail.ru (vgl. Haupt­text), de­ren Bör­sen­gang die Bank an­führ­te. Wie der jüngs­te De­al zeigt, sind die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Gold­man Sachs und Di­gi­tal Sky in­takt. Letz­te­re hat­te 2009 ei­nen 2%-An­teil an Face­book ge­kauft und seit­her auf bis zu 10% auf­ge­stockt.

Weil Ak­ti­en von pri­va­ten In­ter­net-Fir­men wie Face­book be­gehrt sind, gibt es in den USA ver­mehrt Se­kun­där­han­dels­platt­for­men. Die Wert­pa­pier­be­hör­de SEC ist auf­merk­sam ge­wor­den und will die Platt­for­men ge­nau­er über­prü­fen, wie vor dem Jah­res­wech­sel be­kannt­wur­de. Mit mög­li­chen Kon­se­quen­zen für Face­book. Soll­ten mehr als 500 In­ves­to­ren Face­book-Ak­ti­en hal­ten, müss­te das Un­ter­neh­men An­ga­ben zum Ge­schäfts­ver­lauf ma­chen.

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