Bör­sen­gang in ei­nem schwie­ri­gen Um­feld

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - US

Mit der Ko­tie­rung von Ape­ram im ers­ten Quar­tal 2011 fin­det ei­ner der welt­weit be­deu­tends­ten Edel­stahl­an­bie­ter den Weg an die Bör­se. Das Un­ter­neh­men ge­hört vor al­lem in Eu­ro­pa und in Süd­ame­ri­ka mit ei­ge­nen Wer­ken und Ver­kaufs­zen­tren zu den füh­ren­den An­bie­tern. Al­ler­dings mach­te Ape­ram mit 778 Mio. $ im Schnitt der Jah­re 2007 bis 2009 le­dig­lich 5% des Brut­to­be­triebs­er­geb­nis­ses im Ar­celor-Kon­zern aus. Dar­in spie­gelt sich die be­son­de­re Po­si­ti­on des Edel­stahl­ge­schäfts, das le­dig­lich gut 2% des glo­ba­len Stahl­mark­tes aus­macht und da­mit ei­ne Ni­schen­po­si­ti­on ein­nimmt. Auch sind die Ab­neh­mer der Edel­stahl­her­stel­ler nicht iden­tisch mit de­nen der Mas­sen­stahl­pro­du­zen­ten. Gros­se Ver­wen­dung fin­det Edel­stahl un­ter an­de­rem für Haus­haltsu­ten­si­li­en und -ge­rä­te, wäh­rend die Bau­in­dus­trie als Ab­neh­mer nie die Be­deu­tung hat wie für den Be­reich Mas­sen­stahl.

Die Ar­celor-Mit­tal-Ak­tio­nä­re wer­den durch die Ab­spal­tung und den zeit­lich noch nicht ge­nau be­stimm­ten Bör­sen­gang auch zu An­teils­eig­nern von Ape­ram. Kon­kret soll auf zwan­zig Ar­celor-Ti­tel je ei­ne Ak­tie der neu­en Ge­sell­schaft zu­ge­teilt wer­den. Die Ko­tie­rung fin­det an den Bör­sen­plät­zen in Paris und Ams­ter­dam (Eu­ronext) statt.

Das Edel­stahl­ge­schäft ver­läuft in aus­ge­präg­ten Zy­klen, was sich auch in den No­tie­run­gen am Ak­ti­en­markt nie­der­schlägt. Al­lein schon in die­ser Be­trach­tung eig­nen sich die Ti­tel die­ser Bran­che nicht für vor­sich­ti­ge An­le­ger. Hin­zu kommt das Pro­blem der Über­ka­pa­zi­tät, das die An­bie­ter die­ses Ak­ti­vi­täts­be­reichs auf kur­ze und mitt­le­re Sicht nicht ent­schei­dend ent­schär­fen kön­nen. Es kommt nicht von un­ge­fähr, dass die Va­lo­ren der Edel­stahl­pro­du­zen­ten ge­gen­wär­tig deut­lich un­ter ih­ren Höchst­kur­sen no­tie­ren. Im­pul­se könn­te die Bran­che in Eu­ro­pa durch ein­schnei­den­de Re­struk­tu­rie­run­gen er­hal­ten, doch sol­che sind vor­läu­fig nicht in Sicht.

Un­ter den eu­ro­päi­schen An­bie­tern scheint Ace­rin­ox der­zeit über die bes­ten Kar­ten zu ver­fü­gen. Die Ge­sell­schaft ist geo­gra­fisch brei­ter auf­ge­stellt als die Kon­kur­renz und im Spe­zi­el­len we­ni­ger ab­hän­gig von Eu­ro­pa. Durch die In­be­trieb­nah­me neu­er Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten in Ma­lay­sia kon­zen­triert sie sich noch ver­mehrt auf Schwel­len­län­der. Doch auch für Ace­rin­ox gilt: Ge­mes­sen an ei­nem KGV 2011 von 12 und ei­nem Kurs-Cash­flow-Ver­hält­nis von 8 zeich­nen sich die Ti­tel nicht durch be­son­de­re Kurs­per­spek­ti­ven aus.

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