Wet­ter do­mi­niert Agrar­märk­te

ROH­STOF­FE Über­schwem­mung in Aus­tra­li­en be­hin­dert Ge­trei­de­ex­por­te – Tro­cken­heit in Ar­gen­ti­ni­en de­zi­miert Mais- und So­ja­ern­te

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - WAL­TER SCHNEI­DER,

Wie er­war­tet hielt sich das Han­dels­vo­lu­men an den Roh­stoff­märk­ten wäh­rend der Fei­er­ta­ge in Gren­zen. Trotz Han­dels­flau­te setz­te sich der Haus­se­trend, der die Roh­wa­ren­märk­te letz­tes Jahr mehr­heit­lich ge­prägt hat­te, wei­ter fort. Ein­mal mehr stan­den die Edel­me­tal­le in der Gunst der An­le­ger. Gold leg­te seit Weih­nach­ten knapp 3%, Sil­ber gar mehr als 6% zu. Mit ei­nem Preis von knapp 31 $ pro Un­ze (31,1 Gramm) be­en­de­ten Sil­ber-Fu­tures das Jahr auf ei­nem neu­en Dreis­sig­jah­res­höchst.

Eben­falls ge­fragt wa­ren die Ener­gie­r­oh­stof­fe. New Yor­ker Roh­öl-Fu­tures auf die Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te WTI ver­zeich­ne­ten am letz­ten Han­dels­tag des Jah­res ein ve­ri­ta­bles Kurs­feu­er­werk. Nach ei­nem Ta­ges­tief auf gut 89 $ pro Fass (159 Li­ter) schoss der Fe­bru­ar-Kon­trakt in kur­zer Zeit auf über 92 $ und be­en­de­te das Jahr schliess­lich auf 91,38 $ pro Fass.

Eben­so ein­drück­lich zeigt sich der Kurs­ver­lauf von eu­ro­päi­schem Roh­öl der Sor­te Brent. Hier liegt der Fass­preis an der Roh­wa­ren­bör­se ICE be­reits über 95 $, und vie­le In­ves­to­ren spre­chen schon von der nun greif­ba­ren ma­gi­schen Mar­ke von 100 $ pro Fass.

Ne­ben dem har­ten Win­ter­wet­ter in Eu­ro­pa und den USA macht sich an den Öl­märk­ten Kon­junk­tur­op­ti­mis­mus für das noch jun­ge Jahr breit. In der Tat weck­ten die jüngs­ten Wirt­schafts­da­ten aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten Hoff­nung, und ge­spannt war­ten die Markt­teil­neh­mer auf die US-Ar­beits­markt­da­ten vom kom­men­den Frei­tag.

We­ni­ger ein­heit­lich zeig­ten sich die Fu­tures auf Ge­nuss­mit­tel. Wäh­rend der in London ko­tier­te Ro­bus­ta-Kaf­fee in­nert Wo­chen­frist 5% zu­leg­te, ver­zeich­ne­ten Roh-wie auch Weiss­zu­cker Rück­schlä­ge in ähn­li­chem Aus­mass. Die An­kün­di­gung des – knapp hin­ter Bra­si­li­en – zweit­gröss- ten Zu­cker­ex­port­lan­des In­di­en, dass gros­se Men­gen Zu­cker un­li­mi­tiert ex­por­tiert wer­den kön­nen, führ­te an den Roh­wa­ren­märk­ten vor Jah­res­en­de zu Ge­winn­mit­nah­men. Am letz­ten Han­dels­tag des al­ten Jah­res er­hol­ten sich Roh­zu­cker-Fu­tures aber be­reits wie­der auf über 32 Cent das Pfund, nach­dem sie am Vor­tag zwi­schen­zeit­lich 29,5 Cent no­tiert hat­ten.

An den Agrar­märk­ten des Chi­ca­go Bo­ard of Tra­de (CBOT) do­mi­niert wei­ter­hin das Wet­ter das Ge­sche­hen. Über­schwem­mun­gen in Aus­tra­li­en be­hin­dern die Ge­trei­de­ex­por­te, was die Wei­zen-Kon­trak­te an der CBOT steil nach oben treibt. Der promp­te Mär­zkon­trakt stieg am Mon­tag kurz­fris­tig über 820 Cents pro Schef­fel (1 Bus­hel = 27,215 kg), be­vor Ge­winn­mit-

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le nah­men ein­setz­ten. Wei­zen han­delt der­zeit auf dem höchs­ten Stand seit Au­gust 2010. Wäh­rend die sint­flut­ar­ti­gen Nie­der­schlä­ge in der ei­nen Hälf­te der süd­li­chen He­mi­sphä­re für Über­schwem­mun­gen sor­gen, de­zi­miert we­gen des La-Ni­ñaPhä­no­mens Tro­cken­heit die Ern­ten in Ar­gen­ti­ni­en. Da­von be­trof­fen sind be­son­ders Mais und So­ja­boh­nen. So­ja-Fu­tures no­tie­ren über 14 $ pro Schef­fel (27,215 kg), mehr als 50% hö­her als im Ja­nu­ar 2010 und auf der höchs­ten No­tie­rung seit Mit­te 2008.

Nicht viel an­ders sieht die Si­tua­ti­on in den Mais-Kon­trak­ten aus. Zum Wo­chen­be­ginn han­del­te das Schef­fel Mais (25,401 kg) auf 6.34 $, ein Preis, der zu­letzt vor mehr als zwei Jah­ren re­gis­triert wor­den war. Der Preis für Mais hat sich seit Ju­ni 2010 in et­wa ver­dop­pelt. Vie­le Markt­teil­neh­mer be­fürch­ten nicht nur wei­te­re Wet­ter­ka­prio­len, son­dern zum Jah­res­be­ginn auch ei­nen Zustrom spe­ku­la­ti­ver Gel­der. Sie se­hen da­durch an den Agrar­märk­ten wei­te­res Kur­s­po­ten­zi­al.

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