Jahr der Über­nah­men für Schwei­zer Bio­tech?

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSE SCHWEIZ - AM

Am Don­ners­tag wa­ren die Ti­tel des An­ti­bio­ti­ka­ent­wick­lers Ba­si­lea mit ei­ner Avan­ce von 9,3% zweit­gröss­ter Ta­ges­ge­win­ner, wo­bei mit 267 000 Ti­teln der seit lan­gem höchs­te Han­dels­um­satz er­reicht wur­de. Schnell war ei­ne plau­si­ble Er­klä­rung ge­fun­den: Über­nah­me­ge­rüch­te. Ba­si­lea wur­de schon im No­vem­ber (im Zu­sam­men­hang mit Ac­te­li­on) als Über­nah­me­kan­di­dat ge­han­delt. Dass sol­che Ge­rüch­te er­neut auf­flam­men, über­rascht nicht. Ba­si­lea be­kommt im Fe­bru­ar die Rech­te am An­ti­bio­ti­kum Cef­to­bi­prol vom ehe­ma­li­gen Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner John­son & John­son zu­rück, wo­durch die At­trak­ti­vi­tät des Un­ter­neh­mens steigt. Der Ba­si­lea-VR soll­te im In­ter­es­se der In­ves­to­ren die Mög­lich­keit ei­nes Ver­kaufs aus­lo­ten (vgl. FuW Nr. 97 vom 11. De­zem­ber 2010). Bis Ba­si­lea pro­fi­ta­bel wird, ver­ge­hen im bes­ten Fall wohl noch min­des­tens fünf Jah­re – ei­ne lan­ge Zeit für Ak­ti­en­an­le­ger.

Doch wie ste­hen die Chan­cen ei­ner Kauf­of­fer­te an Ba­si­lea? Vie­le klei­ne Bio­tech-Wer­te sind der­zeit, selbst wenn das über­durch­schnitt­lich ho­he Ri­si­ko be­rück­sich­tigt wird, an der Bör­se un­ter­be­wer­tet. Zu­dem fehlt es den gros­sen Phar­ma­kon­zer­nen an neu­en Me­di­ka­men­ten in ih­rer Ent­wick­lungs­pipe­line. Was lä­ge den Kon­zer­nen nä­her, sich des An­ge­bots be­sch­ei- den be­wer­te­ter Bio­tech-Un­ter­neh­men zu be­die­nen?

Die Kon­stel­la­ti­on be­steht seit ge­rau­mer Zeit. Doch die Über­nah­men blie­ben, je­den­falls in Eu­ro­pa, über­schau­bar. Der Grund liegt dar­in, dass die Er­folgs­ra­te be­schei­den ist. In Zei­ten, da die Phar­ma­bran­che we­gen des Preis­drucks im Ge­sund­heits­we­sen schär­fer kal­ku­lie­ren muss, ver­spricht ei­ne Ko­ope­ra­ti­on ein bes­se­res Chan­cen-Ri­si­ko-Pro­fil als Über­nah­men. Denn es fliesst – nach ei­ner Initi­al­zah­lung – nur dann wei­te­res Ka­pi­tal, wenn die Me­di­ka­men­ten­kan­di­da­ten er­folg­reich vor­wärts­kom­men. Das zeigt, dass die ge­beu­tel­ten Bio­tech-An­le­ger nicht zu sehr auf fet­te Kauf­of­fer­ten von Gross­phar­ma hof­fen soll­ten.

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