Auch ein Ver­dienst der OKS

Neue Sek­tor­ein­tei­lung im Swiss Bond In­dex rückt Ga­ran­ti­en und Be­si­che­run­gen in den Vor­der­grund

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - PK

Just vier Jah­re nach­dem die Schwei­zer Bör­se den ge­ne­ral­über­hol­ten Swiss Bond In­dex (SBI) lan­ciert hat, wird ei­ne wich­ti­ge Di­men­si­on der Per­for­man­ce­mes­sung hin­zu­ge­fügt. Ba­sie­rend auf ei­ner ver­fei­ner­ten Sek­tor­ein­tei­lung er­wei­tert SIX Swiss Ex­ch­an­ge die SBI-Fa­mi­lie um 180 In­di­zes. Es war ei­ne jah­re­lan­ge Schwan­ger­schaft, bis das «Ga­ran­ti­en­ar­ten­mo­dell» An­fang die­ses Jah­res das Licht der Welt er­blick­te.

Als Ge­burts­hel­fer wal­te­te die Ob­li­ga­tio­nen­kom­mis­si­on Schweiz (OKS), das als Ver­ein or­ga­ni­sier­te Netz­werk zur Stär­kung und För­de­rung des Schwei­zer Ka­pi­tal­markts (www.oks.ch). Im Herbst hat­te Prä­si­dent Wolf­gang Mar­ty auf die bis­he­ri­gen Ver­diens­te der OKS in Sa­chen Bench­mark fürs hie­si­ge An­lei­hen­ge­schäft hin­ge­wie­sen und ei­nen (et­was zu op­ti­mis­ti­schen) Ter­min für die Er­öff­nung der Sek­tor­di­men­si­on ge­nannt (vgl. FuW Nr. 76 vom 29. Sep­tem­ber 2010).

Sinn­vol­le Dif­fe­ren­zie­rung

Der SBI ist nicht die ein­zi­ge, aber die wich­tigs­te Re­fe­renz, an der bzw. mit der Fran­ke­n­ob­li­ga­tio­nen­ma­na­ger sich ori­en­tie­ren re­spek­ti­ve mes­sen kön­nen. Die In­di­zes die­nen zu­dem als Ba­sis für Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds; das pas­si­ve An­la­ge­instru­ment hat in­des nicht die Be­deu­tung er­langt, die ihm im Ak­ti­en­be­reich zu­kommt.

Un­ver­än­dert blei­ben SBI To­tal, SBI Do­mestic (In­land­schuld­ner) und SBI For­eign (Aus­land­schuld­ner) die drei Haupt­seg­men­te. Hilf­reich ist die neue Ein­tei­lung des­we­gen, weil die Sek­tor­ein­tei­lung auf drei Ebe­nen (Le­vels) von Be­si­che­rungs­re­spek­ti­ve Ga­ran­tie­sta­tus be­ruht. Auf Le­vel 1 wird zwi­schen staats­ver­bun­den (Go­vern­ment-re­la­ted), ge­si­chert/ge­deckt (Se­cu­red/Col­la­te­ra­li­sed) und un­ge­si­chert (Un­se­cu­red) un­ter­schie­den.

Die­se Ein­tei­lung nach Ga­ran­tie bzw. Haf­tung ist sinn­voll, kann doch z. B. ei­ne Bank staats­ga­ran­tier­te, pfand­ge­si­cher­te oder nor­ma­le un­ge­si­cher­te An­lei­hen emit­tie­ren. Ei­ne Sek­tor­ein­tei­lung, die nur auf die Bran­che ab­stellt, wird der Un­ter­schie­de in der Be­hand­lung im Kon­kurs nicht ge­recht. Na­tür­lich schla­gen sich die ver­schie­de­nen Be­si­che­rungs­ar­ten auch meist im Ra­ting nie­der. Die neue Ein­tei­lung er­laubt es aber ei­nem Ma­na­ger z. B., rasch al­le un­be­si­cher­ten aus­län­di­schen Fi­nan­ci­als aus­zu­schlies­sen.

In ei­nem zwei­ten Schritt (Le­vel 2) wird die Ein­tei­lung ver­fei­nert. Staats­ver­bun­de­ne Schuld­ner wer­den in Staats­an­lei­hen in Lokal-( Tre­a­su­ry) und Fremd­wäh­rung (So­ver­eign), Su­pra­na­tio­nals, Agen­tu­ren (Agen­cy) und lo­ka­le Ge­biets­kör­per­schaf­ten (Lo­cal Aut­ho­ri­ty) un­ter­schie­den. Im ge­si­cher­ten/ge­deck­ten Be­reich wird in den Co­ve­r­ed Bonds (Pfand­brie­fen) nach De­ckungs­stock dif­fe­ren­ziert: Dar­le­hen an öf­fent­li­che Schuld­ner (Pu­b­lic Sec­tor Lo­ans), Hy­po­the­kar­dar­le­hen (Pri­va­te Sec­tor Mort­ga­ges) und ge­misch­te De­ckung (Mi­xed As­sets). Zu­dem wer­den die et­was aus­ser Mo­de ge­ra­te­nen for­de­rungs­ge­si­cher­ten An­lei­hen (As­set-ba­cked Se­cu­ri­ties) so­wie die Bonds von Töch­tern von US-Le­bens­ver­si­che­run­gen auf­ge­führt, die die Mut­ter mit ga­ran­tie­ähn­li­chen Fun­ding Agree­ments oder Gua­ran­te­ed In­vest­ment Contracts (GIC) aus­ge­stat­tet hat.

ICB FI ge­wöh­nungs­be­dürf­tig

Nach ei­nem auf den ers­ten Blick her­kömm­li­chen Bran­chen­ras­ter wer­den die un­ge­si­cher­ten An­lei­hen (Un­se­cu­red) zu­ge­ord­net: In­dus­trie, Ver­sor­ger und Fi­nanz­schuld­ner (vor-und nach­ran­gig). Fi­nan­ci­als wer­den wei­ter in Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und Fi­nanz­dienst­leis­ter un­ter­teilt. Sub­su­miert wer­den al­le die­se Un­se­cu­red wie­der­um je­doch un­ter Cor­po­ra­tes (Un­ter­neh­men). Dass Fi­nan­ci­als zu Cor­po­ra­tes ge­hö­ren sol­len, wi­der­spricht zwar dem Bauch­ge­fühl des lang­jäh­ri­gen Kom­men­ta­tors des hie­si­gen Markts, ge­horcht aber den Vor­ga­ben der In­dus­try Clas­si­fi­ca­ti­on Bench­mark for Fi­xed In­co­me (ICB FI). Die Schwei­zer Bör­se hat be­reits frü­her auf die­sen in­ter­na­tio­na­len Klas­si­fi­zie­rungs­stan­dard um­ge­stellt (vgl. FuW Nr. 73 vom 19. Sep­tem­ber 2009).

In der Gra­fik sind die neu­en In­di­zes dar­ge­stellt. Auf die Zahl von 180 ge­langt man, weil je­der In­dex in den vier Va­ri­an­ten Ge­samt­er­trag ( To­tal Re­turn), Preis (oh­ne Cou­pon), Ren­di­te (auf Ver­fall) und Du­ra­ti­on (durch­schnitt­li­che Lauf­zeit des in­ves­tier­ten Ka­pi­tals) be­rech­net wird. Zu­dem wer­den für Agen­tu­ren und Ge­biets­kör­per­schaf­ten Su­bin­di­zes oh­ne und mit ex­pli­zi­ter Staats­ga­ran­tie aus­ge­wie­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.