GECC pünkt­lich zu­rück

Pfand­brief­bank klotzt mit Drei­fach­tran­che – Kon­kur­se wei­ter hoch – MBIA von BB– auf B– ge­stutzt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TOM­MA­SO MANZIN

Das tra­di­tio­nel­le Feu­er­werk zu Jah­res­be­ginn ging kon­trol­liert vor sich, von Spar­flam­me zu spre­chen wä­re in­des weit ge­fehlt. Die Fe­der­füh­rer be­kla­gen die vo­la­ti­len Zin­sen, den er­neut schlech­te­ren Ba­sis­s­wap, der Ar­bi­tra­geu­re aus dem Aus­land fern­hält, so­wie ge­ne­rell klei­ne­re, «vor­sich­ti­ge­re» Vo­lu­men.

Cre­dit Suis­se (CS) lan­cier­te am Mitt­woch 21⁄ 8% Na­tio­nal Aus­tra­lia Bank (NAB) 2011/2017 über 150 Mio. Fr. zu 60 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap. Es hand­le sich um ei­nen der eher sel­te­ne­ren Aus­tra­li­er am hie­si­gen Markt, weiss CS. Der Schuld­ner war 2010 im Fran­ken nur ein­mal rüh­rig ge­we­sen. Man ha­be auf ei­nen Cou­pon über 2% kom­men wol­len – mit fünf Jah­ren Lauf­zeit wä­re das nicht mög­lich. Glei­chen­tags stock­te RBS 21⁄ 8% Bank Ne­der­land­se Ge­me­en­ten (BNG) 2010/2018 um 100 Mio. Fr. auf neu 350 Mio. Fr. auf.

2011/2016 über 400 Mio. Fr. zu 70 Ba­sis­punk­ten über Swap, lan­ciert von UBS In­vest­ment Bank (IB). Das Fi­nan­zie­rungs­ve­hi­kel des Misch­kon­zerns war fast auf den Tag ge­nau vor ei­nem Jahr schon hier­zu­lan­de ak­tiv.

Die Trans­ak­ti­on sei noch im al­ten Jahr an­ge­dacht wor­den, ver­rät UBS. Man ha­be den vor Jah­res­frist be­ge­be­nen Bond nicht auf­sto­cken wol­len, da sich In­ves­to­ren we­ni­ger zum Kauf von Bonds be­geis­tern lies­sen, die über Pa­ri aus­ge­ge­ben wür­den. GECC hat­te vor ei­nem Jahr für die­sel­be Lauf­zeit 25⁄ 8% be­zahlt. Dass der Spre­ad der­sel­be war, ver­an­schau­licht, wie die

Neue Co­ve­r­ed-Bonds-Wel­le?

Der Hin­gu­cker des Ta­ges war si­cher der Bro­cken 2¼% Ge­ne­ral Electric Ca­pi­tal Cor­po­ra­ti­on (GECC) Zin­sen seit­her ge­fal­len sind. Es hand­le sich nicht um ei­nen Ar­bi­tra­ge­deal, der Bond sei kon­sis­tent zum Se­kun­där­markt und zur 6-Mrd.-$-Trans­ak­ti­on vom Vor­tag. Der Bond hand­le im Grau­markt nun be­reits teu­rer. Trotz der zu­letzt ent­täu­schen­den US-Zah­len glau­be man an ei­ne stei­gen­de Zins­ten­denz. Ins­be­son­de­re dehn­ten sich die Spreads der Co­ve­r­ed Bonds in Eu­ro aus, so­dass trotz wid­ri­gem Ba­sis­s­wap der Fran­ken­markt wie­der at­trak­tiv wer­den könn­te. Es sei nicht aus­zu­schlies­sen, dass man den ei­nen oder an­de­ren nächs­te Wo­che se­he.

Deut­sche Bank be­rei­cher­te das An­ge­bot um 17⁄ 8% DNB Nor Bank 2011/2016 über 150 Mio. Fr. Für ein­mal han­delt es sich um kei­nen Pfand­brief, son­dern um ei­ne un­be­si­cher­te An­lei­he.

Am Don­ners­tag es­kor­tier­te CS zu­dem 23⁄ 8% Pfand­brief­bank 2011/2024 über 255 Mio. Fr. so­wie 21⁄ 8% Pfand­brief­bank 2011/2020 über 225 Mio. Fr. und stock­te 11⁄ 8% Pfand­brief­bank 2010/2015 um 190 Mio. auf neu 485 Mio. Fr. auf.

Stan­dard & Poor’s (S&P) hat die öf­fent­li­chen Pfand­brie­fe von Fran­ken­schuld­ner West LB mit AAA und ne­ga­ti­vem Aus­blick be­stä­tigt, zu­gleich aber auch die Bo­ni­tä­ten zu­rück­ge­zo­gen.

Bank Von­to­bel hat in ih­rer Funk­ti­on als An­lei­hen­ver­tre­te­rin 6% Ci­tron Hol­ding 2004/2016 über 40 Mio. Fr. we­gen der aus­blei­ben­den Zins­zah­lung vom 6. De­zem­ber 2010 ge­kün­digt. Die über­schul­de­te Ci­tron wur­de Don­ners­tag über die Aus­übung des Kün­di­gungs­rechts in­for­miert. 2010 wur­den in der Schweiz mit 6255 so vie­le Kon­kur­se wie nie re­gis­triert, teil­te Cre­dit­re­form am Frei­tag mit (+20% zum Vor­jahr).

S&P senkt das Ra­ting des ein­zi­gen Mo­no­li­ners am Fran­ken­markt MBIA von BB– auf B–. Die pro­ji­zier­ten Ver­lus­te der CDO (Col­la­te­ra­li­zed Debt Ob­li­ga­ti­ons) und das Ex­po­sure in Ge­schäfts­lie­gen­schaf­ten sei nun we­sent­lich hö­her als bis­her er­war­tet und über­stie­gen das Ei­gen­ka­pi­tal. MBIA ist hier­zu­lan­de in letz­ter Zeit vor al­lem durch teil­wei­se Til­gun­gen auf­ge­fal­len (vgl. FuW Nr. 43 vom 5. Ju­ni 2010).

Jah­res­teue­rung steigt leicht

Die De­vi­sen­re­ser­ven der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) sind von 212,3 auf 202,6 Mrd. Fr. et­was ge­schrumpft, wohl we­gen des har­ten Fran­kens. Die Ver­lus­te aus der Eu­ro­schwä­che dürf­ten der SNB noch län­ger Kopf­zer­bre­chen be­rei­ten. Ein ne­ga­ti­ves Ei­gen­ka­pi­tal droh­te aber erst bei ei­ner wei­te­ren Ab­schwä­chung um han­dels­ge­wich­te­te 30% (vgl. letz­te Aus­ga­be, Sei­te 6). In­sol­vent kann ei­ne Zen­tral­bank in­des nie wer­den, da sie zur Not Geld dru­cken kann – auf die Ge­fahr hin, In­fla­ti­on zu schaf­fen. In Eu­ro­land – be­son­ders in Deutsch­land – hat die In­fla­ti­on im De­zem­ber mar­kant an­ge­zo­gen.

Der Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se blieb im De­zem­ber 2010 im Ver­gleich zum Vor­mo­nat un­ver­än­dert. Die Jah­res­teue­rung ist ge­mäss Bul­le­tin des Bun­des­amts für Sta­tis­tik (BFS) vom Don­ners­tag auf 0,5% ge­stie­gen, ver­gli­chen mit Jah­res­ra­ten von 0,2% im No­vem­ber 2010 und von 0,3% im De­zem­ber 2009, die mitt­le­re Jah­res­teue­rung für 2010 wird mit 0,7% aus­ge­wie­sen. Zum Vor­mo­nat ver­teu­er­ten sich In­land­gü­ter 0,1%, wäh­rend Im­por­te 0,1% bil­li­ger wur­den.

Die Zahl der Ar­beits­lo­sen hat sich im De­zem­ber zum Vor­mo­nat um 6968 auf 148636 Per­so­nen er­höht. Da­mit stieg die ent­spre­chen­de Quo­te von 3,6 auf 3,8%. Dies teil­te das Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft am Frei­tag mit (vgl. Sei­te 14).

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