May­bank schluckt Kim Eng

Das ma­lay­si­sche Fi­nanz­haus will die Sin­ga­pu­rer In­vest­ment­ge­sell­schaft für 1,4 Mrd. $ über­neh­men

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - TP

Das ma­lay­si­sche Fi­nanz­in­sti­tut Ma­la­y­an Ban­king baut sei­ne Wett­be­werbs­stel­lung in Süd­ost­asi­en aus. Zu die­sem Zweck über­nimmt May­bank in ei­nem ers­ten Schritt 44,6% des in Sin­ga­pur ba­sier­ten Wert­schrif­ten­hau­ses Kim Eng Hol­dings für 798 Mio. sing. $ (619 Mio. $) oder 3.10 sing. $ pro Ak­tie. May­bank, ge­mes­sen an der Bi­lanz­sum­me die gröss­te Bank in Ma­lay­sia, er­wirbt die­sen Ka­pi­tal­an­teil von Ro­nald Ant­ho­ny Ooi The­an Yat (Be­tei­li­gung von 15,4%), dem Chair­man und CEO von Kim Eng, und vom tai­wa­ne­si­schen Fi­nanz­haus Yuan­ta Fi­nan­ci­al (29,2%), das sich stär­ker auf die An­la­ge­re­gi­on Grea­ter Chi­na kon­zen­trie­ren will.

Die Trans­ak­ti­on be­darf noch der Zu­stim­mung der ma­lay­si­schen Zen­tral­bank Bank Ne­ga­ra Ma­lay­sia und der Mo­ne­ta­ry Aut­ho­ri­ty of Sin­ga­po­re, der Qua­si-Zen­tral­bank im Stadt­staat. Nach Ab­schluss der Trans­ak­ti­on wird May­bank in ei­nem zwei­ten Schritt den ver­blei­ben­den Ak­tio­nä­ren von Kim Eng ei­ne ver­bind­li­che Of­fer­te in glei­cher Hö­he un­ter­brei­ten, so­dass sich ein Kauf­preis von 1,4 Mrd. $ für die voll­stän­di­ge Über­nah­me des Sin­ga­pu­rer Bro­ker­insti­tuts er­rech­net. Das ja­pa­ni­sche Wert­schrif­ten­haus Mitsu­bi­shi UFJ Se­cu­ri­ties hält 29% an Kim Eng, ei­ne Be­tei­li­gung, die aus ei­ner stra­te­gi­schen Zu­sam­men­ar­beit her­vor­ge­gan­gen ist, wäh­rend die üb­ri­gen An­tei­le breit ge­streut sind.

Die Ak­qui­si­ti­on von Kim Eng ist Be­stand­teil ei­ner Wachs­tums­stra­te­gie, die dar­auf ab­zielt, dass May­bank bis 2015 rund 40% des Un­ter­neh­mens­ge­winns aus­ser­halb des Heim­mark­tes er­wirt­schaf­tet. Mit dem Sin­ga­pu­rer Bro­ker­haus ver­lei­ben sich die Ma­lay­si­er ei­ne gu­te Er­gän­zung zu ih­ren be­ste­hen­den Ge­schäfts­ak­ti­vi­tä­ten ein. Kim Eng be­setzt in den Märk- ten Sin­ga­pur, Thai­land, In­do­ne­si­en und Phil­ip­pi­nen ei­ne Top-fünf-Wett­be­werbs­po­si­ti­on und un­ter­hält zu­dem Nie­der­las­sun­gen in Hong­kong, New York und London. May­bank setzt be­reits seit ei­ni­ger Zeit dar­auf, ei­ne um­fas­sen­de Fi­nanz­dienst­leis­tungs­platt­form für Süd­ost­asi­en auf­zu­bau­en. 2010 hat das Kre­dit­haus die Bank In­ter­na­sio­nal In­do­ne­sia über­nom­men. Durch den Zu­kauf von Kim Eng tritt May­bank in die Fuss­stap­fen des ein­hei­mi­schen Kon­kur­ren­ten CIMB Group, der 2005 in Sin­ga­pur das Bro­ker­insti­tut G. K. Goh Se­cu­ri­ties über­nom­men hat­te.

Ge­lingt die voll­stän­di­ge Über­nah­me, ist die Trans­ak­ti­on ei­ne der gröss­ten Ak­qui­si­tio­nen, die ein ma­lay­si­sches Un­ter­neh­men im be­nach­bar­ten Sin­ga­pur durch­ge­führt hat. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat der ma­lay­si­sche Staats­fonds Kha­za­nah für 2,6 Mrd. $ die An­tei­le am Sin­ga­pu­rer Spi­tal­be­trei­ber Park­way Hol­dings er­wor­ben, die er noch nicht be­ses­sen hat­te.

Sto­xx Bran­chen-In­di­zes

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