Spa­ni­en

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - JEF­FE­RIES

Spa­ni­en war schon letz­tes Jahr als ei­ner der mög­li­chen Ge­fah­ren­her­de von 2011 ge­nannt wor­den. Bis an­hin ist nicht viel ge­sche­hen. Trotz­dem kann man be­reits ei­ni­ge der we­ni­gen Wan­del­an­lei­hen, die spa­ni­sche Un­ter­neh­men be­ge­ben ha­ben, ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men.

Mit ei­nem Vo­lu­men von 450 Mio. € die gröss­te Emis­si­on stammt von der spa­ni­schen Bau­un­ter­neh­mens­grup­pe FCC. Die Ak­tie ist der­zeit weit vom 2007 er­reich­ten Höchst ent­fernt. Da­mals no­tier­te sie über 80 €. Ak­tu­ell und be­reits seit Mo­na­ten düm­pelt sie um das Ni­veau von 20 $, wo­bei der Trend eher ne­ga­tiv ist. Die Ka­pi­ta­li­sie­rung der Ge­sell­schaft ist da­mit auf 2,3 Mrd. € ge­schrumpft und be­trägt le­dig­lich noch 20% des Um­sat­zes. Die 2014 fäl­li­ge Wan­del­an­lei­he des Un­ter­neh­mens ist mit ei­nem Cou­pon von 61⁄ 2% aus­ge­stat­tet und wird zu 90% ge­han­delt. Nur kurz nach Emis­si­on konn­te das Pa­pier et­was über pa­ri ver­kauft wer­den. Seit­dem liegt die Prei­span­ne zwi­schen 86 und 96%. Auf dem heu­ti­gen Ni­veau kann der An­le­ger ei­ne Ren­di­te auf Ver­fall von 9,5% er­war­ten. Hier­bei wird ein Gross­teil der Ren­di­te über den ho­hen Cou­pon er­zielt. Die Kor­re­la­ti­on zur Ak­tie ist mi­nim, da die Prä­mie zum di­rek­ten Ak­ti­en­be­zug 90% be­trägt.

Der spa­ni­sche In­fra­struk­tur-und Ener­gie­ver­sor­ger Aben­goa be­haup­te­te sich schwer im Markt. Der Ak­ti­en­kurs liegt der­zeit auf 18 €, rund 50% un­ter dem 2007 er­reich­ten Re­kord. Dem­ent­spre­chend ist die Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung von über 3 auf 1,65 Mrd. € ge­schrumpft. Die meis­ten Ana­lys­ten emp­feh­len den Ti­tel je­doch wei­ter­hin zum Kauf. Auch die Wan­del­an­lei­he mit ei­ner Ver­zin­sung von 41⁄ 2% und Lauf­zeit­ende 2017 liegt, ähn­lich wie die von FCC, mit ei­nem Kurs von 88,5% weit un­ter pa­ri. Die Prä­mie be­trägt 45% und die zu er­war­ten­de Ren­di­te 7%. Sol­che Ren­di­ten kann ein In­ves­tor sonst nur von Ak­ti­en­an­la­gen er­war­ten. Dass es auch et­was er­folg­rei­cher geht, be­weist ein klei­ner Exot aus Spa­ni­en: Die mit nur 480 Mio. € ka­pi­ta­li­sier­te Pe­sca­no­va ist ein in­ter­na­tio­nal tä­ti­ges Fi­sche­rei­un­ter­neh­men. Die Wan­del­an­lei­he mit ei­nem klei­nen Vo­lu­men von 110 Mio. €, ei­nem Cou­pon von 63⁄ 4% so­wie Fäl­lig­keit 2015 hat sich sehr er­freu­lich ent­wi­ckelt. Sie han­delt der­zeit zu 110%. Mit ei­ner Prä­mie von 22% und ei­ner Ak­ti­en­kor­re­la­ti­on von 0,69 ist der Ti­tel wei­ter­hin in­ter­es­sant. Je­doch be­steht – wie oft bei Emis­sio­nen die­ser Grös­sen­ord­nung – ein Li­qui­di­täts­pro­blem: Ist der Wand­ler ein­mal un­ter den An­le­gern pla­ziert, wird er nur noch sel­ten ge­han­delt. Die drei oben er­wähn­ten Un­ter­neh­men sind in un­ter­schied­li­chen Bran­chen tä­tig. Soll­te sich die Eu­ro­zo­n­e­kri­se auf Spa­ni­en aus­wei­ten, wä­ren sie des­halb auch un­ter­schied­lich be­trof­fen. Aber nicht nur für Wan­del­an­lei­hen­an­le­ger bleibt zu hof­fen, dass Spa­ni­en 2011 kein The­ma wird.

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