Neue Phar­ma­märk­te lo­cken

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - FRP

Lon­za blickt auf ei­ne 114-jäh­ri­ge, be­weg­te Ge­schich­te. Im­mer wie­der er­fand sich das Un­ter­neh­men neu. Den jüngs­ten Bruch, weg vom Che­mie­ge­schäft, führ­te Ste­fan Bor­gas her­bei: 60% des Um­sat­zes stam­men mitt­ler­wei­le aus der Auf­trags­her­stel­lung von Wirk­stof­fen. Der 46-jäh­ri­ge Öko­nom (Uni­ver­si­tät Saar­brü­cken und HSG) führt den Kon­zern seit 2004. Mit­tels Ex­pan­si­on in Schwel­len­län­der und zu­sätz­li­cher Stand­bei­ne in an­spruchs­vol­le neue Fel­der wie Bio­si­mi­lars, Zell­the­ra­peu­ti­ka (Bi­o­sci­ence) und die Ga­le­nik (via Zu­kauf ) will Bor­gas das Ge­schäft brei­ter aus­rich­ten. Denn Wirk­stof­fe ma­chen nur 7% der Wert­schöp­fung ei­nes Me­di­ka­ments aus. Mit dem is­rae­li­schen Ge­ne­ri­kakon­zern Te­va ent­wi­ckeln die Bas­ler Nach- ah­mer zu Bio­tech-Wirk­stof­fen. Ers­te Ein­nah­men ste­hen 2014 an.

Mit ei­nem Markt­an­teil von 5% ist Lon­za welt­weit die Num­mer eins in der Auf­trags­her­stel­lung. Der Markt soll in den nächs­ten zwei Jah­ren rund 10% jähr­lich auf 44 Mrd. $ wach­sen. Jüngst ver­schärf­ten sich je­doch Auf­trags­schwan­kun­gen und Kos­ten­druck. Das zwei­te Stand­bein Li­fe Sci­ence In­gre­dients lei­det un­ter Margendruck. Trotz sin­ken­der Prei­se will die Füh­rung den Markt­an­teil in Le­bens­mit­tel­zu­sät­zen ver­tei­di­gen. En­de 2009 schock­te Bor­gas die Märk­te, weil er die Mit­tel­frist­pro­gno­se auf­he­ben muss­te. Der Ak­ti­en­kurs brach ein. His­to­risch be­trach­tet, sind die Lon­za-Ak­ti­en güns­tig be­wer­tet. Auf­grund der Her­aus­for­de­run­gen im ope­ra­ti­ven Ge­schäft und den ge­dämpf­ten kurz­fris­ti­gen Aus­sich­ten der Phar­ma­bran­che wand­ten sich die An­le­ger zu­letzt zy­kli­sche­ren Che­mie­va­lo­ren zu. Ver­gan­ge­nes Jahr ent­wi­ckel­te sich der Kurs seit­wärts und blieb hin­ter dem Ge­samt­markt zu­rück. Wir schät­zen den Ge­winn 2010 auf 5.40 Fr. je Ak­tie und für 2011 auf 5.90 Fr. Um­rech­nungs­ef­fek­te schmä­lern 2010 den Be­triebs­ge­winn um 30 Mio. Fr.

Das welt­wei­te Pro­duk­ti­ons­netz schafft ei­ne ge­wis­se Ba­lan­ce, ein­zig im Werk Visp be­steht ein Trans­ak­ti­ons­ri­si­ko: Die Kos­ten fal­len in Fran­ken an, die Ein­nah­men weit­ge­hend in Eu­ro und Dol­lar. Al­lein hö­he­re Strom­prei­se be­scher­ten Mehr­aus­ga­ben von 20 Mio. Fr.

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