Be­tei­li­gungs­ge­schäft läuft wie ge­schmiert

Wei­te­re In­vest­ments in Pri­va­te Equi­ty ge­plant – Wert­schöp­fung über­steigt Per­for­mance der Ak­ti­en­bör­se – Güns­ti­ges Fremd­ka­pi­tal för­dert den He­be­lef­fekt

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - THO­MAS HEN­GART­NER

Die Mehr­heit der re­gel­mäs­sig be­frag­ten Gross­an­le­ger pla­ne für die­ses Jahr zu­sätz­li­che In­vest­ments in Pri­va­te Equi­ty, mel­det das Bran­chen­netz­werk Pre­qin in ei­ner neu­en Ver­laut­ba­rung. Die An­sprü­che an das Be­tei­li­gungs­me­tier sei­en je­doch so hoch­tra­bend wie lan­ge nicht mehr: 63% der Ant­wor­ten­den er­hoff­ten sich mit Pri­vat­markt­trans­ak­tio­nen auf Dau­er min­des­tens 4% Über­ren­di­te ge­gen­über der Per­for­mance des öf­fent­li­chen Ak­ti­en­markts. Wei­te­re 23% der be­frag­ten In­sti­tu­tio­nel­len woll­ten zu­min­dest 2 bis 4% Mehr­ren­di­te se­hen.

Für das zu­rück­lie­gen­de Jahr las­sen sich gu­te Leis­tun­gen der Pri­va­te-Equi­ty­Bran­che durch­aus be­le­gen. Die ko­tier­ten Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten des Sek­tors ha­ben den Wert des An­la­ge­porte­feuilles bis zum Zeit­punkt der letz­ten Wert­mes­sung per En­de No­vem­ber zu­meist klar zu stei­gern ver­mocht – und das trotz der er­heb­li­chen Be­las­tung meh­re­rer Schich­ten fes­ter und er­folgs­ab­hän­gi­ger Ge­büh­ren.

Trotz Avan­ce im Dis­count

Die in Dol­lar bi­lan­zie­ren­den Ge­sell­schaf­ten Ab­so­lu­te und Cast­le Pri­va­te Equi­ty er­reich­ten im elf­mo­na­ti­gen Zei­t­raum ei­ne Wert­stei­ge­rung um mehr als 12%. Wäh­rungs­be­rei­nigt bleibt ei­ne Ver­bes­se­rung von 8 bis 9%. Der Schwei­zer Ak­ti­en­markt, ge­mes­sen am SPI Swiss Per­for­mance In­dex, stieg in die­ser Zeit le­dig­lich 0,5%.

Noch viel auf­fäl­li­ger ist die Ak­ti­en­per­for­mance. Das wie­der­be­leb­te In­ter­es­se der An­le­ger hiev­te Ab­so­lu­te und Cast­le rund 60%. Den­noch sind sie erst zu et­wa zwei Drit­teln des Schätz­werts be­wer­tet, wie aus der Dis­kont­ta­bel­le auf der zweit­letz­ten Sei­te je­der FuW zu er­se­hen ist.

Mit Pri­va­te Equi­ty Hol­ding ist al­ler­dings auch ein un­güns­ti­ge­res Bei­spiel zu ver­zeich­nen. Die Ge­sell­schaft hat das Porte­feuille in der Bi­lanz­wäh­rung Eu­ro zwar bis No­vem­ber nach Kos­ten rund 5% zu ver­bes­sern ver­mocht. Die aus­ge­präg­te Eu­ro­schwä­che führ­te in fran­ken­ba­sier­ter Rech­nungs­wei­se in­des zu ei­ner Wert­min­de­rung um 7%.

Die Mehr­per­for­mance di­ver­si­fi­zier­ter Pri­vat­markt­an­la­gen las­se sich auch über den län­ge­ren Zei­t­raum be­le­gen, sagt Rai­ner En­der vom Zürcher Fonds­an­bie­ter Ad­veq. In ei­ner Ge­gen­über­stel­lung zum deut­schen Ak­ti­en­in­dex Dax ha­be Pri­va­te Equi­ty in zwölf der fünf­zehn Jah­re seit 1995 bes­ser ren­tiert. Spit­zen­wer­te wur­den zu­letzt zwi­schen 2004 und 2007 er­reicht, vor al­lem durch Fonds, die in den Kri­sen­jah­ren 2000 bis 2002 auf­ge­legt wur­den.

Das Pri­vat­markt­ge­schäft bie­te den Vor­teil, sich über den gan­zen Le­bens­zy­klus von Un­ter­neh­men zu en­ga­gie­ren. «Für neu ge­grün­de­te wie auch für in Schief­la­ge ge­ra­te­ne Fir­men ist Pri­va­te Equi­ty oft­mals gar die ein­zi­ge Fi­nan­zie­rungs­quel­le», er­wähnt En­der. Wert­trei­ber sei­en die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung und die Be­ein­flus­sung der Port­fo­li­oun­ter­neh­men, er­gänzt um die Op­ti­mie­rung der Ka­pi­tal-und Fi­nan­zie­rungs­struk­tur.

Meh­re­re at­trak­ti­ve Fel­der

Die Be­fürch­tung, der für die Fi­nan­zie­rung von Gross­über­nah­men frü­he­rer Jah­re auf­ge­türm­te Schul­den­berg könn­te Pri­va­te Equi­ty er­drü­cken, ver­flüch­tigt sich dank der Nor­ma­li­sie­rung an den Fi­nanz­märk­ten. Die Welt­wachs­tums­pro­gno­sen las­sen ei­ne stei­gen­de un­ter­neh­me­ri­sche Ak­ti­vi­tät er­war­ten, und die Tief­zin­sen kom­pri­mie­ren die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten. Das zeigt auch Wir­kung am Un­ter­neh­mens­an­lei­hen­markt, wo selbst Schuld­ner ge­rin­ger Bo­ni­tät zu at­trak­ti­ven Be­din­gun­gen Geld auf­neh­men (High Yield Bonds).

Bes­te In­vest­ment­chan­cen bie­ten sich ge­mäss En­der der­zeit in den Pri­vat­markt­seg­men­ten Re­struk­tu­rie­run­gen (Dis­tres- sed/Tur­naround), Buy­outs klei­ne­rer Un­ter­neh­men so­wie Ex­pan­si­ons­fi­nan­zie­rung asia­ti­scher Ge­sell­schaf­ten: «In die­sen fun­da­men­tal at­trak­ti­ven Be­rei­chen ist noch kein ren­di­te­schmä­lern­der Ka­pi­tal­über­hang fest­zu­stel­len.»

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