Di­ver­gen­zen in­ter­pre­tie­ren

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Die Nest­lé-Ti­tel ste­hen seit dem 29. De­zem­ber un­ter Druck. Die Mo­men­tu­min­di­ka­to­ren zeig­ten zu­letzt ei­ne zum Preis­ver­lauf di­ver­gie­ren­de Ent­wick­lung. Das ist der Fall, wenn die mitt­le­re Trend­dy­na­mik pro­zen­tu­al nach­lässt. Dar­aus lässt sich schlies­sen, dass der noch lau­fen­de Trend ei­nen ho­hen Sät­ti­gungs­grad auf­weist. Ei­ner zu­neh­men­den Am­bi­va­lenz ste­hen da­bei ste­tig ab­neh­men­de Kurs­ge­win­ne ge­gen­über.

Nest­lé

Letzt­lich muss aber der An­le­ger ent­schei­den, ob ei­ne sol­che Ak­tie noch in sein Kon­zept passt oder ob er die noch stei­gen­den Kur­se zum kom­for­ta­blen Aus­stieg nutzt. Die Kon­stel­la­ti­on ist so fra­gil ge­wor­den, dass die Ti­tel in­ner­halb von acht Han­dels­ta­gen auf das Ni­veau von vor zehn Mo­na­ten zu­rück­ge­wor­fen wur­den. Dar­an än­dert auch die Tat­sa­che nichts, dass das All­zeit­hoch le­dig­lich vier­zig Ta­ge zu­rück­liegt.

Die Sät­ti­gungs­zei­chen sind nicht nur im Ta­ge­schart von Nest­lé zu se­hen, son­dern auch in dem für den Mehr­mo­nat­s­trend re­le­van­ten Wo­chen­chart. Der jüngs­te Kurs­rück­gang schöpft sei­ne Kräf­te je­doch aus der kurz­fris­ti­gen Tech­nik. Auf­grund der ihr zu­grun­de­lie­gen­den Zykli­zi­tät er­war­ten wir in­ner­halb der nächs­ten ein bis drei Wo­chen im Be­reich 51.50/52.50 Fr. ei­ne Bo­den­bil­dung. Da­nach dürf­ten Nest­lé Na­men noch­mals von ei­nem kurz­fris­ti­gen Auf­wärts­trend er­fasst wer­den, der zu ei­nem neu­en All­zeit­hoch füh­ren könn­te. An der Tat­sa­che ei­ner aus­ge­reiz­ten Lang­frist­tech­nik wür­de dies je­doch nichts än­dern, im Ge­gen­teil.

Sul­zer

Sul­zer Na­men ha­ben im Sep­tem­ber ei­ne gros­se, breit ab­ge­stütz­te Drei­eck­struk­tur nach oben durch­bro­chen. Sol­che Drei­ecke ent­ste­hen fast aus­schliess­lich vor dem Ak­ze­le­ra­ti­ons­sta­di­um ei­nes Trends. Sul­zer ha­ben nun in­ner­halb die­ser Ak­ze­le­ra­ti­on ei­ne Pau­se ein­ge­legt. Die Kon­so­li­die­rung wird den Kurs mög­li­cher­wei­se in die Re­gi­on 128/130 Fr. zu­rück­brin­gen und da­bei ei­ne neue, klei­ne­re Drei­eck­struk­tur aus­bil­den.

Dass ei­ne Schwä­che­pha­se an­ste­hen dürf­te, zei­gen auch im Fall von Sul­zer Di­ver­gen­zen im Preis-und Mo­men­tumver­lauf des Ta­ge­scharts. Der Wo­chen­chart ist von den Schwä­chen nicht tan­giert. Es er­gibt sich qua­li­ta­tiv al­so ei­ne an­de­re Si­tua­ti­on als bei Nest­lé. We­gen ih­res grös­se­ren Be­ta-Fak­tors dürf­ten Sul­zer aber den­noch kurz­fris­tig mehr ver­lie­ren.

Ab­wärts­be­we­gun­gen ent­wi­ckeln oft ei­ne kurz­fris­tig grös­se­re Wucht, was es schwie­ri­ger macht, Ge­gen­be­we­gun­gen ein­zu­schät­zen. Der In­ves­tor soll­te da­her Ti­ming-In­stru­men­te nut­zen. Das ma­xi­mal er­mit­tel­ba­re Kor­rek­tur­po­ten­zi­al könn­te Sul­zer näm­lich auch auf 115 Fr. zu­rück­brin­gen. Letzt­lich ist ei­ne Kor­rek­tur dann vor­über, wenn sie zu En­de ist. Vor­aus­grei­fen­de Po­ten­zi­al­schät­zun­gen hel­fen aber, die Ver­hält­nis­se ein­zu­ord­nen. Mehr zu Mo­men­tu­min­di­ka­to­ren und an­de­ren in die­sem Bei­trag ver­wen­de­ten Fach­be­grif­fen fin­den Sie un­ter www.in­vest.ch/tap. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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