Zur Per­son

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - DF IN­TER­VIEW: DO­MI­NIK FELD­GES

Michael Dob­son ent­stammt nicht der Fa­mi­lie Schro­der und doch ist der Kon­zern­chef schon fast ein Fa­mi­li­en­mit­glied. Der 58-Jäh­ri­ge führt das zu 48% von der Schro­der-Fa­mi­lie kon­trol­lier­te Fond­shaus Schro­ders un­un­ter­bro­chen seit No­vem­ber 2001, was un­ter­streicht, wie viel Ver­trau­en ihm die Haupt­ak­tio­nä­re ent­ge­gen­brin­gen. Wie es sich für ein 207-jäh­ri­ges Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men ge­ziemt, führt Dob­son Schro­ders mit ru­hi­ger Hand. Als er sein Amt an­trat, be­fan­den sich 700 Mio. £ Li­qui­di­tät in der Kas­se. In der Zwi­schen­zeit sind dar­aus fast 1 Mrd. £ ge­wor­den. Ob­wohl Dob­son auf Ak­qui­si­tio­nen weit­ge­hend ver­zich­tet hat, ist un­ter sei­ner Füh­rung der Bör­sen­wert von Schro­ders um über das Zwei­ein­halb­fa­che auf 5,2 Mrd. £ ge­stie­gen. Die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen nah­men von 110 auf 181,5 Mrd. £ (Stand En­de Sep­tem­ber 2010) zu. An ei­nen Rück­tritt denkt Dob­son nicht. Er will mit Schro­ders wei­ter wach­sen und der­einst in neu­en Märk­ten wie In­di­en Fuss fas­sen. Auf Tr­ab hält ihn ne­ben der Ar­beit sei­ne jun­ge Fa­mi­lie (zwei Kin­der im Al­ter von sie­ben und zwölf Jah­ren). Auch die­sen Win­ter sind Ski­fe­ri­en im bünd­ne­ri­schen Klos­ters an­ge­sagt.

Wur­den Sie von der UBS an­ge­fragt, ob Sie In­ter­es­se an ei­ner Über­nah­me hät­ten? Nein.

Wie be­ur­tei­len Sie den Auf­stieg der Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds? Wer­den die kos­ten­güns­ti­gen bör­sen­ge­han­del­ten In­dex­fonds Ma­na­gern von ak­tiv ver­wal­te­ten Fonds wei­ter­hin Markt­an­tei­le ab­ja­gen? ETF wer­den vom Markt nicht ver­schwin­den. Sie könn­ten an Po­pu­la­ri­tät noch zu­le­gen. Doch der gros­se Markt­an­teils­ge­winn ist wohl vor­über. Die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen Jah­re lässt sich nicht ex­tra­po­lie­ren.

Ste­hen Sie un­ter Druck, die Ge­büh­ren zu sen­ken? Wir ver­lan­gen im Durch­schnitt 66 Ba­sis­punk­te auf den ver­wal­te­ten Ver­mö­gen. Die­ser Wert ist sta­bil. Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds sind oft gar nicht so güns­tig, wie

In­dem Sie sie auf die In­ves­to­ren über­wäl­zen? Das wer­den wir nicht tun. Wir wer­den die Kos­ten in­tern auf­fan­gen.

Wie po­si­tio­niert sich Schro­ders im Wett­be­werb mit Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds? Wir müs­sen ei­ne hö­he­re Ren­di­te als der In­dex er­wirt­schaf­ten. In den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren wa­ren 76% un­se­rer Fonds bes­ser als die Bench­mark re­spek­ti­ve der Durch­schnitt der Kon­kur­renz­pro­duk­te.

ETF wer­den vom Markt nicht ver­schwin­den. Doch der gros­se Markt­an­teils­ge­winn ist wohl vor­über.

An­bie­ter glaub­haft zu ma­chen ver­su­chen. Es wer­den bis zu 50 Ba­sis­punk­te in Rech­nung ge­stellt. Das ist viel für ei­ne pas­si­ve An­la­ge­stra­te­gie.

Wie ge­hen Sie mit der wach­sen­den Re­gu­lie­rungs­dich­te im Fi­nanz­sek­tor um? Sie ist ei­ne gros­se Her­aus­for­de­rung, aber Kla­gen nützt nichts. Wir müs­sen mit den zu­sätz­li­chen Re­geln le­ben und die dar­aus ent­ste­hen­den Kos­ten ak­zep­tie­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.