An­hal­ten­des Pre­mie­ren­feu­er­werk

NEUE NA­MEN AM FRANKENKAPITALMARKT 2010 Ko­rea mit Ener­gie und In­dus­trie – Bric auf Vor­marsch?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TM

Die In­no­va­ti­ons­kraft der Fe­der­füh­rer war 2010 re­kord­ver­däch­tig: Sie ha­ben neue Schuld­ner mit ei­nem Emis­si­ons­vo­lu­men von 10,215 Mrd. Fr. be­glei­tet (vgl. Ta­bel­le), mehr als das Dop­pel­te von 2009 (450 Mio.). Die Na­mens­lis­te ist mit 35 zu 11 mehr als drei­mal so lang.

Den Auf­takt mach­te ei­ne schwe­di­sche So­ver­eign Agen­cy mit dem klin­gen­den Na­men Sve­rigs Bo­sta­ds­fin­an­sie­rings­ak­tie­bo­lag (SBAB). Sel­ten war man so froh um ein Akro­nym – be­son­ders we­ni­ge Ta­ge nach Sil­ves­ter.

«Nicht oh­ne mei­ne Toch­ter»

Ei­ne be­kann­te Fir­ma führ­te da­ge­gen die neu­see­län­di­sche Toch­ter von Fran­ken­schuld­ner West­pac, West­pac Se­cu­ri­tes NZ, An­fang Ja­nu­ar. Dem­sel­ben Mus­ter folg­te ein an­de­rer Fi­nan­ci­al aus Aus­tra­li­en: Ob­wohl die Mut­ter NAB am Fran­ken­markt bes­tens be­kannt ist, han­del­te es sich bei

Ex­ploit neu­er Na­men am Fran­ken­markt Bank of New Ze­a­land (BNZ) In­ter­na­tio­nal Fun­ding um ei­nen De­bü­tan­ten. Um­ge­kehrt mach­te es Ban­que Po­pu­lai­re et de Cais­se d'Eparg­ne (BPCE): Das In­sti­tut war erst mit Toch­ter Na­ti­xis hier­zu­lan­de rüh­rig ge­we­sen und de­bü­tier­te im März selbst.

Ei­ne wei­te­re Va­ri­an­te nicht mehr tau­fri­scher Pre­mie­ren funk­tio­niert über «Schwes­tern». Bank of Mos­kau (BOM) hat­te 2008 über Kuz­net­ski Ca­pi­tal de­bü­tiert. Mit­te Au­gust 2010 nahm die Fi­nan­zie­rungs­toch­ter BOM Ca­pi­tal erst­mals Fran­ken auf. Ei­nen «zwei­ten Früh­ling» hat­te Ta­ge da­vor auch HSBC er­lebt. Die Mut­ter war über HSBC Bank und HSBC Fi­nan­ce un­be­si­chert be­reits Fran­ken­schuld­ner. Nun war die fran­zö­si­sche Toch­ter Co­ve­r­ed Bond Fran­ce an der Rei­he.

Die aus­tra­li­sche Toch­ter von Sin­ga­po­re Po­wer, SPI Electri­ci­ty & Gas Aus­tra­lia Hol­ding, klotz­te mit 475 Mio. Fr. Mut­ter von Sin­ga­po­re Po­wer ist Te­ma­sek, ei­ner der bei­den gros­sen Staats­fonds aus Sin­ga­pur. «Noch­mals» de­bü­tier­te Sin­ga­pur Po­wer Mit­te Jahr über SPI (Aus­tra­lia) As­sets.

Den ers­ten Fi­nan­ci­al aus Ost­eu­ro­pa stell­te die un­ga­ri­sche OTP Bank. Un­garn selbst tritt hier seit 2008 auf. Spe­zi­ell war – nicht nur we­gen der Eu­ro­kri­se – der ers­te Fran­ken­bond des Kö­nig­reichs Bel­gi­en: Die An­lei­he wur­de in Lu­xem­burg ko­tiert. In der Ju­li-Flau­te brach­te Bank of Ire­land das staats­ga­ran­tier­te De­büt über die Büh­ne – heu­te wohl ei­ne Hor­ror­vor­stel­lung für je­den Fe­der­füh­rer.

Fran­ken auch in Lu­xem­burg

Ein Hin­gu­cker war die Pre­mie­re von Amé­ri­ca Móvil. Der Mo­bil­funk­gi­gant ist das Kron­ju­wel Car­los Slims, des ge­mäss «For­bes» reichs­ten Manns der Welt. Nicht nur am Fran­ken­markt, son­dern auch am Eu­ro­markt un­be­kannt war Läns­försäk­rin­gar Hy­po­thek. Sie ge­hört ei­ner schwe­di­schen All­fi­nanz­grup­pe. Der Na­me dürf­te trotz De­büt nicht in al­ler Mun­de sein.

Mit Ko­rea Gas fei­er­te ein Ener­gie­händ­ler Pre­mie­re, Hy­un­dai setz­te für Süd­ko­rea in­dus­tri­el­le Ak­zen­te. Zu­vor wa­ren nur staats­na­he Ex­port­fi­nan­zie­rer wie Ke­xim, KDB und IBK prä­sent.

Das Jah­res­en­de stand im Zei­chen Latein­ame­ri­kas. Der De­bü­tan­ten­rei­gen setz­te mit Ban­co Vo­tor­an­tim aus Bra­si­li­en ein. Es folg­te Cen­tral Ame­ri­can Bank for Eco­no­mic In­te­gra­ti­on (Ca­bei) aus Hon­du­ras, nach CAF die zwei­te la­tein­ame­ri­ka­ni­sche Bank hier­zu­lan­de. Ban­co Santan­der Chi­le re­üs­sier­te mit ei­ner Dop­peltran­che.

En­de Jahr war Uni­on Bank of In­dia im Ge­spräch. Die Trans­ak­ti­on kam nicht zu­stan­de – doch auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben: Bald könn­te am Fran­ken­markt nach Russ­land und Bra­si­li­en der drit­te Buch­sta­be in Bric ein­zie­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.