Ge­winn­mo­tor läuft rund

Al­coa er­öff­net Be­richts­sai­son – App­le-Ak­ti­en pro­fi­tie­ren von Ve­ri­zons iPho­ne-Plä­nen

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - JAN BAU­MANN,

DDen An­fang hat am Mon­tag nach Bör­sen­schluss wie üb­lich Al­coa (16.49 $ am Mon­tag, +0,8% seit Don­ners­tag) ge­macht. Der welt­gröss­te Alu­mi­ni­um­kon­zern ver­dien­te dank fes­ter Ab­satz­prei­se 24 Cent pro Ak­tie im Quar­tal. Um Son­der­fak­to­ren be­rei­nigt wa­ren es 21 Cent – mehr, als die Ana­lys­ten ver­an­schlagt hat­ten. Al­ler­dings blieb der Um­satz mit 5,65 Mrd. $ et­was hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück. Die Va­lo­ren ga­ben dar­auf­hin nach­börs­lich Ter­rain preis.

Kon­zern­chef Klaus Klein­feld geht da­von aus, dass die glo­ba­le Alu­mi­ni­um­nach­fra­ge im lau­fen­den Jahr 12% zu­nimmt, nach­dem sie 2010 um 14% ge­klet­tert war. Nach Ein­schät­zung von Fi­nanz­chef Chuck McLa­ne ist zu­dem der Alu­preis hoch ge­nug, um den Ein­fluss der ge­stie­ge­nen Roh­stoff-und Her­stel­lungs­kos­ten so­wie der Dol­lar­schwä­che auf­zu­fan­gen.

Zwei Gross­über­nah­men be­las­te­ten die Va­lo­ren der zu­kau­fen­den Ge­sell­schaf­ten: Der Che­mie­rie­se Du Pont (49.03 $, –1,9%) er­wirbt für 5,8 Mrd. $ die dä­ni­sche Da­nis­co, die un­ter an­de­rem En­zy­me für die Nah­rungs­mit­tel-und die Bio­treib­stoff­her­stel­lung pro­du­ziert (vgl. Sei­te 27).

Mit Trans­ak­ti­ons­wert von 13,7 Mrd. $ ist die Über­nah­me von Pro­gress Ener­gy (43.99 $, +0,2%) durch Du­ke Ener­gy (17.58 $, –0,9%) noch ge­wich­ti­ger. Die Pro­gress-Ak­tio­nä­re er­hal­ten je Ti­tel 2,6125 An­tei­le von Du­ke. Dar­aus er­gibt sich die be­schei­de­ne Über­nah­me­prä­mie zum Frei­tags­schluss­kurs von 4%. In der Bran­che wer­den sonst üb­li­cher­wei­se zwei­stel­li­ge Prä­mi­en ge­bo­ten. Du­ke steigt zum gröss­ten ame­ri­ka­ni­schen Ver­sor­ger auf. Zu­sam­men kön­nen die bei­den Ge­sell­schaf­ten an­ste­hen­de In­ves­ti­tio­nen in neue Kraft­wer­ke so­wie den Auf­wand für die Re­duk­ti­on des Koh­len­di­oxid­aus­stos­ses bes­ser stem­men. er Mo­tor des ame­ri­ka­ni­schen Ak­ti­en­markts läuft auf vol­len Tou­ren. Nach wie vor kön­nen die Un­ter­neh­men den Ge­winn kräf­tig stei­gern, auch wenn die Ver­gleichs­ba­sis aus dem Vor­jahr an­spruchs­vol­ler ge­wor­den ist. 2011 wer­den die im S&P 500 ver­tre­te­nen Ge­sell­schaf­ten das Er­geb­nis je Ak­tie um 14% auf 96.09 $ stei­gern, schät­zen die Ana­lys­ten. Da­mit wür­de, so­fern die Er­war­tun­gen in Er­fül­lung ge­hen, ein Re­kord er­zielt. Der letz­te Ge­winn­gip­fel war ge­mäss Sta­tis­tik von Thom­son Reuters im Jahr 2006 mit 88.18 $ Ge­winn pro S&P-500-Ti­tel er­reicht wor­den.

Auf das Quar­tal her­un­ter­ge­bro­chen ste­hen eben­falls gu­te Neu­ig­kei­ten ins Haus. In den nächs­ten vier Wo­chen wird das Gros der Ge­sell­schaf­ten über das zu­rück­lie­gen­de vier­te Quar­tal 2010 be­rich­ten; und im Ver­gleich zum Vor­jah­res­ab­schnitt wird mit knapp 30% bes­se­ren Re­sul­ta­ten im S&P 500 ge­rech­net.

Alu-Ab­satz nimmt wei­ter zu

In­di­zes New York

App­le (342.45 $, +2,6%) pro­fi­tier­ten von der Aus­sicht des Kon­zerns auf ei­nen noch reis­sen­de­ren Ab­satz sei­ner iPho­nes: Ve­ri­zon (35.92 $, –0,9%) will im Fe­bru­ar end­lich das bis­he­ri­ge iPho­ne-Mo­no­pol von AT&T (28.34 $, –2,8%) auf dem US-Markt kna­cken und eben­falls das be­gehr­te Smart­pho­ne samt Mo­bil­funk­abo und Da­ten­plan an­bie­ten. Es wird span­nend sein, zu be­ob­ach­ten, ob Ve­ri­zon die glei­chen Ka­pa­zi­täts­pro­ble­me be­kommt, wie sie in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren AT&T hat­te, als mit der in­ten­si­ven In­ter­net-Nut­zung der iPho­ne-Be­sit­zer ein ge­wal­ti­ger Da­ten­strom die In­fra­struk­tur den An­bie­ters über­las­te­te.

Ri­va­li­tät der Chip­kon­zer­ne

In­tel (20.69 $, –0,4%) zahlt dem Gra­fik­chip­her­stel­ler Nvi­dia (20.63 $, +6,7%) ei­ne Li­zenz­ge­bühr von 1,5 Mrd. $ und legt da­mit ei­nen lang­wie­ri­gen Rechts­streit bei. Am Markt war ein sol­cher Ver­gleich er­war­tet wor­den. Die Sum­me über­steigt in­des die Pro­jek­tio­nen der Ana­lys­ten. Nicht nur für Nvi­dia ist die Ei­ni­gung ein Er­folg; auch der welt­gröss­te Chip­kon­zern In­tel hat Vor­tei­le: Dank der Tech­no­lo­gie von Nvi­dia kann In­tel den Bau von Chips vor­an­trei­ben, die für gra­fisch an­spruchs­vol­le An­wen­dun­gen be­deut­sam sind (sie­he ne­ben­ste­hen­des Spot­light).

Über­ra­schend hat In­tel-Ri­va­le Ad­van­ced Mi­cro De­vices (AMD, 9.19 $, +5,7%) am Mon­tag nach Bör­sen­schluss den 49-jäh­ri­gen Kon­zern­chef Dirk Mey­er in die Wüs­te ge­schickt. In­te­ri­mis­tisch über­nimmt Fi­nanz­chef Tho­mas Sei­fert, 47, die Kon­zern­füh­rung. Die Grup­pe mach­te aus ak­tu­el­lem An­lass vor­ab An­ga­ben zum Ge­schäfts­gang im vier­ten Quar­tal – ver­mut­lich in der Hoff­nung, auf die­se Wei­se die An­le­ger zu be­sänf­ti­gen: Der Um­satz be­trug in den zu­rück­lie­gen­den drei Mo­na­ten rund 1,65 Mrd. $. Das ist et­was mehr als von den Ana­lys­ten pro­gnos­ti­ziert wor­den war. AMD hat ei­nen An­teil von schät­zungs­wei­se 12% am PC-Chip­markt und ist im Ver­gleich zu In­tel ein Zwerg. Ob AMD mit neu­er Füh­rung mehr Schwung ge­winnt als bis­lang, ist zu be­zwei­feln. Am Di­ens­tag sack­te der Kurs in den ers­ten dreis­sig Han­dels­mi­nu­ten 6% ab.

Der Bro­ker Gold­man Sachs (169.76 $, –1,5%), der für sei­nen Er­folg und sei­ne Ro­bust­heit wäh­rend der Kre­dit­kri­se eben­so be­wun­dert wie an­ge­fein­det wird, lüf­tet den Schlei­er. Künf­tig soll aus der Er­folgs­rech­nung her­vor­ge­hen, wie viel Gold­man mit dem Ei­gen­han­del ver­dient und wie viel mit dem Han­del auf Kon­to und Ri­si­ko der Kun­den. Die Neue­rung setzt Emp­feh­lun­gen ei­nes Son­der­ko­mi­tees um, das Chair­man und Kon­zern­chef Lloyd Blank­fein im letz­ten Mai ein­setz­te. Sei­ne Dop­pel­rol­le als Chair­man und Chef sei nicht Ge­gen­stand der Er­ör­te­rung im Ko­mi­tee ge­we­sen, mel­det das «Wall Street Jour­nal». Am 19. Ja­nu­ar wird der Kon­zern erst­mals ge­mäss dem neu­en Sche­ma über das vier­te Quar­tal 2010 be­rich­ten.

Der Ge­samt­markt büss­te von Don­ners­tag bis Mon­tag ge­mes­sen am Dow Jo­nes In­dus­tri­al 0,5% auf 11 637,45 ein. Der tech­no­lo­gie­las­ti­ge Nas­daq-Com­po­si­te-In­dex no­tier­te ei­nen Hauch leich­ter auf 2707,80 (–0,1%). Am Bond­markt sank die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Tre­a­su­ry No­tes um 12 Ba­sis­punk­te auf 3,3%. Am Di­ens­tag­vor­mit­tag avan­cier­te der Dow 0,4%, was vor al­lem ei­ni­gen gu­ten Un­ter­neh­mens­zah­len zu ver­dan­ken war. Der De­tail­han­dels­kon­zern Se­ars Hol­ding (70.60 $, +0,1%) und der Lu­xus­gü­ter­an­bie­ter Tif­fa­ny (60.94 $, +1,2%) ga­ben ei­nen vor­teil­haf­ten Aus­blick.

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