Zur Kas­se bit­te

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - FH

US-Chip­gi­gant In­tel hat am Mon­tag ei­nen zwei­jäh­ri­gen Pa­tent­streit mit Nvi­dia bei­ge­legt. Das ga­ben die Par­tei­en nach Bör­sen­schluss be­kannt. Im neu ge­trof­fe­nen Li­zenz­de­al er­klärt sich In­tel be­reit, dem Gra­fik­chip­spe­zia­lis­ten über die nächs­ten fünf Jah­re ver­teilt 1,5 Mrd. $ zu be­zah­len. Al­le hän­gi­gen Kla­gen wer­den da­für zu den Ak­ten ge­legt. Ob­wohl ein Ver­gleich er­war­tet wor­den war, zeig­ten sich Ana­lys­ten von der Hö­he der Ab­gel­tung über­rascht.

In­tel selbst hat­te den Dis­put ins Rol­len ge­bracht: Ba­sie­rend auf ei­ner Ver­ein­ba­rung von 2004 bot Nvi­dia jah­re­lang Chip­sät­ze an, die ei­ge­ne Gra­fik­chips mit Mi­kro­pro­zes­so­ren von In­tel kom­bi­nier­ten. Spä­ter stell­te sich der Chi­prie­se auf den Stan­dpunkt, der De­al sei nicht auf die neu ent­wi­ckel­te x86-Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tur Ne­ha­lem an­wend­bar. Nvi­dia zeig­te sich aber nicht be­reit, die Li­zenz­be­din­gun­gen neu aus­zu­han­deln – was schliess­lich im Fe­bru­ar 2009 in ei­ne Kla­ge von In­tel und ei­ne Ge­gen­kla­ge von Nvi­dia mün­de­te.

Das neue Ab­kom­men er­laubt bei­den Par­tei­en, auf Pa­ten­te des an­de­ren zu­rück­zu­grei­fen. Nvi­dia wird es aber auch künf­tig nicht mög­lich sein, ei­ge­ne Pro­zes­so­ren auf Ba­sis von In­tels om­ni­prä­sen­ter x86-Ar­chi­tek­tur zu ent­wi­ckeln. Das setzt Nvi­dia un­ter Druck: So­wohl In­tel wie auch Kon­kur­rent AMD wol­len Gra­fik-und Mi­kro­pro­zes­so­ren auf ei­nem ein­zi­gen Plätt­chen Si­li­zi­um zu­sam­men­füh­ren. Ers­te Chips der neu­en Ge­ne­ra­ti­on hat In­tel be­reits ver­gan­ge­ne Wo­che an der Con­su­mer Elec­tro­nics Show (CES) in Las Ve­gas vor­ge­stellt. In­te­grier­te Lö­sun­gen wie die­se könn­ten lang­fris­tig die Nach­fra­ge nach Nvi­di­as Kern­pro­duk­ten – spe­zia­li­sier­ten Gra­fik­pro­zes­so­ren – schmä­lern.

Nvi­dia macht aus der Not ei­ne Tu­gend: Un­ter dem Co­de­na­men Pro­ject Den­ver setzt der Kon­zern auf die Ent­wick­lung von Mi­kro­pro­zes­so­ren auf Ba­sis der Arm-Ar­chi­tek­tur. Die­se ist zur­zeit in Smart­pho­nes und Tablet-Rech­nern das Mass al­ler Din­ge. Künf­tig soll aber auch der Ein­satz in Desk­top-PC und Ser­vern mög­lich sein. Dass Arm-Pro­zes­so­ren ih­ren Ein­fluss ste­tig er­wei­tern, hat jüngst auch Mi­cro­soft klar­ge­macht. Das US-Soft­ware­haus, des­sen Be­triebs­sys­tem Win­dows bis­lang nur auf In­tel-Pro­zes­so­ren lief, dürf­te in der nächs­ten Ver­si­on 8 auch Arm-kom­pa­ti­bel sein.

Für In­tel ist die Zah­lung kaum re­le­vant. Den Be­trag kann der Kon­zern an­ge­sichts ei­ner Net­to­li­qui­di­tät von 18,4 Mrd. $ aus der Por­to­kas­se be­glei­chen. Ent­spre­chend la­gen die Ak­ti­en am Di­ens­tag­mor­gen im Plus. In­tel blei­ben so­li­de Tech­no­lo­gie­ti­tel, die 2011 ei­ne Ren­di­te von 3,5% ab­wer­fen dürf­ten. Gros­se Kurs­a­van­cen sind vo­r­erst aber kei­ne zu er­war­ten. Für Nvi­dia hin­ge­gen ist die Zah­lung ein will­kom­me­ner Zu­schuss, der den Ge­winn 2011 30% an­he­ben dürf­te. Die Va­lo­ren no­tier­ten am Di­ens­tag al­ler­dings fast un­ver­än­dert.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.