Kaum po­si­ti­ve Im­pul­se für den Dax

FRANK­FURT Staats­schul­den­kri­se ver­un­si­chert kurz­zei­tig – Durch­misch­te Un­ter­neh­mens­nach­rich­ten

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - BA

Die zwei­te Wo­che des jun­gen Jah­res be­gann am deut­schen Ak­ti­en­markt schlep­pend, nahm aber am Di­ens­tag Fahrt auf. Neue al­te Sor­gen um die Staats­fi­nan­zen von Por­tu­gal brems­ten zu­nächst die Kauf­lust. Das ver­wun­dert, denn die Märk­te soll­ten vor­weg­ge­nom­men ha­ben, dass der ver­schul­de­te Staat frü­her oder spä­ter fi­nan­zi­el­le Hil­fe wird in An­spruch neh­men müs­sen. Der Dax schloss dank ei­ner klei­nen Er­ho­lung am Di­ens­tag auf 6941,6 und da­mit nur 0,1% nied­ri­ger als am Frei­tag.

Sie­mens (Ak­ti­en seit Frei­tag +2% auf 91.48 €) moch­te an ei­ner In­ves­to­ren­ver­an­stal­tung in New York zu ge­fal­len, und ei­ni­ge Un­ter­neh­men leg­ten schon Eck­da­ten zum ver­gan­ge­nen Quar­tal vor. Me­tro (–0,9% auf 52.24 €; vgl. Sei­te 28) über­zeug­ten den Markt we­ni­ger, im Ge­gen­satz zu Con­ti­nen­tal (+5,2% auf 60.83 €). Der Rei­fen-und Au­to­elek­tro­nik­her­stel­ler ent­wi­ckel­te sich ge­mäss ei­ge­nen An­ga­ben zu­letzt bes­ser als er­war­tet und dürf­te 2010 bei 25,5 Mrd. € Um­satz ei­ne be­rei­nig­te ope­ra­ti­ve Mar­ge von 9,5% er­zielt ha­ben. Hei­del­berg Ce­ment in­for­mier­te über ein ehr­gei­zi­ges «Drei­jah­res­pro­gramm zur Stär­kung der fi­nan­zi­el­len und ope­ra­ti­ven Leis­tungs­fä­hig­keit», was den Ak­ti­en (+4,2% auf 47.38 €) Auf­trieb ver­lieh.

Die am staat­li­chen Tropf hän­gen­de Com­merz­bank deu­te­te zwar an, ope­ra­tiv im vier­ten Quar­tal ei­nen Ge­winn er­zielt zu ha­ben. Doch je bes­ser es läuft, des­to eher kommt die Ka­pi­tal­er­hö­hung, um sich vom Staat zu be­frei­en, denkt der Markt. So ist die Fan­ta­sie be­grenzt, Com­merz­bank ver­lo­ren 4,3% auf 5.35 €. Deut­sche Bank zeig­ten sich recht re­sis­tent ge­gen die Por­tu­ga­lund all­ge­mei­ne Staats­schul­den­kri­se und ver­lo­ren nur 1,3% auf 40.49 €.

Die Va­lo­ren Bei­ers­dorf wur­den ge­mie­den und ga­ben 2% auf 41.22 € nach. Die am Di­ens­tag vor­ge­leg­ten Eck­da­ten zu 2010 ha­ben nicht über­zeugt. Im De­zem­ber war für den Kon­zern­be­reich Con­su­mer (Kör­per­pfle­ge, Kos­me­tik) ein Um­bau, ver­bun­den mit ho­hen In­ves­ti­tio­nen, an­ge­kün­digt wor­den. Seit­dem herrscht Skep­sis ge­gen­über Bei­ers­dorf.

Die Kurs­ent­wick­lung in Frank­furt war aber auch häu­fig fremd­be­stimmt. So leg­ten Sym­ri­se ge­gen den Trend 3,7% auf 20.43 € zu. Grund war die Nach­richt, der US-Che­mie­rie­se Du Pont wol­le Da­nis­co über­neh­men, den dä­ni­schen Her­stel­ler von En­zy­men und Zu­satz­stof­fen für Nah­rungs­mit­tel (vgl. Sei­te 27). Sym­ri­se ist als Pro­du­zent von Ge­schmacks-und Duft­stof­fen zu­min­dest in ei­nem ver­wand­ten Ge­schäft ak­tiv, wo oh­ne­hin Über­nah­me­fan­ta­sie herrscht. Dass BASF (unv. 57.07 €) zu den bes­se­ren Wer­ten ge­hör­ten, lag an zu­ver­sicht­li­chen Markt­stim­men zu den Aus­sich­ten des Che­mie­kon­zerns.

Lan­xess-Chef Axel Heit­mann war wohl schlecht be­ra­ten, der «Bild» zu sa­gen, er fürch­te ei­ne Ab­küh­lung der Wirt­schaft. Kon­junk­tur­pro­gram­me wür­den aus­lau­fen, wird er zitiert, und die Staats­ver­schul­dung sei be­sorg­nis­er­re­gend. Das al­les ist nichts Neu­es, und be­trifft vie­le Un­ter­neh­men. Die Aus­sa­gen ha­ben wohl eher den Zweck, über­trie­be­nen Lohn­for­de­run­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten, als In­ves­to­ren auf schlech­te Zei­ten vor­zu­be­rei­ten. Kurz­zei­tig ho­he Kurs­ver­lus­te zei­gen, wie vie­le zitt­ri­ge Hän­de es der­zeit gibt, am En­de ver­lo­ren Lan­xess 1% auf 55.09 €.

Auch Gil­de­meis­ter (–1,8% auf 16.32 €) stan­den zeit­wei­se un­ter Druck (vor­über­ge­hend –8%). Ge­mäss Aus­sa­gen ei­nes Fir­men­spre­chers mach­te ei­ne grös­se­re Adres­se Kas­se. Ope­ra­ti­ve Grün­de ge­be es für die Kurs­ver­lus­te nicht, hiess es. Die Va­lo­ren des Ma­schi­nen-und An­la­gen­bau­ers Gea Group hiel­ten sich mit +0,9% auf 21.97 € et­was bes­ser, und die Ak­ti­en des Ab­füll-und Ver­pa­ckungs­an­la­gen­bau­ers Kro­nes (+0,2% auf 47.02 €) und von Ger­res­hei­mer (+0,5% auf 32.12 €), spe­zia­li­siert auf An­la­gen für Ver­pa­ckun­gen aus Glas und Kunst­stoff, la­gen in der jun­gen Wo­che oh­ne be­son­de­re Nach­rich­ten im MDa­xMit­tel­feld.

Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen stieg von 2,87 auf 2,93%.

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