BAE Sys­tems be­hält US-Ein­heit

LONDON Marks & Spen­cer ver­lie­ren – Kurs­sprung in Smith & Ne­phew – Bo­nus­zeit für Ban­ken

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - CP

Die Ci­ty ist wie­der zum Le­ben er­wacht. Nach ei­ner zwei­wö­chi­gen Pau­se sind die Bü­ros im Fi­nanz­di­strikt nun ge­füllt. Es wird wie­der ge­han­delt und spe­ku­liert: Der Ka­pi­tal­markt ist of­fen, Über­nah­men kom­men beid­seits des At­lan­tiks zu­stan­de. Dem FTSE-100-In­dex be­kam die Rück­kehr der Ban­ker we­nig. Er sank auf 6014 (–0,3% seit Frei­tag). Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen stieg wei­ter an, auf 3,55% (+4 Ba­sis­punk­te).

Die ak­tu­el­le Bör­sen­wo­che wird von den De­tail­lis­ten ge­prägt, die über das Weih­nachts­ge­schäft Aus­kunft ge­ben. Ge­mäss De­tail­han­dels­ver­band Bri­tish Re­tail Con­sor­ti­um ist der Ver­kauf im De­zem­ber auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis ge­gen­über dem Vor­jahr um 0,3% ge­sun­ken. Die füh­ren­de Be­klei­dungs­ket­te Marks & Spen­cer (–3,9% auf 373,2 p) hat sich bes­ser ge­schla­gen und im drit­ten Quar­tal, das bis En­de De­zem­ber dau­er­te, ein Wachs­tum von knapp un­ter 3% er­reicht. Ob­wohl das Er­geb­nis bes­ser aus­fiel als von Ana­lys­ten er­war­tet, ga­ben die Ak­ti­en nach. Denn M&S glaubt, dass sich die Be­din­gun­gen 2011 ver­schlech­tern wür­den, weil die Haus­halt­ein­kom­men durch hö­he­re Mehr­wert­steu­ern und Kür­zun­gen der Staats­aus­ga­ben un­ter Druck kom­men.

Der On­line-Nah­rungs­mit­tel­händ­ler Oca­do (–1,8% auf 182,6 p) pro­fi­tier­te da­von, dass der Win­ter­ein­bruch im De­zem­ber gros­se Tei­le des Ver­kehrs­net­zes lahm­ge­legt hat­te und ver­zeich­ne­te ein Um­satz­plus von 27% im De­zem­ber. Erst­mals seit dem IPO im Ju­li no­tie­ren die Ak­ti­en über dem Aus­ga­be­preis von 180 p.

Der Rüs­tungs­kon­zern BAE Sys­tems (–2% auf 340 p) gab über­ra­schend ei­nen Rück­zie­her be­kannt. Die US-Ein­heit Plat­form So­lu­ti­ons, die Steue­run­gen und An­trie­be für zi­vi­le als auch mi­li­tä­ri­sche Fahrund Flug­zeu­ge fer­tigt, wird nun doch nicht ver­kauft, und das ob­wohl sich meh­re­re Käu­fer für die Ein­heit, de­ren Wert auf 1,5 bis 2 Mrd. $ ge­schätzt wur­de, in­ter­es­sier­ten (vgl. FuW Nr. 72 vom 15. Sep­tem­ber).

Ti­tel des Me­di­zi­nal­tech­nik­kon­zerns Smith & Ne­phew (+3,1% auf 670 p) er­leb- ten ei­nen tur­bu­len­ten Wo­chen­start. Am Mon­tag schos­sen sie um 14% in die Hö­he. An­le­ger war­te­ten je­doch ver­geb­lich dar­auf, dass S&N über ein vor­lie­gen­des Kauf­an­ge­bot von John­son & John­son in­for­mie­ren wür­de (vgl. Sei­te 29).

Hin­ge­gen tritt der schwe­len­de Über­nah­me­kampf zwi­schen dem Bank­no­ten­dru­cker De La Rue (–2,4% auf 815 p) und dem pri­va­ten Un­ter­neh­men Ober­thur in die ent­schei­den­de Pha­se. Ober­thur hat vier Wo­chen Zeit, ein ver­bind­li­ches An­ge­bot für De La Rue vor­zu­le­gen.

Ban­ken, vor al­lem die vier High­s­tree­tIn­sti­tu­te Bar­clays (+6,1% auf 292 p), HSBC (+1,3% auf 688,7 p), Lloyds Ban­king (–0,4% auf 66,18 p) und Roy­al Bank of Scot­land (+0,4% auf 40,26 p) ste­hen un­ter Be­ob­ach­tung, denn es ist Bo­nus­zeit und die Glaub­wür­dig­keit der Re­gie­rung steht auf dem Spiel. Sie hat­te ver­spro­chen, «un­ak­zep­tier­ba­re» Bank­boni zu ver­hin­dern, doch sieht es nicht so aus, als ob das ge­lin­gen wür­de. Zu­dem sag­te der neue Bar­clay­sChef Bob Dia­mond vor ei­nem Par­la­ments­aus­schuss, die Zeit der Reue und Ent­schul­di­gun­gen der Ban­ken sei vor­bei.

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