M&A-Fie­ber greift um sich

EU­RO­PA

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Die eu­ro­päi­schen Bör­sen star­te­ten am Mon­tag we­gen neu­er Sor­gen um den Eu­ro mit Ver­lus­ten in die Han­dels­wo­che. Im Fo­kus war dies­mal Por­tu­gal, das im­mer stär­ker un­ter Druck ge­rät (vgl. Sei­te 25). Am Di­ens­tag folg­te ei­ne leich­te Er­ho­lung, nach­dem der Auf­takt in die US-Be­richts­sai­son er­folg­reich ver­lau­fen war. Der Sto­xx 50 no­tiert im Ver­gleich zum Frei­tags­schluss 0,1% hö­her auf 2644,8. Für Ge­sprächs­stoff sorg­ten zu­dem Über­nah­me­ver­hand­lun­gen – und Spe­ku­la­tio­nen – im Phar­ma­sek­tor. Der Sto­xx Ge­sund­heit ver­liert 0,2% auf 395,7.

Der Bran­chen­rie­se Sa­no­fi-Aven­tis (Ak­ti­en –0,6% auf 49.44 €) mel­de­te, mit Gen­zy­me über ei­ne Er­hö­hung der feind­li­chen Of­fer­te zu ver­han­deln. Bis­her hat­te Sa­no­fi 18,5 Mrd. $ für das US-Bio­tech-Un­ter­neh­men ge­bo­ten, nun könn­te das An­ge­bot um ei­ne er­folgs­ab­hän­gi­ge Zah­lung er­gänzt wer­den (vgl. Sei­te 27).

Smith & Ne­phew (+3,1% auf 670 p) soll der­weil das In­ter­es­se des US-Ge­sund­heits­kon­zerns John­son & John­son ge­weckt ha­ben, be­rich­ten bri­ti­sche Me­di­en (vgl. Sei­te 29). Der Med­tech-Kon­zern soll die 7 Mrd. £ schwe­re Of­fer­te als zu nied­rig zu­rück­ge­wie­sen ha­ben, gab aber eben­so wie John­son & John­son kei­ne Stel­lung­nah­me ab. Die Ak­ti­en Smith & Ne­phew no­tier­ten am Di­ens­tag we­gen feh­len­der In­for­ma­tio­nen auch wie­der 5,9% tie­fer, nach­dem sie am Mon­tag 9,5% ge­klet­tert wa­ren. Im Ge­gen­zug mach­ten No­bel Bio­ca­re (+0,2% auf 18.76 Fr., vgl. Sei­te 15) die Ge­winn­mit­nah­men vom Mon­tag wie­der wett. Der Zahn­im­plan­tat­her­stel­ler gilt eben­falls als mög­li­ches Über­nah­me­ziel für John­son & John­son, wä­re aber ne­ben Smith & Ne­phew ein zu gros­ser Bro­cken, hiess es von Händ­ler­sei­te. Die Ti­tel der Med­tech-Kon­kur­ren­ten Syn­thes (+2,1% auf 127.50 Fr.), Co­lo­plast (+1,6% auf 817 dKr.), Elek­ta (+3,3% auf 269.10 sKr.) und Ge­tin­ge (+6,6% auf 152.70 sKr.) pro­fi­tier­ten da­ge­gen von den Spe­ku­la­tio­nen.

Auch die Pa­pie­re der dä­ni­schen En­zym­pro­du­zen­ten No­vo­zy­mes (+8,3% auf 837 dKr.) und Chr. Han­sen (+3,2% auf 120.10 dKr.) ka­men vor­an, weil Du Pont den Wett­be­wer­ber Da­nis­co (+24,1% auf 657.50 dKr.) für 5,8 Mrd. $ über­neh­men will (vgl. Sei­te 27). Um den Kauf des Kon­kur­ren­ten Tale­cris zu fi­nan­zie­ren, soll der Blut­plas­ma­her­stel­ler Grifols (+2,6% auf 10.43 €) noch die­se Wo­che für 1,1 Mrd. $ Ob­li­ga­tio­nen aus­ge­ben.

Qia­gen (–0,4% auf 14.94 €) be­tei­ligt sich der­weil am Bio­tech-Start-up Ala­cris, das neue Tech­no­lo­gi­en zur Er­stel­lung ge­ne­ti­scher Pro­fi­le von Pa­ti­en­ten zu de­ren ge­ziel­ter Be­hand­lung ent­wi­ckelt. Al­lein in die­sem Be­reich rech­net Qia­gen 2011 mit ei­nem Wachs­tum von 40%. Die deut­sche Bio­tech-Grup­pe be­stä­tig­te zu­dem die Zie­le für das Ge­schäfts­jahr 2011. Auch der CFO des Bran­chen­rie­sen Ro­che (–0,6% auf 134.80 Fr.), Erich Hun­zi­ker, be­hielt die Pro­gno­se für 2011 auf­recht.

We­gen hö­he­rer Kos­ten für ei­nen Ge­richts­pro­zess muss­te Ac­te­li­on (–2,7% auf 51.50 Fr.) die Pro­gno­se für den ope­ra­ti­ven Ge­winn 2010 et­was sen­ken. Bayer (–2,1% auf 54.32 €) und Fre­se­ni­us Vz (–0,3% auf 62.30 €) be­stä­tig­ten der­weil an ei­nem In­ves­to­r­en­se­mi­nar die für 2010 ge­steck­ten Zie­le. Lon­za (–4,3% auf 70.05 Fr.) lit­ten un­ter ei­ner Ver­kaufs­emp­feh­lung durch die Ana­lys­ten der Deut­schen Bank.

Sto­xx-50-Ge­win­ner/-Ver­lie­rer

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