Re­so­na und El­pi­da zu­rück­ge­stuft

TOKIO Zwei­te Rei­he bes­ser als Blue Chips – Stahl­ak­ti­en pro­fi­tie­ren von Ana­lys­ten­emp­feh­lun­gen

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA/ÜBERSEE - FuW

Die An­le­ger be­gan­nen nach ei­nem lan­gen Wo­che­n­en­de den Di­ens­tags­han­del sehr ru­hig. Der Nik­kei-225-In­dex be­weg­te sich den gan­zen Tag un­weit von 10 500 und schloss knapp dar­über, auf 10510,68. Das ent­spricht ei­nem Ab­schlag von 0,3% zum Frei­tag. Am Mon­tag wur­de in Ja­pan der Tag des Er­wach­sen­wer­dens ge­fei­ert, und die Bör­se blieb ge­schlos­sen.

Nach den schwa­chen Vor­ga­ben aus Asi­en und Über­see war mit grös­se­ren Ver­lus­ten ge­rech­net wor­den. Der markt­brei­te To­pix hin­ge­gen stieg am Di­ens­tag 0,1% und ging auf 926,94 aus dem Markt. Die Va­lo­ren aus der zwei­ten Rei­he lie­fen den Blue Chips er­neut den Rang ab: Der Nas­daq-In­dex ge­wann 0,7%. Eben­so viel mach­ten die Im­mo­bi­li­en­trusts (Reits) gut. Der Wachs­tums­markt Mo­thers sprang 2,2% nach oben.

Auf Sek­to­re­nebe­ne schnit­ten Stahl­wer­te am bes­ten ab. Sie ge­wan­nen dank Ana­lys­ten­emp­feh­lun­gen 2,2%, die Ti­tel des Bran­chen­füh­rers Nip­pon Steel so­gar 3,8% auf 303 Yen. Der Stahl­rie­se gab be­kannt, die Prei­se pro Ton­ne im Durch­schnitt 4% zu er­hö­hen. Mit ei­ni­gen Kun­den sei schon ei­ne Ei­ni­gung er­zielt wor­den. Aus­ser­dem soll ab dem Fis­kal­jahr 2012/13 (per En­de März) mit dem in­di­schen Wett­be­wer­ber Ta­ta Steel ein Jo­int Ven­ture be­gon­nen wer­den, um die Stel­lung in In­di­en zu ver­stär­ken.

To­yo­ta Mo­tor (Ak­ti­en un­ver­än­dert auf 3455 Yen) ar­bei­tet an der Ent­wick­lung ei­ner Au­to­bat­te­rie aus Ma­g­ne­si­um. Sie ver­mag ge­mäss ers­ten Tes­t­er­geb­nis­sen un­ge­fähr die dop­pel­te Men­ge Ener­gie als die zur­zeit ver­wen­de­ten Li­thi­um-Ion-Zel­len zu spei­chern.

Nin­ten­do (+1,8% auf 24 040 Yen) hat die neue Spiel­kon­so­le 3DS in ei­nem Mes­se­zen­trum in Chi­ba aus­ser­halb To­kios vor­ge­stellt. Hun­der­te von Vi­deo­spiel­be­geis­ter­ten stan­den Schlan­ge, um ei­ni­ge Mi­nu­ten mit dem neu­en Ge­rät zu spie­len, das 3D-Ef­fek­te oh­ne Spe­zi­al­bril­le ver­spricht. Nin­ten­do will am 26. Fe­bru­ar acht neue Spie­le für die Kon­so­le auf den Markt brin­gen und im ers­ten Ver­kaufs­mo­nat rund 1,5 Mio. Ge­rä­te in Ja­pan ab­set­zen. Die War­nung des Un­ter­neh­mens in der letz­ten Wo­che, dass Kin­der im Al­ter von sechs Jah­ren oder jün­ger vom Ge­brauch der 3DS Au­gen­schä­den er­lei­den könn­ten, wur­de von Kin­der­ärz­ten und Au­gen­spe­zia­lis­ten nicht be­stä­tigt. Nin­ten­do prä­zi­sier­te, dass die War­nung vor al­lem zum vor­beu­gen­den Schutz vor Sam­mel­kla­gen in den USA aus­ge­spro­chen wor­den sei.

Die Ein­zel­han­dels­grup­pe Ae­on hat am Frei­tag nach Markt­schluss die Neun­mo­nats­zah­len be­kannt­ge­ge­ben. Es re­sul­tier­te ein Ge­winn von 49,1 Mrd. Yen (570 Mio. Fr.). In der Vor­jah­res­pe­ri­ode war ein Ver­lust von 9,9 Mrd. Yen ver­bucht wor­den. Die Pro­gno­se für den ope­ra­ti­ven Ge­winn im Ge­samt­jahr wur­de um 3% auf 150 Mrd. Yen ge­senkt, die Net­to­ge­win­n­an­nah­me je­doch 6% auf 55 Mrd. Yen nach oben re­vi­diert. Die An­le­ger ho­no­rier­ten die er­folg­rei­chen Kos­ten­spar­mass­nah­men: Die Ak­ti­en ge­wan­nen 2,9% auf 1051 Yen.

Die Ti­tel des viert­gröss­ten Kre­dit­in­sti­tuts Ja­pans, Re­so­na, stürz­ten 7,3% auf 485 Yen ab. Aus­lö­ser für die er­neu­ten Ver­lus­te war die am Frei­tag an­ge­kün­dig­te Ka­pi­tal­er­hö­hung von 575 Mrd. Yen (vgl. FuW vom Sams­tag). Ob­wohl am Markt seit län­ge­rer Zeit dar­über spe­ku­liert wor­den war, wann Re­so­na ei­ne sol­che Mass­nah­me durch­füh­ren wür­de, um er­hal­te­ne Un­ter­stüt­zungs­gel­der an die Re­gie­rung zu­rück­zu­zah­len, wa­ren die In­ves­to­ren nun doch über­rascht über den Zeit­punkt und die Hö­he der Emis­si­on.

Der Zei­tung «Nik­kei News» zu­fol­ge hat El­pi­da Me­mo­ry (–3,8% auf 1001 Yen) we­gen fal­len­der Prei­se für Dram-Spei­cher­Chips ei­nen ope­ra­ti­ven Ver­lust im drit­ten Quar­tal er­lit­ten. Dram-Chips sei­en im Schnitt 30% bil­li­ger ver­kauft wor­den als im Vor­quar­tal, was ei­nen Fehl­be­trag von rund 20 Mrd. Yen zur Fol­ge ha­ben dürf­te. Ana­lys­ten hat­ten den Ver­lust bis­her auf 7,4 Mrd. Yen be­zif­fert.

Der Yen no­tier­te mit 83.03 Yen/$ we­nig ver­än­dert zum Frei­tag. Die zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen ren­tie­ren mit 1,175% um 0,1 Ba­sis­punk­te nied­ri­ger als zu Wo­chen­schluss. Händ­ler spra­chen von ver­stärk­ter Nach­fra­ge durch In­ves­to­ren, die sich aus eu­ro­päi­schen Bonds ver­ab­schie­den.

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