Mit Kräu­tern zum Er­folg

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - MA

Was ha­ben Jo­sef Acker­mann, Pe­ter Sau­ber und He­lia­ne Ca­ne­pa ge­mein­sam? Sie al­le ha­ben den Swiss Award in der Ka­te­go­rie Wirt­schaft ge­won­nen. Seit letz­ten Sams­tag ge­hört auch Fe­lix Rich­te­rich da­zu. Der Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent von Ri­co­la setz­te sich ge­gen Pe­ter Sp­uh­ler (Stad­ler Rail) und Han­sUl­rich Mül­ler (Cre­dit Suis­se) durch. Der Preis sei ei­ne An­er­ken­nung für sei­ne ei­ge­ne Leis­tung, sagt Rich­te­rich im Ge­spräch. Gleich­zei­tig sei da­mit aber auch die Er­folgs­sto­ry Ri­co­la ge­wür­digt wor­den. Die No­mi­na­ti­on Rich­te­richs dürf­te nicht zu­letzt auf das 80-Jahr-Ju­bi­lä­um zu­rück­zu­füh­ren sein, das das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Ri­co­la im ver­gan­ge­nen Jahr fei­er­te. Den Grund­stein leg­te Gross­va­ter Emil 1924 mit dem Kauf ei­ner Bä­cke­rei in Lau­fen/BL, die auf Con­fi­se­rie­wa­ren aus Zu­cker spe­zia­li­siert war. Sechs Jah­re spä­ter wur­de die Fir­ma Rich­te­rich & Co Lau­fen ge­grün­det. Zum spä­te­ren Ex­port­schla­ger wird der 1940 von Emil Rich­te­rich ent­wi­ckel­te Kräu­ter­zu­cker. Die aus drei­zehn ver­schie­de­nen Kräu­tern be­ste­hen­de Re­zep­tur wird auch heu­te noch ver­wen­det. In­zwi­schen wer­den die Bon­bons in fünf­zig Län­der ex­por­tiert, wo­bei die Haupt­märk­te Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und die USA sind. Mit rund 400 Be­schäf­tig­ten setz­te Ri­co­la 2009 316 Mio. Fr. um. Zah­len zum Ge­winn wer­den nicht pu­bli­ziert. Fe­lix Rich­te­rich trat mit 28 Jah­ren in das Un­ter­neh­men ein. Sei­ne ers­te Sta­ti­on führ­te ihn gleich ins Aus­land, in die USA. Dort be­glei­te­te er ein hal­bes Jahr den Ver­triebs­part­ner, der für Ri­co­la die Bon­bons in Ame­ri­ka ein­führt. Mitt­ler­wei­le steht er dem Un­ter­neh­men als VR-Prä­si­dent vor, sein Bru­der Lu­kas ist Vi­ze­prä­si­dent, und Schwes­ter Ur­su­la lei­tet den Kräu­ter­an­bau. Die ope­ra­ti­ve Lei­tung hat Adri­an Koh­ler in­ne. Fe­lix Rich­te­rich küm­mert sich um stra­te­gi­sche Be­lan­ge, ums Mar­ke­ting und den Kon­takt mit Kun­den. Beim Stich­wort Mar­ke­ting führt kein Weg am Slo­gan «Wer hat’s er­fun­den?» vor­bei. Ur­sprüng­lich ha­be man die Kam­pa­gne nur für Deutsch­land vor­ge­se­hen, schil­dert Rich­te­rich, mitt­ler­wei­le wer­de der Slo­gan welt­weit ver­wen­det. Ein wich­ti­ger Schritt sei auch die Ein­füh­rung des Kräu­ter­kau­gum­mis 2008 ge­we­sen. Ob­wohl sich das Un­ter­neh­men da­mit ne­ben Bon­bons und Tee ein neu­es Feld ha­be er­schlies­sen wol­len, blei­be der Fo­kus auf den an­ge­stamm­ten Pro­duk­ten. Gros­se Sor­gen be­rei­tet Fe­lix Rich­te­rich der star­ke Fran­ken. Die aus­schliess­lich im Lauf­en­tal pro­du­zier­ten Pro­duk­te ge­hen zu 85% in den Ex­port, wo­bei ein be­deu­ten­der Teil im Eu­ro­raum ab­ge­setzt wird. Al­ler­dings ist es für das Un­ter­neh­men nur sehr be­schränkt mög­lich, die Kos­ten dort­hin zu ver­schie­ben, wo auch der Er­trag an­fällt. Denn ei­ne Ver­la­ge­rung ins Aus­land ist nicht vor­ge­se­hen, die Pro­duk­ti­on in der Schweiz ge­hört zu den Grund­sät­zen des Un­ter­neh­mens. Ein­zig das Ab­pa­cken wur­de teils ins Aus­land ver­scho­ben, wo­mit in der Ver­gan­gen­heit ein Teil der Wäh­rungs­ver­lus­te kom­pen­siert wer­den konn­te. Wie stark Ri­co­la von Wäh­rungs­ver­lus­ten be­trof­fen ist, sagt Rich­te­rich nicht. Er hofft je­doch, dass sich der Eu­ro bald wie­der er­holt. Von den dis­ku­tier­ten Mass­nah­men, wie der An­bin­dung des Fran­kens an den Eu­ro, hält Rich­te­rich we­nig. Ei­ne Wäh­rung müs­se sich frei be­we­gen kön­nen.

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